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3000 Demonstranten bei Corona-Protesten in Berliner Bezirken

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Demonstration gegen Corona-Maßnahmen
Eine Teilnehmerin einer Demonstration gegen die Impfpflicht und Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie hält ein Plakat mit der Aufschrift „Nein zur Impfapartheid - Nie wieder Faschismus“. © Christophe Gateau/dpa/Archivbild

In den Sommern 2020 und 2021 lagen die Schwerpunkte der Corona-Demonstrationen auf zentralen Kundgebungen in großen Städten. Der Zulauf ließ aber stetig nach. Nun versucht die Szene, auch in Berlin für Demonstrationen zu mobilisieren - aber eher lokal.

Berlin - Etwa 3000 Menschen haben nach Senatsangaben bei einer ganzen Reihe von Demonstrationen in Berlin am Montagabend gegen die Corona-Politik demonstriert. Das sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag mit Bezug auf die Senatsinnenverwaltung.

Die Polizei sprach von einem weitgehend störungsfreien Verlauf in zahlreichen Berliner Bezirken. Ein Teil der Demonstranten habe sich an die Corona-Auflagen wie die Maskenpflicht gehalten. Es sei aber auch zu Verstößen gekommen, und Demonstration seien daher von der Polizei gestoppt worden. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen. 500 Polizisten waren zusätzlich im Einsatz, 2 wurden bei Rangeleien leicht verletzt.

Die Veranstalter bezeichneten ihre zum Teil nicht angemeldeten Demonstrationen als „Montagsspaziergänge“ im Anklang an Kundgebungen 1989 in der DDR, wie in den entsprechenden Messenger-Kanälen zu lesen war und wie eine Polizeisprecherin bestätigte.

Ein größerer Demonstrationszug zog laut Polizei mit 320 Menschen vom Alexanderplatz über die Straße Unter den Linden. Dabei wurde vor dem ZDF-Hauptstadtstudio eine Kundgebung abgehalten, und es wurden Parolen wie „Lügenpresse“ gerufen. Ein „Tagesspiegel“-Reporter veröffentlichte ein Video auf Twitter, in dem die Slogans zu hören waren. Der Deutsche Journalisten-Verband sprach auf Twitter von einer „kleinen radikalen Minderheit der Impfgegner, Querdenker, Corona-Leugner, Medienhasser und Demokratiefeinde“.

Am Rathaus Spandau stoppte die Polizei eine Kundgebung mit 160 Teilnehmern, die sich nicht an die Corona-Bestimmungen hielten. Weil die Demonstration nicht angemeldet war, stellte die Polizei die Personalien von 93 Teilnehmern fest.

Auf der Frankfurter Allee erteilte die Polizei fünf Demonstranten Platzverweise und beschlagnahmte Gegenstände wie Fahnen. In Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick versammelten sich an unterschiedlichen Orten bis zu 200 Menschen, oft ohne Corona-Masken. Die Polizei forderte das Befolgen der Regeln ein, woraufhin sich die Demonstration auflöste.

Vom Rathaus Schöneberg liefen rund 300 Menschen in Richtung Nollendorfplatz, sie trugen keine Mund-Nasen-Bedeckung. Die Polizei leitete mehrere Ermittlungsverfahren wegen der Verstöße sowie wegen Beleidigung und Widerstands ein. Zwei Polizisten wurden leicht verletzt, konnten ihren Dienst aber fortsetzen. Protestiert wurde auch in Pankow, Neukölln und Tegel sowie vor den Rathäusern Tempelhof, Lankwitz und Zehlendorf.

In vielen Städten Deutschlands gab es am Montagabend erneut mehrere Corona-Demonstrationen, an denen mehrere zehntausend Menschen teilnahmen. dpa

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