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Berlin hilft Ukrainern: Unterkünfte dringend gesucht

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Franziska Giffey
Franziska Giffey (SPD), regierende Bürgermeisterin von Berlin, spricht. © Annette Riedl/dpa

Die Unterbringung ukrainischer Kriegsflüchtlinge bleibt aus Sicht des Senats die zentrale Herausforderung in der Hauptstadt. „Es geht darum, dass wir in den nächsten Tagen massiv zusätzliche Unterkunftsplätze schaffen“, sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Bisher seien mehr als 8000 Menschen vom Land Berlin untergebracht worden, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind.

Berlin - „Wir sind an einem Punkt, an dem wir jeden Abend 1000 Betten in der Stadt brauchen.“ Giffey kündigte an, dass in den kommenden Tagen fünf weitere Unterkünfte für Geflüchtete mit 2000 Plätzen „ans Netz gehen“ sollen.

„Wir haben in den letzten zehn Tagen zusätzliche Plätze in Hotels und Hostels und auch in Kirchengemeinden akquiriert, über 1700“, so die SPD-Politikerin. „Wir haben ganz klar gesehen, dass wir darüber hinaus noch mehr Kapazitäten brauchen.“ Es sei auch klar, dass das Ankunftszentrum in Reinickendorf mit 600 Plätzen, die alle belegt seien, nicht mehr ausreiche.

Deshalb habe der Senat die Entscheidung getroffen, ein Ankunfts- und Verteilzentrum am ehemaligen Flughafen Tegel zu schaffen. „Dieses Ankunftszentrum wird nicht nur Unterbringungsort mit bis zu 3000 oder vielleicht mehr Plätzen sein“, sagte Giffey, „sondern es wird auch Ankunfts- und Verteilzentrum für über 10.000 Menschen am Tag sein.“

Der Senat sieht aber noch weiteren Bedarf: Deshalb werde nicht nur das Ankunftszentrum in Tegel vorbereitet. „Sondern wir haben uns entschlossen, dass wir möglichst noch heute Abend zusätzlich die Messe mit als Kapazität nutzen werden“, sagte Giffey. „Wir beziehen den Flughafen Tempelhof in unsere Überlegungen zusätzlich ein. Es ist dort in einem Hangar schon ein großes Sachspendenlager eingerichtet worden.“ Und es gebe auch mit Brandenburg einen sehr engen Austausch über die Unterbringung von Geflüchteten.

Giffey sagte, sie habe außerdem mit den Bezirksbürgermeistern eine regelmäßige Schaltkonferenz eingerichtet. „Wir haben mit den Bezirken vereinbart, dass wir alles prüfen, was irgend geht. Dass wir alles tun wollen, um zu verhindern, dass wir noch mal in eine Situation der Belegung von Turnhallen kommen.“

Berlin werde das nicht alleine schaffen, sagte Giffey. „Das heißt, die Unterstützung des Bundes ist elementar für die kommenden Tage“, so die Regierende Bürgermeisterin. „Ich glaube schon, dass Berlin als die Stadt, die sehr betroffen ist von dieser Situation, mehr als alle anderen Bundesländer, auch das Anrecht haben kann, Unterstützung des Bundes einzufordern.“

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat angekündigt, Berlin werde noch am Donnerstag ein Amtshilfeersuchen ans Bundesverteidigungsministerium stellen und um Unterstützung der Bundeswehr bitten. Sie halte es für richtig, auf die Bundeswehr zurückzugreifen. Berlin sei in einer Notlage, sagte Spranger. Deshalb habe Berlin diese Möglichkeit erneut in Betracht gezogen. „Und das wird heute auch noch passieren.“ Zur Größenordnung sagte die Innensenatorin: „Wir haben die Anzahl ungefähr von 40 Helfenden, die wir vielleicht benötigen.“ dpa

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