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Berlin verschärft Corona-Maßnahmen in mehreren Bereichen

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2G-Regel
Ein Aufkleber an einer Glastür weist auf die 2G-Regel hin. © Daniel Reinhardt/dpa/Symbolbild

In der Corona-Pandemie setzt der Senat auf strengere Regeln. Der Regierende Bürgermeister plädiert dafür, Kontakte zu vermeiden, wo es nur geht. In der U-Bahn genau wie an der Würstchenbude.

Berlin - Die Menschen in Berlin müssen sich erneut auf schärfere Corona-Maßnahmen einstellen. Dazu zählen strengere Obergrenzen bei Veranstaltungen, Kontaktbeschränkungen bei privaten Treffen und ein Tanzverbot in Clubs und Diskotheken. Das hat der Senat bei einer Sondersitzung am Freitag beschlossen, nachdem sich Bund und Länder bei einer Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag auf strengere Corona-Regeln verständigt hatten. Die verschärften Regeln sollen in Berlin ab kommendem Mittwoch in Kraft treten, wie der Regierende Bürgermeister Michael Müller nach der Sitzung mitteilte.

PRIVATE TREFFEN: Private Treffen, an denen Menschen teilnehmen, die weder geimpft noch genesen sind, sind in Berlin künftig auf den eigenen Haushalt sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts beschränkt. Ausgenommen sind Kinder bis 14 Jahre. Das entspricht der Regelung, wie Bund und Länder sie verabredet hatten. „Das bedeutet, dass die Geimpften und Genesenen deutlich mehr Freiheiten haben, auch in einem größeren Familienkreis, in einer größeren Gruppe von Freunden auch die Weihnachtstage miteinander verbringen zu können“, erläuterte Müller die Konsequenzen.

GROSSVERANSTALTUNGEN: Berlin geht bei den Regeln für Großveranstaltungen mit sogenanntem Hygienerahmenkonzept noch über die Vorgaben von Bund und Ländern hinaus. Danach dürfen es draußen höchstens 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sein, in Innenräumen höchstens 5000. Der Senat beschloss nun eine Obergrenze von 5000 draußen und in geschlossenen Räumen 2500 Teilnehmern.

Müller begründete das mit der großen Rolle, die das Thema Mobilität und Kontakte jenseits der eigentlichen Veranstaltung spiele. „Und die müssen reduziert werden, wo es nur geht, auch im ÖPNV oder an der Würstchenbude“, sagte er. Kontakte müssten heruntergefahren werden. „Und deshalb schränken wir hier nochmal deutlich ein.“

VERANSTALTUNGEN: Für andere Veranstaltungen gilt eine Obergrenze von 1000 zeitgleich Anwesenden im Freien und 200 in geschlossenen Räumen.

CLUBS UND DISKOTHEKEN: Ab Mittwoch darf in Berliner Clubs und Diskotheken nicht mehr getanzt werden. Wegen rechtlicher Fragen werden sie aber noch nicht geschlossen. Bund und Länder hatten vereinbart, Clubs bei Inzidenzwerten über 350 zu schließen. Der rechtliche Prozess dazu laufe aber noch, sagte der Chef der Senatskanzlei, Christian Gaebler. Wenn der Bund die Gesetze anpasse, werde man auch in Berlin erneut beraten.

SPORT: Für Sport und nichtprofessionellen Wettkampfbetrieb im Freien gilt in Berlin künftig die 3G-Regel, wenn der Mindestabstand nicht einzuhalten ist. Das sei bei Kontaktsportarten in der Regel der Fall, sagte Senatskanzlei-Chef Gaebler. Teilnehmen dürfen also nur Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete.

WEIHNACHTSMÄRKTE: Für Berliner Weihnachtsmärkte gilt generell künftig die 2G-Regel, wie Müller mitteilte. Das heißt, nur Genesene und Geimpfte haben Zutritt. Zusätzlich gilt Maskenpflicht.

DIENSTGEBÄUDE: In Dienstgebäuden des Landes Berlin, also zum Beispiel in Bürgerämtern, gilt 3G: Besucher beziehungsweise Kunden müssen geimpft, genesen oder aktuell negativ getestet sein.

GASTRONOMIE: Restaurants in Berlin bleiben geöffnet. „Da kann man weiter Begegnung ermöglichen“, sagte Müller. Regeln dafür sollen aber noch ausgearbeitet werden. „Wir werden das mal so formulieren, dass es ein gangbarer Weg ist, ungeordnete Kontakte im Gastronomiebereich zu vermeiden, aber weiter Essen, Trinken in Restaurants zu ermöglichen.“

Senatskanzlei-Chef Gaebler ergänzte, das Ziel sei eine Regelung, wie es sie in Berlin schon mal gebeben habe: „Wenn man am Platz sitzt und was isst oder trinkt, dann ist das in Ordnung. Aber wildes Herumstehen ohne Abstand und alles, das soll es dann nicht geben.“

Müller begrüßte die Entscheidungen, die am Donnerstag bei den Bund-Länder-Beratungen getroffen wurden. „Ich habe mich sehr gefreut, dass viele Dinge beschlossen wurden, die in Berlin schon früher umgesetzt wurden“, sagte er. Das gelte etwa für die generelle Maskenpflicht in der Schule und die 2G-Regel im Einzelhandel. „Damit waren wir sehr schnell in Berlin.“

In Berlin ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus unverändert hoch. In den vergangenen sieben Tagen infizierten sich nachweislich 360,7 von 100.000 Menschen mit dem Coronavirus, wie das Robert Koch-Institut am Freitagmorgen mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag damit auf ähnlichem Niveau wie am Freitag vergangener Woche. dpa

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