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Brandanschläge auf Autos: Prozess gegen 39-Jährigen beginnt

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Justitia
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. © David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Immer wieder brennen nachts Autos in der Hauptstadt. Für eine Serie von Anschlägen auf Fahrzeuge im vorigen Herbst soll ein Mann verantwortlich sein, der als Autobrandstifter vorbestraft ist. Nun steht dieser vor Gericht.

Berlin - Ein 39-Jähriger soll rund zehn Jahre nach einer Verurteilung wegen Brandstiftung erneut Anschläge auf Autos verübt haben. Fünf Monate nach seiner Festnahme hat am Freitag am Berliner Landgericht der Prozess gegen den Mann begonnen. Insgesamt sieben Fälle werden ihm zur Last gelegt, wobei es in fünf Fällen bei einem Versuch geblieben sei. Ob sich der Angeklagte zu den Vorwürfen äußern wird, blieb zu Prozessbeginn zunächst offen.

Der 39-Jährige, der der linken Szene zugeordnet wird, soll im Herbst 2021 in Kreuzberg Brandsätze und Räucherstäbchen auf den Reifen geparkter Fahrzeuge platziert und angezündet haben. Dabei habe er das Ziel verfolgt, ein zeitverzögertes Feuer zu verursachen, welches das jeweilige Fahrzeug vollständig oder teilweise zerstören sollte, heißt es in der Anklage wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung.

In der Nacht zum 26. Oktober 2021 soll der Angeklagte in drei Fällen Anschläge auf Fahrzeuge verübt haben. Gegen 1.45 Uhr habe er einen in einem Parkhafen abgestellten Wagen „aufgrund eines situativ gefassten Tatentschlusses“ im Bereich des vorderen linken Reifens angezündet. „Der Brand breitete sich komplett über den Motorraum bis zum rechten vorderen Reifen aus“, so die Anklage. Ein in der Nähe geparktes Auto sei zudem beschädigt worden.

Bei einem weiteren Brandanschlag einige Stunden später sei ein hochwertiges Fahrzeug in Vollbrand geraten. Ein weiteres Auto sei durch die entstandene Hitze beschädigt worden. Bei Taten rund einen Monat später hätten Polizeibeamte in zwei Fällen Schlimmeres verhindern können.

Neben mutmaßlichen Taten im Herbst 2021 wird dem Mann vorgeworfen, im März vorigen Jahres versucht zu haben, einen Baukran in Brand zu setzen. Er soll eine mit Räucherstäbchen versehene Brandvorrichtung auf das Drehkranz eines Krans gelegt haben. Zu einem Feuer sei es allerdings nicht gekommen.

Immer wieder brennen nachts Autos in der Hauptstadt - im vorigen Jahr registrierte die Berliner Polizei Angaben zufolge mehr als 400 Auto-Brandstiftungen. Die Motive mutmaßlicher Täter unterscheiden sich stark. Gründe sind oft Vandalismus oder persönliche Racheakte. In anderen Fällen gibt es einen politischen Hintergrund.

Der 39-Jährige war im März 2011 wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung an Fahrzeugen zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Im damaligen Prozess habe er zwei Taten zugegeben und erklärt, er sei erheblich betrunken gewesen, hieß es nun am Rande. In der jetzigen Anklage wird kein mögliches Motiv genannt. Der Prozess wird am 13. Mai fortgesetzt. dpa

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