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DWBO-Direktorin: „Soziales Engagement muss freiwillig sein“

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Die Direktorin der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO), Ursula Schoen, lehnt einen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in die Diskussion gebrachten Pflichtdienst ab. „Soziales Engagement muss immer freiwillig sein. In der Praxis ist eine Verpflichtung zur sozialen Arbeit nicht ohne empfindliche qualitative Einbußen umsetzbar“, sagte sie am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Berlin - Für den sozialen Einsatz brauche es eine besondere Motivation, die nicht jedem und jeder zu eigen sei. „Außerdem entspricht die Verpflichtung nicht unserer Vorstellung eines solidarischen Miteinanders“, so Schoen.

Ob im deutsch-polnischen Grenzgebiet oder hippen Neukölln - überall sei der Wunsch nach dieser Art von Lebensbildung größer als die verfügbaren Freiwilligendienst-Plätze. „Wie sollen die Einrichtungen dann Tausende zusätzliche "Pflichtzeitler" einarbeiten, schulen und bezahlen?“, fragt die Direktorin.

Der Verband müsse schon jetzt durchgängig für bessere Rahmenbedingungen für das Freiwillige Soziale Jahr und den Bundesfreiwilligendienst kämpfen. Es könne nicht sein, dass jemand, der der sozialen Arbeit ein Jahr schenke, für eine Vollzeittätigkeit zwischen 150 und 500 Euro im Monat zur Verfügung habe.

Steinmeier hatte am Wochenende eine Debatte über die Einführung eines Pflichtdienstes angeregt, der bei der Bundeswehr oder auch im sozialen Bereich absolviert werden könnte. Der Bundespräsident adressierte zwar nicht explizit junge Leute. Sein Vorstoß wird von vielen aber so ausgelegt.

Die Freiwilligendienste der Diakonie begleiten eigenen Angaben zufolge jährlich rund 400 Freiwillige und ihre Einsatzstellen in Berlin und Brandenburg. Die Freiwilligen sind in der Altenhilfe, in Kitas, Schulen, in der Arbeit mit Geflüchteten, Krankenhäusern oder in der Behindertenhilfe im Einsatz. dpa

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