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„Eine große Katastrophe“: Ukraine-Flüchtlinge in Berlin

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Ukraine-Konflikt - Ankunft der Flüchtlinge in Berlin
Flüchtlinge werden im Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten Berlin in ihre Unterkünfte begleitet. © Joerg Carstensen/dpa/Archivbild

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine fliehen viele Menschen aus dem osteuropäischen Land. Erste Flüchtlinge sind auch in Berlin angekommen.

Berlin - In Berlin sind erste Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen worden. „Natürlich stehen wir an der Seite der ukrainischen Bevölkerung. Wir heißen die Menschen, die vor dem schrecklichen Krieg fliehen müssen, mit offenen Herzen und Armen willkommen“, sagte Berlins Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) am Samstag im Ankunftszentrum im Stadtteil Reinickendorf.

„Wir brauchen eine schnelle und unbürokratische Regelung für eine Arbeitserlaubnis“, sagte Kipping. An die Berlinerinnen und Berliner appellierte sie: „Reichen Sie den Menschen die Hand und heißen Sie sie herzlich willkommen.“

Nachdem am Samstag zunächst etwa 120 Flüchtlinge eintrafen, gab es am Sonntag nach Angaben des Ankunftszentrums mehrere Schübe mit jeweils einigen Dutzend Menschen. Einige der Flüchtlinge entschieden sich, weiter zu Bekannten an anderen Orten zu fahren. Andere blieben in Berlin.

Das Ankunftszentrum hat eine Kapazität von 350 Plätzen, in Berlin gibt es aktuell etwa 1300 Plätze. In den kommenden Wochen sollen rund 1200 Plätze hinzukommen.

Unter den Flüchtlingen sind auch Julia und Aleksandra. Die beiden 20 und 21 Jahre alten Frauen sind aus Minsk nach Berlin gekommen. Sie können hier bei Bekannten unterkommen, müssen nicht im Ankunftszentrum bleiben. „Die Menschen sitzen in den Kellern in Kiew“, berichteten die beiden. „Es ist eine große Katastrophe.“

Gleich mit Beginn des Krieges hätten sie sich mit dem Zug auf den Weg gemacht. Statt sonst etwa neun Stunden seien sie rund 20 Stunden für eine der Strecken unterwegs gewesen. „Viele unserer Bekannten wollen weg aus der Ukraine, aber sie haben keine Chance.“

Nun hoffen sie auf Unterstützung in Deutschland. „Wichtig ist erst mal, in Sicherheit zu sein.“ Sollte es wieder sicher sein in der Ukraine, wollten sie zurück.

Volodymyre aus Odessa ist schon vor einigen Wochen als Urlauber nach Deutschland gekommen. Er ist Jurist und würde gerne in Deutschland arbeiten. In der Zeit seines Urlaubs war er quer durch das Land unterwegs und hat Freunde in Süddeutschland besucht. Wegen des Krieges kann er jetzt nicht wieder zurück. Er weiß nicht, wie es weitergehen soll. „Meine Mutter ist alleine zu Hause“, erzählt der Mann. „Ich mache mir Sorgen. Der Keller ist als Schutzraum umgebaut worden. Die Gegend wurde beschossen. Kampfflugzeuge sind in der Luft. Das Internet ist ausgefallen. Die Kommunikation ist schwer.“

Die Deutsche Bahn erleichtert Menschen aus der Ukraine die Flucht nach Deutschland. „Die Deutsche Bahn ermöglicht Geflüchteten mit ukrainischem Pass oder Personalausweis, kostenlos alle Fernzüge aus Polen in Richtung Deutschland zu nutzen“, teilte der Konzern am Sonntag mit. Die Regelung gelte von sofort an. „Damit soll Flüchtenden die Weiterreise ab der Grenze erleichtert werden.“ Die Bahn stehe in engem Austausch mit Behörden und Partnerbahnen in Polen, Tschechien und Österreich.

Gemeinsam mit der polnischen Eisenbahn bereitet die Bahn gegebenenfalls notwendige zusätzliche Kapazitäten vor. Hierfür könnten zusätzliche Wagen und Sonderzüge eingesetzt werden, hieß es. dpa

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