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Giffey fordert Hilfe vom Bund bei Flüchtlingsbewegung

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Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD)
Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) spricht mit Helfern, die am Hauptbahnhof auf die Ankunft Geflüchteter warten. © Hannibal Hanschke/dpa/Archivbild

Seit Tagen flüchten unzählige Menschen vor dem Krieg in der Ukraine. Tausende von ihnen kommen nach Berlin - und die Hauptstadt fordert nun dringend Hilfe vom Bund bei der Steuerung der Unterbringung der Flüchtlinge. Die Hilfsbereitschaft der Bürger ist weiter enorm.

Berlin - Angesichts Tausender täglich in Berlin ankommender Ukraine-Geflüchteter hat Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey dringend Hilfe vom Bund gefordert. „Die Aufnahme der Menschen aus der Ukraine ist eine nationale Aufgabe“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Der Bund müsse auch über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) dringend aktiv werden „und ein bundesweites Verteilsystem schaffen, da Berlin andernfalls an die Grenze seiner Aufnahmekapazität gerät“. Das gelte es unbedingt zu vermeiden.

Allein am Freitag kamen nach Angaben der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales mehr als 11.000 Kriegsflüchtlinge in Berlin an. Weil die Kapazitäten am Ankunftszentrum in Reinickendorf längst nicht mehr ausreichten, seien neben Hostels etwa auch zwei Kirchen genutzt worden, hieß es.

Es sei klar, dass in den nächsten Tagen weiterhin Tausende Menschen kämen, sagte Giffey. Das Land Berlin habe binnen zehn Tagen Tausende Plätze in verschiedensten Unterkünften geschaffen. Bald werde Berlin die angekündigte Schaffung von Unterkünften für 20.000 Menschen erreicht haben, sagte Giffey.

Sie verwies auch auf viele Berlinerinnen und Berliner, die zuletzt Geflüchtete zuhause aufgenommen hätten. Diese Lösung könne aber nur temporär sein, mahnte Giffey. „Aus verständlichen Gründen rechnen wir damit, dass viele dieser Menschen bald eine dauerhaftere Unterkunft über das Land Berlin brauchen.“

Auch Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) sagte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag: „Der Bund muss jetzt endlich koordinierend tätig werden. Berlin kann diese dramatische Fluchtbewegung nicht allein steuern.“ Seit Tagen handele Berlin für die gesamte Bundesrepublik. „Das ist für alle eine schwierige und fordernde Situation und kann auf keinen Fall so weiterlaufen.“

Am Berliner Hauptbahnhof kamen am Samstag unterdessen weiter Züge mit Hunderten Menschen aus der Ukraine an. Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete, unter den Geflüchteten seien weiterhin viele Kinder und ältere Menschen, Männer seien nur wenige angekommen. Einige Menschen seien mit schwerem Gepäck angereist, andere hätten nur wenige Habseligkeiten mit sich getragen. Die Zahl der Helferinnen und Helfer, die bei der Organisation unterstützten oder Schlafplätze anboten, war wieder extrem hoch.

Ein Bahnsprecher teilte mit Blick auf den Hauptbahnhof am Abend mit, die Deutsche Bahn und die Hilfsorganisationen vor Ort gerieten angesichts der Fülle der Hilfsangebote und Spenden „zunehmend an Kapazitätsgrenzen“. Von weiteren Sachspenden sei deshalb zunächst abzusehen, auch Helferinnen und Helfer seien ausreichend da. „Auch hier wird gebeten, nicht mehr zum Bahnhof zu kommen, da die Möglichkeiten, zusätzlich vor Ort Hilfe zu leisten, begrenzt sind.“ Die Bahn bedankte sich bei allen für das große Engagement.

Doch nicht nur am Hauptbahnhof wurde am Samstag große Hilfsbereitschaft deutlich: So organisierte etwa das Humboldt-Forum gemeinsam mit dem Verein Ukraine-Hilfe und der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal eine Spendenaktion und wurde Sammelpunkt für Hilfsgüter für ukrainische Geflüchtete. dpa

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