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Nicolette Krebitz: Habe selbst mal einen Dieb verfolgt

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Berlinale 2022
Ein Passant fotografiert mit seinem Handy ein Plakat der Berlinale. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Regisseurin Nicolette Krebitz (49) hat nach eigenen Angaben selbst mal einen Taschendieb verfolgt - daraus sei später auch die Idee zu ihrem neuen Film entstanden, der nun bei der Berlinale läuft. „AEIOU - Das schnelle Alphabet der Liebe“ erzählt eine Liebesgeschichte zwischen einer älteren Schauspielerin (Sophie Rois) und einem jungen Mann (Milan Herms), der ihr die Tasche raubt.

Berlin - Die beiden treffen später wieder aufeinander, als sie ihm Sprechunterricht geben soll.

„Ich habe mal in Venedig gedreht und vor meiner Nase wurde einer Dame eine Handtasche gestohlen“, schrieb Krebitz der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin dem Dieb hinterher gelaufen und konnte ihn tatsächlich in einer Gasse stellen.“ Sie habe also plötzlich vor ihm gestanden und er vor ihr.

„Naja, und es war eben nicht mehr so einfach etwas zu sagen. Er tat mir leid, aber ich fand ihn auch super schön und ich hatte natürlich auch Angst vor ihm“, schrieb Krebitz. „Ein Glück war mir der damalige Kameramann Martin Langer hinterhergelaufen und hat die Situation aufgelöst. Vielleicht wäre ich sonst auch mit dem Dieb durchgebrannt. Man weiß es nicht...“

Bekannt wurde Krebitz als Schauspielerin („Bandits“). Sie führt seit etlichen Jahren auch selbst Regie. Ihr Film „Wild“ zum Beispiel erzählte ebenfalls eine ungewöhnliche Liebesgeschichte - darin verliebte sich eine Frau (Lilith Stangenberg) in einen Wolf.

Ihr neuer Film geht nun ins Rennen um den Goldenen Bären. Wie steht sie zu Liebesfilmen? Braucht es neue Erzählungen? „Ich mag Liebesfilme, ich mag Komödien, ich mag Krimis und ich mag Fantasyfilme - ohne besondere Vorlieben“, heißt es in ihrem Statement. „Und ich finde es toll, dass in den letzten Jahren innerhalb dieser Genres neue Kombinationen ausprobiert werden.“

Meistens werde ein ungleiches Paar in eine Extremsituation geworfen und am Ende liebten sie sich dann. „Und fast immer weiß man das schon in der ersten Einstellung“, sagte Krebitz. Die Unterschiede würden im Laufe des Films entdramatisiert oder zu Gemeinsamkeiten gemacht. In „AEIOU“ dagegen müssten die Protagonisten nicht gleich werden, „weil das Geheimnis ihrer Leidenschaft der Unterschied ist“.

Mag Krebitz eigentlich die großen romantischen Komödien („Romcoms“) aus den 1990ern oder frühen 2000ern? „Sie meinen sicher Filme wie „Sleepless in Seattle“ oder „Pretty Woman“, oder? Na, klar!“ Die meisten habe sie allerdings nicht im Kino gesehen und gucke sie deshalb, wenn sie zum Beispiel krank im Bett liege, damit sich der Schnupfen etwas löse. „Ich habe aber mal zufällig „Frühstück bei Tiffany“ im Kino gesehen und war schwer beeindruckt. Eine for ever tolle romantische Komödie!“ dpa

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