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Lebensgefährlicher Unfall in Berlin: Klimaaktivist sorgt mit „Shit happens“-Tweet für Empörung

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Von: Stefanie Fischhaber

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Eine Blockade von Klimaaktivisten sorgte am Montag für Kritik. Nun äußern sich Mitglieder der Letzten Generation dazu - und sorgen erneut für Wirbel.

Berlin - Am Montag (31. Oktober) verursachte eine Protestaktion der Letzten Generation einen Stau in Berlin. Einsatzfahrzeuge kamen dadurch verspätet zu den Opfern eines schweren Unfalls durch. Die Klimaschützer werden nun scharf kritisiert - auch für ihren Umgang mit dem Unfall. Der Tweet eines Klimaaktivisten sorgt im Netz für Wirbel.

Klimaaktivisten der Letzten Generation veröffentlichen Statement: „Bestürzt uns“

Nach dem schweren Unfall in Berlin äußern sich nun die Aktivisten der Letzten Generation zu ihrem Protest. Noch am Abend veröffentlichten sie eine Stellungnahme, in der sie ihre Bestürzung über den Unfall teilten. „Es bestürzt uns, dass heute eine Radfahrerin von einem LKW verletzt wurde. Wir hoffen inständig, dass sich ihr Gesundheitszustand durch die Verspätung nicht verschlimmert hat“, sagte Carla Hinrichs, Pressesprecherin der Aktivisten.

Mitglieder der Gruppe „Letzte Generation“ sitzen bei einer Blockade auf der Seestraße.
Klimaaktivisten der Letzten Generation ernteten nach einem Unfall Kritik für ihre Blockade in Berlin. (Archivbild) © Paul Zinken/ dpa

Bei ihren Aktionen achteten die Klimaschützer darauf, die „Sicherheit aller teilnehmenden Menschen zu gewährleisten“, heißt es weiter. Das gelte auch für Verkehrsteilnehmer. Die Gruppe könne jedoch nicht ausschließen, dass die Verspätung des Einsatzwagens durch ihre Aktion verursacht wurde.

Klimaaktivist erntet Kritik für Tweet über Unfall: „Shit happens“

Die Klimaschützerin Aimée van Baalen erklärte: „Wir wünschten, eine solche Störung wäre nicht notwendig, um die Regierung in der Klimakrise zum Handeln zu bewegen.“ Doch die Gruppe würde ihre Proteste erst beenden, wenn die Bundesregierung handle.

Auch auf Twitter äußerten sich Mitglieder der Letzten Generation. Der Aktivist und Politikwissenschaftler Tatzio Müller schrieb Medienberichten zufolge zu dem Unfall auf Twitter: „Scheiße, aber: nicht einschüchtern lassen. Es ist Klimakampf, nicht Klimakuscheln, & shit happens.“

Kritik an Letzte Generation: „Klimaschwurbler“ gefährden Menschenleben

Für seine leichtfertige und respektlose Aussage wurde Müller stark kritisiert. Mittlerweile löschte er den Tweet. „Ich habe eben 1 Tweet gelöscht, in dem ich eine dämliche & respektlose Formulierung in Bezug auf eine Frau verwendet habe, die nach einem Unfall in Lebensgefahr schwebt, entschuldige aufrichtig für diese Formulierung, & hoffe, dass sie durchkommt“, schrieb er wenig später.

Unter dem Hashtag #Radfahrerin hagelt es nun Kritik an den Klimaaktivisten. CDU-Generalsekretär Mario Czaja wetterte auf Twitter: „Weil Klimaschwurbler von LetzteGeneration in Berlin auf der Straße klebten, kamen Rettungskräfte erst spät zu einer schwerverletzten Radfahrerin. Diese Proteste sind nicht nur ein Ärgernis für Autofahrer, sie gefährden Menschenleben.“

Olaf Scholz richtet sich mit Appell an Klimaschützer

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz wandte sich mahnend an die Klimaschützer. Er appellierte, „dass man bei all den Entscheidungen, die man trifft für politische Kundgebungen, immer bedenkt, dass das nicht zur Gefährdung anderer beiträgt“, sagte er der Tagesschau. Mit der Aktion seien die Aktivisten nicht gerade auf „weitreichenden Beifall“ gestoßen, auch nicht auf den des Kanzlers.

Als „asoziales Handeln“ kommentierte auch der Münchner Merkur die Protestaktion der Letzten Generation. Die Polizei ermittelt mittlerweile in dem Fall. Ob die Klimaaktivisten wegen ihrer Blockade mit einer Strafe rechnen müssen, ist bislang unklar. Erst kürzlich standen die Mitglieder der Letzten Generation in der Kritik, weil sie Kartoffelbrei auf ein wertvolles Monet-Gemälde warfen. (sf)

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