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Wegen Ukraine-Krieg: Diesmal zwei Ostermärsche in Berlin

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Teilnehmer des Ostermarsches ziehen durch Kreuzberg
Teilnehmer des Ostermarsches ziehen durch Kreuzberg. © Christoph Soeder/dpa

Mit einer Friedenstaube ziehen sie durch Kreuzberg: In Berlin haben sich Hunderte Menschen am traditionellen Ostermarsch beteiligt. Diesmal kommt es angesichts des Kriegs in der Ukraine aber auch zu einem Gegenaufruf.

Berlin - Mehrere Hundert Menschen sind in Berlin bei einem Ostermarsch der Friedensbewegung auf die Straße gegangen. In Kreuzberg protestierten sie am Samstag etwa für Frieden in der Ukraine und für Abrüstung. Es seien rund 1300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Laut der Friedenskoordination Berlin kamen mindestens 1500 Menschen.

Auf Plakaten stand etwa „Stoppt den Rüstungswahn“ oder „Wer Waffen liefert wird Krieg ernten“. Auf einem Autodach war eine große Friedenstaube montiert. Manche hatten Regenbogenfahnen bei sich. Einige kritisierten Pläne der Bundesregierung, 100 Milliarden Euro für große Projekte der Verteidigungspolitik bereitstellen zu wollen.

In Berlin fand parallel zum traditionellen Ostermarsch eine zweite Demonstration statt. Am Bebelplatz wurde unter anderem mit ukrainischen Fahnen gegen den russischen Angriffskrieg und Russlands Präsident Wladimir Putin demonstriert. Nach Angaben der Polizei versammelten sich dort am Samstagmittag bis zu 650 Menschen, einer der Organisatoren sprach von rund 1000 Menschen.

In einem Aufruf im Internet wurde die Aktion als „alternativer Ostermarsch“ bezeichnet. Darin wurde kritisiert, der Aufruf der Friedensbewegung zum traditionellen Ostermarsch erwähne mit keinem Wort die russische Aggression und das Recht auf Selbstverteidigung. Auf Plakaten forderten die Demonstranten unter anderem „Schwere Waffen jetzt!“ und „Stop Russian Reich“. Beide Demonstrationen verliefen laut Polizei ohne Störungen.

In mehreren deutschen Städten gingen Menschen am Samstag auf die Straße. Über einige Forderungen der Friedensbewegung hatte es bereits vorab Diskussionen gegeben. Das Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“ sei aktuell eine Arroganz gegenüber den Menschen in der Ukraine, sagte der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) dem Bayerischen Rundfunk. „Pazifismus auf Kosten anderer ist zynisch.“ Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, Pazifismus sei im Moment „ein ferner Traum“. dpa

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