1. Startseite
  2. Deutschland

Wo ist Stefan? 21-Jähriger seit elf Wochen vermisst – Spur verliert sich in der Schweiz

Erstellt:

Von: Anna Lorenz

Kommentare

Der 21-jährige Ionita hat eine blonde Kurzhaarfrisur und trägt eine schwarze Brille, ein kariertes Hemd und darunter ein weißes T-Shirt mit dem Aufdruck „Mustang“.
Mit diesem Bild sucht die Polizei Trier nach Stefan Ionita. © Polizeipräsidium Trier

Im Mai verschwand Stefan Ionita. In Graubünden fand man sein Auto, doch die Kantonspolizei fahndet nicht mehr. Das sei Sache Deutschlands.

Mehren/Vulkaneifelkreis – Es ist der Alptraum aller Eltern: Das Kind verschwindet auf einmal spurlos. Das Polizeipräsidium Trier sucht seit elf Wochen nach dem 21 Jahre alten Stefan-Cristian Ionita. Seine Mutter ist sich sicher: Ihr Sohn lebt.

Plötzlich verschwunden – 21-Jähriger wird seit Mitte Mai vermisst

Seit Mittwoch, 18. Mai 2022, wird Ionita vermisst. Gegen 23 Uhr verließ der junge Mann an diesem Abend mit unbekanntem Ziel die elterliche Wohnung in Mehren (Vulkaneifelkreis, Rheinland-Pfalz). „In der Nacht hörte ich draußen ein Auto. Ich dachte, es seien die Nachbarn“, erinnert sich Ionitas Mutter, Georgeta Marcu, im Gespräch mit der Schweizer Zeitung Blick. Am nächsten Tag bemerkte sie dann Stefans Verschwinden.

In seinem Zimmer ließ der 21-Jährige einen Zettel zurück, auf dem „Es tut mir leid, dass ich dich angelogen und enttäuscht habe. Aber es ist meine Entscheidung“ zu lesen ist. Prompt meldete Marcu das Verschwinden ihres Sohnes der Polizei. Ein gleichzeitiger Suchaufruf via Facebook brachte wenig später eine Spur: „Ein Mann“, erzählt Marcu, „hat mir dann geantwortet, dass er Stefans Auto auf einem Parkplatz in Felsberg im Kanton Graubünden gesehen habe.»

Vermisster Stefan Ionita: Spur verliert sich in der Schweiz

Die daraufhin eingeleitete, polizeiliche Fahndung verlief wenig erfolgreich. Zwar habe man Ionitas Auto „Ende Mai auf einem Parkplatz in Felsberg“ vorgefunden, bestätigte Sprecher Markus Walser von der Bündner Kantonspolizei; die weitere Suche, an der auch ein Hubschrauber und ein Spürhund beteiligt gewesen waren, endete aber ergebnislos.

Eine Handyortung war keine Option, denn der 21-Jährige hatte sein Mobiltelefon zuhause zurückgelassen. Besorgniserregend: Wie Ionitas Mutter Blick berichtet, seien im Wagen auch „Personalausweis, [...] Führerschein, [die] Schlüssel des Autos, die Fahrzeugpapiere und Geld“ ihres Sohnes gefunden worden.

Details: Haben Sie diesen Mann seit 18. Mai 2022 gesehen?

Wer den Vermissten bzw. dessen PKW seither gesehen hat, möge sich bitte an die Kripo Wittlich, Telefon 06571/9500-0 oder die Polizei Daun, Telefon 06592/9626-0, wenden.

Wo ist der vermisste Stefan Ionita? Schweizer Polizei: „Keine Fahndung, keine weitere Suche mehr“

Es heißt, die Mühlen der öffentlichen Ämter mahlen langsam. Im Fall Stafan Ionita, so scheint es, mahlen sie aber wohl gar nicht mehr. Wie Markus Walser weiter erklärte, werde es in der Schweiz nämlich keine Öffentlichkeitsfahndung nach dem 21-Jährigen geben. Grund: Die deutschen Behörden hätten die Ermittlungskontrolle in dieser Angelegenheit. „Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, werden sie uns auch Bescheid geben“, ist sich der Sprecher der Bündner Kantonspolizei sicher. Bis es so weit ist, werde man aber nur „gemäß der aktuellen Vermisstenanzeige nach der Person Ausschau halten.“

„Will einfach meinen Stefan wieder in die Arme schließen“ – Eine Mutter gibt nicht auf

„Wir hatten immer ein gutes Verhältnis und über alles gesprochen“, kann Marcu das Verhalten ihres Sohnes schlichtweg nicht nachvollziehen. Sie könne nachts nicht schlafen, nicht essen oder sich ablenken, erinnert die Wohnung sie doch viel zu sehr an ihren Sohn, vertraute sie Blick an. Stattdessen fuhr sie selbst in die Schweiz, plakatierte und zog sogar zwei Privatdetektive bei der Suche nach Ionita zurate. Wo ihr Sohn sein könnte? Sie weiß es nicht.

„Ich denke, er steckt in einer schlechten Situation“, vermutet Marcu, die sicher ist, dass ihr Sohn am Leben ist. „Er ist vor über zwei Monaten verschwunden. Man hätte doch schon längst seine Leiche gefunden. Zudem hatte er zu Hause doch alles“, so die verzweifelte Frau. „Er hatte nie Kontakt zu schlechten Leuten. Er war kein Problemkind. Er trank keinen Alkohol, konsumierte keine Drogen, rauchte nicht.“

Auch, dass Ionita seinen Vater in Rumänien aufgesucht haben könnte, schließt sie aus. „Stefan hat keinen Kontakt zu ihm“. Marcu befürchtet, dass der „sehr hilfsbereite[...] Junge“ tatsächlich gegangen sein könnte, um jemand anderem beizustehen. „Vielleicht brauchte jemand seine Hilfe. Er sagte zu, wollte mir aber nichts davon erzählen. Denn er wusste, dass ich ihm nicht erlaubt hätte, weit fortzugehen.“ (askl)

Auch interessant

Kommentare