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Feuerwehrleute weiter im Waldbrand-Einsatz

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Der untere Teil der Bäume in Treuenbrietzen ist schwarz verkohlt
Der untere Teil der Bäume in Treuenbrietzen ist schwarz verkohlt. © Annette Riedl/dpa

Die verheerenden Waldbrände in Brandenburg sind zwar weitgehend gelöscht, doch die Feuerwehr muss weiterhin noch zahlreiche Glutnester in den Brandgebieten bekämpfen. Im Landtag werden Rufe nach mehr Vorsorge laut.

Treuenbrietzen/Beelitz - Nach den Waldbränden in Brandenburg sind weiterhin mehrere Hundert Feuerwehrleute im Einsatz. In Treuenbrietzen seien es noch etwas mehr als 100, in Beelitz mehr als 300, sagte Landrat Marko Köhler (SPD) am Dienstag im rbb24-Inforadio. Unterstützt würden sie von der Bundeswehr. Sie kämpften weiterhin gegen gefährliche Glutnester in den Brandgebieten. In Beelitz waren auch Räumpanzer im Einsatz, um Schneisen zu schlagen.

Im Bereich Treuenbrietzen seien noch sieben Fahrzeuge im Einsatz, die die Flächen kontrollieren, sagte Landkreis-Sprecherin Andrea Metzler. Hubschrauber der Bundespolizei machten Wärmebildaufnahmen, um Glutnester aufzuspüren. „Um dann eventuell noch einmal Hubschrauber der Bundeswehr auf dem Gebiet einzusetzen, wo die Munitionsbelastung ist und das noch einmal richtig einzuweichen“, erläuterte Metzler. Auch in den Brandgebieten um Beelitz wurden noch Lösch-Hubschrauber eingesetzt, weil dort Glutnester immer wieder aufflammten.

Diese Glutnester können aufflammen, weil dort Temperaturen von mehreren 100 Grad herrschten, wie der Brandenburger Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel erklärte. Daher seien rund um Beelitz zahlreiche Feuerwehrleute voraussichtlich noch mehrere Tage zum Löschen im Einsatz. Dabei helfen auch weitere Feuerwehrleute aus Sachsen-Anhalt. Am Dienstagnachmittag sollten etwa 25 Löschfahrzeuge mit 130 Kameraden aus dem Landkreis Börde aufbrechen. Das Land Brandenburg hatte zuvor ein Amtshilfeersuchen an das Land Sachsen-Anhalt gestellt.

Bislang habe es in dieser Saison bereits mehr als 230 Waldbrände gegeben, berichtete Engel. „Und der Regen gestern war nur ein Tropfen in den heißen märkischen Sand“, meinte er. Dabei sei das Wasser nur in die obersten Schichten des Waldbodens eingedrungen und werde bei den erwarteten sommerlichen Temperaturen der nächsten Tage wieder verdunsten. Dann könne es weitere Brände geben.

Unterdessen debattierten die Fraktionen im Landtag über Maßnahmen zur Eindämmung künftiger Waldbrände. Linke-Fraktionschef Sebastian Walter forderte die Landesregierung auf, einen „Feuerwehrgipfel“ mit Vertretern der Ministerien, der Rettungskräfte und der Kommunen einzuberufen. Die Last könne in den besonders betroffenen Gebieten nicht allein von den Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehren getragen werden, meinte Walter. Dort müsse man auch über Stützpunktfeuerwehren mit hauptamtlichen Kräften nachdenken.

Die Fraktionen von CDU und Grünen forderten Investitionen in die Vorsorge mit der Anlage von Brandschneisen auch in Privatwäldern. Auch Wohnsiedlungen müssten durch breite Schneisen von Waldgebieten getrennt werden. Aus Sicht der Grünen-Abgeordneten Isabell Hiekel muss auch der Waldumbau zu mehr Mischwald mit Laub- und Nadelbäumen vorangetrieben werden. Die AfD-Fraktion will in einer Debatte zum Bevölkerungsschutz am Donnerstag erneut die Stationierung einer Löschflugzeug-Staffel beantragen.

Nach zwei Tagen Schließung wegen der Waldbrände soll die Landesgartenschau in Beelitz an diesem Mittwoch wieder öffnen. „Wenn alles so bleibt, machen wir um 9.30 Uhr wieder auf“, sagte die Geschäftsführerin Marina Ringel am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Einsatzfahrzeuge hatten den Hauptparkplatz der Gartenschau genutzt. Deshalb war die Gartenschau geschlossen.

Nur rund 20 Kilometer voneinander entfernt brannten am Wochenende zwei große Waldflächen bei Treuenbrietzen und Beelitz. Einige Hundert Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Starke Regenfälle brachten am frühen Montagmorgen Entspannung. dpa

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