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Flüchtlinge feiern Ostern im russisch-orthodoxen Kloster

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Geflüchtete Ukrainer feiern Ostern
Abt Daniil Irbits redet während des orthodoxen Osterfests mit Gläubigen vor dem St. Georg Kloster. © Fabian Sommer/dpa

Das Osterfest setzt Zeichen: In einem russisch-orthodoxen Kloster in der Uckermark haben Ukrainerinnen und Ukrainer wie russischsprachige Gemeindemitglieder gemeinsam gefeiert.

Milmersdorf - Ukrainische Kriegsflüchtlinge haben in einem russisch-orthodoxen Kloster in Brandenburg das orthodoxe Osterfest gefeiert - auch mit russischsprachigen Gemeindemitgliedern. Sie kamen am Sonntag im Kloster St. Georg in Götschendorf zusammen, einem Ortsteil von Milmersdorf in der Uckermark.

„Die Mehrheit war aus der Ukraine“, sagte Abt Daniil Irbits, Prior des Klosters, der Deutschen Presse-Agentur. Die Besucher hätten auch zusammen gesessen und getrunken. Der russische Angriff der Ukraine sei dabei kein Thema gewesen: „Keiner redet über Politik.“

Das Kloster unterstützt nach eigenen Angaben inzwischen 30 Geflüchtete, meist Frauen mit kleinen Kindern. Die Flüchtlinge seien bereits in eigenen Wohnungen untergekommen, sagte der Abt. Das sei schnell gegangen, weil die Beteiligten inklusive Behörden und Wohnungsgesellschaften eng zusammengearbeitet hätten.

Die Hilfe für die Flüchtlinge ist nicht beendet: „Sie helfen uns im Kloster, und wir helfen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln“, sagte der Abt. „Wir machen die Verpflegung.“ Russischsprachige Gemeindemitglieder kämen jeden Tag aus Berlin, um zu helfen.

Das russisch-orthodoxe Kloster nördlich von Berlin besteht offiziell seit 2007. Die Berliner Diözese hatte dafür vom Land Brandenburg nach Angaben des Klosters das Herrenhaus in Götschendorf gekauft. Das Haus wurde demnach mit Mitteln von Sponsoren aus Russland als Gästehaus restauriert, ein Wohngebäude daneben wurde als Mönchsklausur hergerichtet. Zudem wurde eine Kirche neu gebaut.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verurteilte den russischen Angriff auf die Ukraine erneut und forderte von Russlands Präsident Wladimir Putin, den Krieg sofort zu beenden. „Putins Regime bricht Völkerrecht und will die demokratische Entwicklung der freien Ukraine mit militärischer Gewalt unterbinden“, sagte Woidke laut Staatskanzlei. „Aber Europa steht fest an der Seite der Ukraine.“

Brandenburg unterstützt seine polnischen Partnerregionen Lubuskie (Lebuser Land) und Dolny Śląsk (Niederschlesien) bei der Hilfe für ukrainische Flüchtlinge. Am Samstag startete der Staatskanzlei zufolge ein Hilfskonvoi nach Zielona Góra (Grünberg) und Wrocław (Breslau). Acht Lastwagen wollten medizinisches Material, Lebensmittel und Drogerieartikel in beide Städte bringen. Die polnischen Regionen versorgen seit Wochen in einem großen Kraftakt Hunderttausende Ukrainer. Sie hatten um Unterstützung gebeten. dpa

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