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Leag-Auszubildende sorgen sich wegen Kohleausstieg

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Zukunftstag der LEAG
Thomas Kralinski spricht, beobachtet von Jörg Steinbach (SPD). © Frank Hammerschmidt/dpa

Mit dem Kohleausstieg muss sich der Energiekonzern Leag neu ausrichten. Er gilt als größter Ausbildungsbetrieb in der Region. Viele Azubis sorgen sich um ihre Zukunft.

Spremberg - Wie sieht die Zukunft für Auszubildende und Jungfacharbeiter des Energieunternehmens Leag im Strukturwandel aus? Diese Frage stellten am Mittwoch etwa 500 Azubis und Mitarbeiter an das Unternehmen und die Politik. Auf einem Aktionstag im Spremberger Industriepark Schwarze Pumpe sprachen unter anderem Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach und Leag-Vorstandschef Thorsten Kramer. „Wir brauchen verlässliche Perspektiven, um den Strukturwandel in der Lausitz erfolgreich mitzugestalten“, sagte Linda Rudolph von der Jugend- und Auszubildendenvertretung. Viele sorgten sich. „Die ganz große Angst unter uns ist, dass, wenn sich hier keine anderen Firmen ansiedeln und die neuen Geschäftsfelder der Leag nicht weiter ausgebaut werden, dass es dann keine Arbeitsplätze mehr gibt.“

Beim Tagebaubetreiber werden derzeit nach Angaben von Vorstand Jörg Waniek rund 500 Azubis ausgebildet. Die Leag gilt als größter Ausbildungsbetrieb der Region.

Auf ihrem „Zukunftstag“ bekräftigten die Azubis ihre Forderung nach einem Tarifvertrag, der vom Unternehmen noch nicht unterzeichnet wurde. Das sei ein wichtiges Zeichen, damit die Zukunft gesichert sei, denn mit dem Tarifvertrag werde eine Übernahme garantiert, sagte Jungfacharbeiter Alexander Keil. „Das ist ein wichtiges Zeichen vom Leag-Vorstand zu sagen: Ja, ihr habt eine Perspektive bei uns.“

Nach einer Befragung des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung unter Leag-Auszubildenden ist für über 90 Prozent der Arbeitsplatz ein wichtiger Faktor, um in der Region zu bleiben. Gut die Hälfte der Befragten kann sich demnach vorstellen wegzuziehen. Ein gutes Drittel will in der Lausitz bleiben.

Das Unternehmen befindet sich mit dem beschlossenen Kohleausstieg im Wandel und erschließt neue Geschäftsfelder, unter anderem im Bereich der erneuerbaren Energien.

„Wir brauchen hier Industriearbeitsplätze. Wir haben das Wissen in der Region, und wir dürfen das nicht verschenken“, sagte Rudolph, die als Industriekauffrau im Kraftwerk Jänschwalde arbeitet.

Wirtschaftsminister Steinbach zeigte sich auf der Veranstaltung zuversichtlich, dass trotz Hürden viele Ansätze der Leag in die Richtung führen werden, dass die Lausitz Industrie- und Energieregion bleibt. Die Landesregierung stehe hinter der Lausitz und werde sich weiter stark für ein Gelingen der zahlreichen Zukunftsprojekte einsetzen. dpa

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