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Lila Bäcker sieht Trendwende nach Insolvenz geschafft

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Lila Bäcker
Blick in eine Filiale des Unternehmens Lila Bäcker in Warnemünde. © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Im Jahr 2019 stand die Kette Lila Bäcker auf der Kippe. Nach starker Schrumpfkur sieht sich das Unternehmen nun wieder auf Kurs. Dazu mussten aber weitere Läden geschlossen werden.

Neubrandenburg/Berlin - Zwei Jahre nach dem Neustart aus der Insolvenz hat sich die Bäckereikette Lila Bäcker (Neubrandenburg) in die Gewinnzone vorgearbeitet. Durch eine sehr gute Sommersaison und weitere Sparbemühungen wird für 2021 erstmals ein positives Jahresergebnis erwartet, sagte Geschäftsführerin Viola Kaluza am Donnerstag vor Journalisten in Neubrandenburg. „Die Trendwende ist geschafft.“ Der Jahresumsatz der Unser Heimatbäcker Holding, die als Lila Bäcker firmiert, werde 2021 deutlich über den 80 Millionen Euro liegen, die 2020 erreicht wurden.

Gründe dafür seien mehr eigene Produkte, modernisierte Filialen und neue Großkunden. Das Unternehmen hat 1800 Beschäftigte und derzeit 252 Filialen. Davon entfallen mehr als die Hälfte auf Mecklenburg-Vorpommern, 110 auf Brandenburg und Berlin und sechs Läden auf Schleswig-Holstein. Die südlichste Filiale stehe in Burg im Spreewald, die nördlichste auf der Insel Rügen.

Aus Kostengründen seien im Vergleich zum Vorjahr etwa 20 Filialen geschlossen worden. Dadurch und durch Fluktuation im Zuge der Corona-Schließungen sank die Beschäftigtenzahl um 300 Mitarbeiter. Wie in der gesamten Gastronomie hätten sich einige Beschäftigte andere Arbeitsstellen gesucht. „Deshalb suchen wir im Augenblick auch etwa 150 Leute“, sagte Kaluza.

Nach den Corona-Erfahrungen aus 2020 sei man in diesem Jahr besser mit den Einschränkungen zurechtgekommen. Vor allem die Gastronomie-Schließungen im ersten Halbjahr habe sich auf die Cafés ausgewirkt. Das habe das Sommergeschäft aber mehr als ausgleichen können. Die Kette stellt inzwischen 90 Prozent ihrer Produkte allein in Pasewalk und Neubrandenburg her.

Allerdings komme auch Lila Bäcker um Preiserhöhungen in den nächsten Wochen nicht herum. So seien alle Rohstoffe teurer geworden. Preistreiber seien auch die gestiegenen Energie- und Verpackungskosten.

Lila Bäcker hatte Anfang 2019 mit rund 2500 Mitarbeitern und 400 Läden Insolvenz angemeldet und war dank Landesbürgschaft aus Schwerin im September 2019 mit 270 Filialen und 2100 Mitarbeitern neu gestartet. Inzwischen zähle nicht die Umsatzsteigerung, sondern „dass, was unter dem Strich übrig bleibt“, erklärte Kaluza. Das sei eine Lehre aus der Insolvenz. dpa

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