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Lockerung der Corona-Regeln? Verbände unterstützen Stübgens

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FFP2-Maske
Eine FFP2-Maske liegt auf einem Leuchttisch. © Frank Rumpenhorst/dpa/Illustration

Mitten in der Omikron-Welle des Coronavirus ruft Brandenburgs Innenminister zu Lockerungen der Corona-Beschränkungen auf. Verbände von Handel und Gastronomie begrüßen das. Eine Einigung in der Landesregierung steht aber noch aus.

Potsdam - Der Vorstoß von Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU), die Corona-Beschränkungen im Handel und in der Gastronomie zu lockern, stößt bei den betroffenen Verbänden auf große Zustimmung. Aus Sicht des Präsidenten des Hotel- und Gaststättenverbandes, Olaf Schöpe, rennt Stübgen damit offene Türen ein. „Die Kollegen freuen sich, wenn Aussicht auf eine positive Lösung besteht und darüber diskutiert wird“, sagte er am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei sehr willkommen.

Stübgen dringt darauf, die 2G-Regel im Handel, 2G plus in der Gastronomie sowie nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Hotspot-Regionen für Ungeimpfte zu streichen. Zur Begründung sagte er, dass die Lage in den Krankenhäusern trotz steigender Infektionszahlen beherrschbar sei.

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) verweist dagegen auf die steigenden Infektionszahlen im Land und hält Lockerungen zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht. Die rot-schwarz-grüne Landesregierung will am kommenden Dienstag über die weiteren Corona-Regeln beraten. Am 13. Februar läuft die aktuelle Verordnung aus.

Schöpe hofft nach eigenen Worten, dass sich Stübgen durchsetzt. „Zumindest sollte ein Kompromiss herauskommen.“ Er sehe aber auch die Schwierigkeit, angesichts der hohen Zahlen und Werte Lockerungen zu beschließen. Angesichts der zunehmend schwierigen Situation der Händler in Brandenburg sieht auch der Handelsverband Berlin-Brandenburg Lockerungen als wichtiges Zeichen für die Unternehmen. „Wir sind für jegliche Lockerung dankbar“, sagte Christine Minkley, Regionalleiterin für Ostbrandenburg und Südbrandenburg am Mittwoch.

Die Probleme in den Innenstädten, auch durch Geschäftsaufgaben aufgrund von Corona, nähmen zu. Die geforderten Kontrollen der Kunden seien eine zusätzliche Belastung der Unternehmen, aber auch für Kaufinteressierte. „Gerade in den kleinen Strukturen führt das dazu, dass im öffentlichen Raum kaum noch Kunden sichtbar sind“, sagte Minkley. Unbedingt müsse die Situation im Sinne der Belebung der Innenstädte verbessert werden. „Das könnten Lockerungen sein.“

Unterdessen hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Brandenburg erneut einen Höchststand erreicht: Innerhalb eines Tages seien 8755 neue Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 1463,0 nach 1385,3 am Vortag. Sieben weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

Zwar nahm auch die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten von 483 am Montag auf 520 am Dienstag zu. Gleichzeitig sank jedoch die Zahl der davon auf Intensivstationen Behandelten von 81 auf 75. Der Anteil der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten blieb wie am Vortag bei 10,2 Prozent und damit knapp im gelben Bereich des Warnsystems.

Vom kommenden Dienstag an sollen auch Apotheken in Deutschland Corona-Schutzimpfungen anbieten. Dazu wird das Personal vorab ärztlich geschult. In Brandenburg haben sich bislang 27 Apothekerinnen und Apotheker für eine Fortbildung zur Durchführung der Impfungen angemeldet, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte (Stand: 27.1.). Nach der Schulung können sie in ihren Einrichtungen, Impfstellen oder mobilen Impfteams eigenständig Impfungen verabreichen. Die Fortbildung haben Landesapothekerkammer und Landesärztekammer gemeinschaftlich angeboten.

„Wir gehen davon aus, dass die niederschwelligen Impfangebote in Apotheken zusätzliche Bevölkerungsgruppen erreichen“, sagte der stellvertretende Sprecher des Gesundheitsministeriums, Dominik Lenz, am Mittwoch. Auch sollten durch das Angebot die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte entlastet werden. Die Praxen seien derzeit wegen hoher Erkrankungsraten extrem belastet. dpa

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