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Makkabi-Vorstand: Union-Spiel nicht als Aufhänger benutzen

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Fußball
Ein Fußball liegt auf dem Rasen. © Tobias Hase/dpa/Symbolbild

Michael Koblenz, Sportvorstand von Makkabi Berlin will das Conference-Spiel vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin gegen Makkabi Haifa nicht als Zeichen gegen Antisemitismus benutzen. „Man muss nicht jeden Anlass nutzen, um Symbolpolitik zu betreiben“, sagte der 46-Jährige der „Märkischen Allgemeinen“ (Donnerstag) vor der Partie am Abend im Olympiastadion (21.

Berlin - 00 Uhr/TV Now), „im Übrigen hat uns auch Union klar gesagt, dass sie so ein Spiel nicht brauchen, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Das könnten wir jeden Tag gemeinsam machen und dazu sei man auch bereit.“

Koblenz hatte vor dem Spiel ein Meeting mit Union-Präsident Dirk Zingler, der sehr viel Interesse am Fußball in Israel zeigte. Koblenz will zudem die Partie auf eine normale emotionale Ebene bringen: „Eine Berliner Mannschaft trifft auf eine israelische, das ist für uns natürlich spannend. Aber wir wollen daraus keine politische Komponente ableiten.“ Der Sportvorstand nahm Alba Berlin als Beispiel. Die Basketballer treffen in der Euroleague fast jedes Jahr auf Makkabi Tel Aviv, ohne dass der im Westend beheimatete Breitensportverein jedes Mal demonstrieren würde.

Allerdings beobachtet Koblenz schon Tendenzen, dass der Antisemitismus in Deutschland auch im Sport zunehme. „Unsere Sportler werden regelmäßig auf dem Platz mit antisemitischen Beschimpfungen konfrontiert - oft geht es auch gegen nichtjüdische Spieler“, sagte Koblenz, „das ist leider eine Entwicklung, die mit Pegida begann, von der AfD forciert wurde, und jetzt haben wir die Querdenker. Das manifestiert sich natürlich. Wenn ungestraft Dinge gesagt werden dürfen, die sich Menschen vor ein paar Jahren nie getraut hätten zu sagen, gewinnt das leider an Normalität.“ dpa

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