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Ministerin sieht Krankenhäuser auf Omikron-Lage vorbereitet

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Klinikum Ernst von Bergmann
Ein Schild mit der Aufschrift „Ernst von Bergmann Klinikum“ steht vor dem Eingang des Krankenhauses. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/ZB

Brandenburgs Gesundheitsministerin Nonnemacher macht eine leichte Entspannung bei der Corona-Lage aus. Mit Sorge blickt sie indes auf die Omikron-Virusvariante. Für die schon jetzt stark belasteten Kliniken gibt es Notpläne.

Potsdam - Die Krankenhäuser in Brandenburg sind nach Ansicht von Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) auf ein Hochschnellen der Corona-Infektionszahlen wegen Omikron vorbereitet. „Wir haben eine Maßnahmensammlung zur Krankenhaus-Notplanung und dabei alles durchgespielt, was intensiviert werden kann“, sagte Nonnemacher der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. „Ein Massenanfall an Erkrankten könnte zu so hohen Krankenständen führen, dass die Aufrechterhaltung des Betriebes in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und im Rettungsdienst gefährdet ist.“ Deshalb müsse Vorsorge getroffen werden.

In Brandenburg wurden bisher 127 Fälle der Omikron-Virusvariante nachgewiesen, rund ein Fünftel mehr als am Montag. „Wir wissen, die Zahl der Fälle wird irgendwann wegen der erhöhten Ansteckungsfähigkeit mit einem Knall nach oben schnellen“, sagte die Ministerin. „Alle Krankenhäuser sind alarmiert, dass sie möglicherweise Reservepersonal aktivieren. Wir werden auch nachdenken müssen, für medizinisches Personal, was ohne Symptome infiziert ist, wieder die Quarantäne zu verkürzen.“ Wenn ein Massenanfall an Erkrankten als Vorstufe zum Katastrophenfall ausgerufen werde, müssten Rettungsdienste durch Einheiten des Katastrophenschutzes unterstützt werden.

Die Krankenhäuser bereiten sich auf eine Omikron-Welle vor. „Erste Modellierungen zeigen, dass wohl Mitte bis Ende Januar auf Grund der Verbreitung der Omikron-Variante mit steigenden Hospitalisierungszahlen zu rechnen ist“, sagte der Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums Ernst von Bergmann in Potsdam, Hans-Ulrich Schmidt. Zu den besten Vorbereitungen zählt die Klinik einen Anteil zweifach-geimpfter Mitarbeiter von über 90 Prozent sowie Booster-Impfungen. Zudem würden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer Bereiche auf Covid-Stationen trainiert, um vor allem auf Covid-Intensivstationen zu helfen, wenn dort Personal ausfalle.

Das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus rüstet sich ebenfalls. „Wir haben geplant, welche zusätzlichen Stationen bei Bedarf für die Versorgung von Covid-Patienten herangezogen werden“, sagte eine Sprecherin. „Zudem haben wir unsere Materialvorräte, was zum Beispiel Schutzausrüstung angeht, aufgestockt.“

Für die aktuelle Corona-Lage, die noch von der Delta-Virusvariante dominiert ist, sieht die Ministerin leichte Entspannung. „Was dafür spricht, dass das Infektionsgeschehen etwas rückläufig ist, sind die Werte der Krankenhausauslastung mit Covid-19“, sagte Nonnemacher. „Ich denke, dass die Maßnahmen in der Eindämmungsverordnung durchaus Wirkung entfalten.“ Es gebe aber auch Melderückstände zwischen Weihnachten und Neujahr. Die gute Nachricht sei: „Die Lage in den Pflegeheimen ist offensichtlich stabil. In den Krankenhäusern lässt der Druck nach, aber auf hohem Niveau.“

Die Zahl neuer Patientinnen und Patienten mit Corona in Krankenhäusern geht zurück. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz pro 100.000 Menschen in sieben Tagen lag laut Gesundheitsministerium am Dienstag bei 3,2. Vor einer Woche war der Wert mit 6,9 mehr als doppelt so hoch. Hierbei ist die Warnampel in Brandenburg auf Gelb. Sie zeigt Rot bei der Sieben-Tage-Inzidenz, die leicht auf 384,9 sank, und bei der Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten, die im Vergleich zum Montag wieder etwas auf 23,7 Prozent stieg. Beide Werte waren aber vor einer Woche noch deutlich höher.

Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel mit einer geringeren Test- und Meldeaktivität zu rechnen ist. Deshalb könnten die offiziell ausgewiesenen Fallzahlen nur ein unvollständiges Bild der Corona-Lage in Deutschland zeigen. dpa

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