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Schutz für Radfahrer: ADFC fordert Änderung der Gesetze

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Radfahrerinnen
Radfahrerinnen sind auf einem Radweg unterwegs. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Der Tod von zwei Radfahrern bei Verkehrsunfällen in Brandenburg hat für Entsetzen gesorgt. Der ADFC-Landesvorsitzende fordert zur Vorbeugung eine grundlegendende Änderung des Bundesstraßengesetzes.

Potsdam - Zum Schutz von Radfahrern vor schweren Unfällen hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) eine Änderung der Gesetze gefordert. „Wir haben das Problem, dass wir in der Verkehrsplanung immer noch die Maßgabe des Bundesstraßengesetzes haben: Leichtigkeit und Flüssigkeit des KFZ-Verkehrs zuerst“, sagte der Brandenburger Landesvorsitzende Stefan Overkamp der Deutschen Presse-Agentur. Die politisch gewollte Verkehrswende zu mehr Radverkehr müsse daher rechtlich entsprechend flankiert werden.

Aktuell würden bei Kreuzungen und Einmündungen immer noch die Fahrbahnen für die Kraftfahrzeuge auf gleichem Niveau gebaut, während auch vorfahrtberechtigte Radfahrer über abgesenkte Bordsteine fahren müssten, kritisierte Overkamp. Aus seiner Sicht müsste es zur Vorbeugung vor Unfällen genau umgekehrt sein: „Denn diejenigen, die abbiegen, müssten durch eine Schwelle spüren, dass sie Vorfahrt gewähren und langsam fahren müssen“, erläuterte er. „Die bestehenden baulichen Verhältnisse verführen dagegen dazu, mit einer zu hohen Geschwindigkeit und ohne die notwendige Umsicht abzubiegen.“

Problematisch sind aus Sicht des ADFC-Landesvorsitzenden auch viele Ampelschaltungen. „Wir haben ja heute meist den Fall, dass der Rechtsaabbieger die gleiche Grünphase hat wie der Geradeausverkehr“, sagte Overkamp. Und der Radverkehr werde am rechten Fahrbahnrand genau in diesen Abbiegeverkehr hineingeleitet. „Bei abbiegenden Lastwagen haben Sie keine Chance mehr, wenn so ein 20- oder 40-Tonner über sie drüber rollt!“ Im immer dichter werdenden Stadtverkehr müssten daher diese Ampelphasen getrennt werden, forderte Oberkamp.

Mit dem Bundesstraßengesetz habe man jahrzehntelang den Autoverkehr fördern wollen, erläuterte Overkamp. Daher seien dort auch heute noch entsprechende Maßstäbe gesetzt, um die Verkehrsplaner nicht herumkämen. „Wir müssen an diese Grundlagen ran. Nur dann wird sich etwas ändern.“

Wo es keine sicheren Wege für Radfahrer gebe, müsse die Regelgeschwindigkeit innerorts auf 30 und außerorts auf 70 Kilometer pro Stunde begrenzt werden, forderte Overkamp.

Ende Juli waren in der Region Potsdam innerhalb einer Woche zwei Radfahrer bei Verkehrsunfällen mit Autos getötet worden. Nach Angaben des Polizeipräsidiums kamen im ersten Halbjahr dieses Jahres 11 Radfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben, nach 18 im gesamten Vorjahr. Im Jahr 2020 wurden 25 Radfahrer bei Verkehrsunfällen getötet. dpa

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