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Steinbach: Finden keine Fachfirmen für Helenesee-Sanierung

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Helenesee
Im flachen Uferbereich des Helenesees hat sich eine ovale Ausbuchtung gebildet. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Seit fast einem Jahr ist der Helenesee wegen Rutschungsgefahr gesperrt. Der Start der Sanierung lässt auf sich warten, die Vorarbeiten kommen nicht voran. Brandenburgs Wirtschaftsminister nennt die Gründe.

Frankfurt/Oder - Der Start der Sanierung des gesperrten Helenesees bei Frankfurt (Oder) zieht sich weiter hin. Nach Worten von Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) findet das Land Brandenburg kein Unternehmen, dass mit der Bodenuntersuchung (Explorierung) beauftragt werden kann. Fachfirmen in Brandenburg, die sich darauf spezialisiert haben, seien gut ausgelastet, sagte Steinbach dem Frankfurter Rundfunksender 91.7 Oderwelle. Dadurch gehe nun Zeit verloren. „In den nächsten drei, vier Jahren sehe ich keinen Badebetrieb oder touristischen Betrieb am See“, schätzte er ein.

Das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) hatte das auch als „kleine Ostsee“ überregional beliebte Badegewässer im vergangenen Jahr kurz vor Pfingsten aus Sicherheitsgründen sperren lassen. Anfang März waren am Ostufer des touristischen Ausflugsziels massive Rutschungen festgestellt worden. Da nicht auszuschließen war, dass auch andere Uferbereiche betroffen sind und somit Lebensgefahr für die dort Badenden bestehen könnte, wurden vorsorglich alle Strände auf einer Gesamtlänge von 1350 Metern am Helenesee geschlossen und mit einem Betretungsverbot belegt. Der See ist Anziehungspunkt für Camper und unter anderem auch Festivalort. Auch zahlreiche gastronomische Einrichtungen sind dort angesiedelt.

Man wolle jetzt versuchen, die Ausschreibung für Firmen weiter zu fassen, so der Wirtschaftsminister. Er geht davon aus, dass die ganzen Vorarbeiten mindestens noch das ganze nächste Jahr dauern werden. Erst danach könnten die eigentlichen Sanierungsarbeiten starten. Vom Landesbergbauamt hatte es Ende März geheißen, dass der geotechnische Abschlussbericht mit einer Standsicherheitseinschätzung für Ende des Jahres geplant sei. Ein möglicher Zeitraum für die Fertigstellung der Sanierungsplanung sei Ende 2023 oder Anfang 2024.

Nach Worten von Steinbach ist ein weiteres Problem, dass die Lastenverteilung zwischen dem Land Brandenburg und dem Bund nach wie vor ungeklärt sei. Es werde mit Sanierungskosten von mindestens 60 Millionen Euro gerechnet, führte er an.

Bei dem bis zu 60 Meter tiefen Gewässer handelt es sich um das Restloch der früheren Braunkohlengrube „Helene“, die von 1943 bis 1958 betrieben worden war. Danach wurde der Tagebau nach Angaben des LBGR als unwirtschaftlich aufgegeben und lief bis etwa 1970 voll mit Grundwasser. Böschungsabrutschungen und Teilsperrungen hatte es im Laufe der Jahre wiederholt gegeben. Das Südufer wurde 2010 gesperrt. dpa

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