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Tausende Führerscheine schon im Scheckkartenformat

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Umtausch Führerscheine
Ein Mann hält seinen DDR-Führerschein und den Europäischen Führerschein in den Händen. © Soeren Stache/dpa/Archivbild

Wer in Brandenburg noch einen Führerschein aus Papier hat, muss ihn bald gegen einen neuen im Scheckkartenformat umtauschen. In märkischen Behörden sind dazu schon Tausende Anträge eingegangen, doch es gibt Verzögerungen.

Potsdam - Schon mehrere Tausend Mal sind in Brandenburg die alten Papierführerscheine gegen fälschungssichere Führerscheine der Europäischen Union im Scheckkartenformat umgetauscht worden. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Bis zum 19. Januar 2033 müssen alle Führerscheine getauscht werden, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden.

Zum 19. Januar dieses Jahres hätten nach früherer Planung alle Führerscheine der Jahrgänge 1953 bis 1958 umgetauscht werden müssen. Die Corona-Krise habe die Abläufe der Behörden jedoch massiv verlangsamt, sagte Kathrin Veh aus der Pressestelle des Landkreises Dahme-Spreewald.

„Für das Jahr 2021 gingen lediglich 20 Prozent der für dieses Jahr erwarteten Führerscheinanträge bei uns ein“, sagte die Sprecherin des Landkreises Havelland, Caterina Rönnert. Somit habe es auch bundesweit eine hohe Anzahl an Nachzüglern gegeben. „Deshalb wurde durch die Bundesregierung eine Verlängerung der Umtauschfrist für die betroffenen Jahrgänge 1953 bis 1958 bis zum 19. Juli gewährt“, sagte die Sprecherin.

Insgesamt seien im Havelland 36.375 Bürgerinnen und Bürger verpflichtet, bis 2025 ihren Papierführerschein umzutauschen - das betrifft die Scheine von 1971 oder danach. Laut Rönnert sind in diesem Jahr für die Jahrgänge 1959 bis 1964, die für den Umtausch bis 19. Januar 2023 Zeit haben, bereits 1794 Umtauschanträge eingegangen.

In Brandenburg/Havel sind nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Michael Scharf seit Juli vergangenen Jahres 1730 Anträge auf Umtausch des Papierführerscheins für die Jahrgänge 1953 bis 1958 eingegangen. Weitere 260 Bürger hätten bereits aus den nächsten Jahrgängen einen neuen Führerschein beantragt. In der Stadt hätten mehr als 46.000 Inhaber einer Fahrerlaubnis unbefristete Führerscheine, die aber auch umgetauscht werden müssten. „Zu diesen addieren sich über 9000 Karten-Führerscheine, welche seit 2013 bereits befristet ausgestellt wurden“, sagte er.

Im Landkreis Uckermark sind nach Auskunft von Kreissprecher Oliver Schwers seit Januar 2021 insgesamt 12.285 alte Papierführerscheine gegen EU-Kartenführerscheine getauscht worden.

Die Kosten für die Neuausstellung eines Karten-Führerscheins gestalten sich in den Kreisen und kreisfreien Städten ähnlich. „Die Grundgebühr für den Umtausch des alten Führerscheins in den EU-Kartenführerschein beträgt 25,30 Euro zuzüglich 5,10 Euro für den Direktversand“, sagte Potsdams Stadtsprecher Markus Klier. Mittlerweile können sich Bürgerinnen und Bürger die Führerscheine auch wieder in der Behörde abholen und sparen so das Porto, wie Scharf erläuterte.

Allerdings scheint die Ahndung eines verzögerten Umtauschs nicht überall einheitlich zu sein: Während etwa in Potsdam, dem Havelland, Brandenburg/Havel und der Uckermark Verwarngelder in Höhe von zehn Euro fällig werden, wird das laut Kathrin Veh in Dahme-Spreewald für Betroffene bei einer Verkehrskontrolle fünf Euro teurer. dpa

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