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Zeitung: Hertha verliert Boss Carsten Schmidt

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Hertha-Geschäftsführer Schmidt
Carsten Schmidt nimmt an einer Podiumsrunde teil. © David Inderlied/dpa/Archivbild

Nach nicht einmal einem Jahr muss sich Hertha BSC einem Bericht zufolge schon wieder einen neuen Geschäftsführer suchen. Der sich andeutende Abgang von Carsten Schmidt ist der nächste Rückschlag auf dem erhofften Weg zum europäischen Topverein.

Berlin - Der mögliche Abgang des als Reformer geholten Clubchefs Carsten Schmidt sorgt beim krisengeschüttelten Hertha BSC für neue Unruhe. Wenige Minuten vor dem geplanten Trainingsbeginn am Dienstag berichtete der „Tagesspiegel“, dass der Geschäftsführer den Berliner Fußball-Bundesligisten nach nicht einmal einem Jahr wieder verlassen werde. Ausschlaggebend sollen persönliche Gründe sein, schrieb die Zeitung. Der Club äußerte sich zunächst nicht zu der Personalie.

„Ich kann gar nichts bestätigen. Ich kann nur bestätigen, dass ich mir jetzt hier das Training anschaue“, sagte Sportdirektor Arne Friedrich auf dem Weg zum Platz. Dort kehrte am Dienstag Abwehrchef Dedryck Boyata ins Mannschaftstraining zurück. Immerhin.

Viel mehr wird den Club aber der mögliche Abgang von Schmidt beschäftigen. Mit dem CEO steht der Kopf des operativen Geschäfts des Vereins vor dem Absprung, die erst im vergangenen Jahr neu strukturierte Geschäftsführung wäre bereits wieder ohne Chef.

Schmidt hatte sein Amt bei der Hertha erst am 1. Dezember 2020 angetreten. Zuvor war der Manager vier Jahre als Chef des TV-Senders Sky in München tätig. Schmidt war als neuer starker Mann an die Spree gekommen, nahm seine Arbeit an der Seite des damaligen Sportchefs Michael Preetz sowie von Finanzgeschäftsführer Ingo Schiller auf. Schmidt stand dabei verantwortlich an der Spitze des Trios.

Investor Lars Windhorst, unter dessen Einfluss die neue Struktur sicherlich entstanden war, hatte sich von der Berufung Schmidts angetan gezeigt. „Seine Vita und seine Kompetenz passen sehr gut zu dem neuen Weg, den Hertha BSC eingeschlagen hat. Er ist ein Medien- und Marketingprofi. Ein Fußballverein lebt auch vom öffentlichen Erscheinungsbild“, sagte Windhorst damals. Gerade dieses öffentliche Erscheinungsbild war aber in Schmidts Amtszeit immer wieder ins Wanken geraten.

Nach einem Kennenlernmonat spitzte sich schon Ende Januar die Krise beim selbst ernannten „Big City Club“ zu und Schmidt lernte zugleich die Schattenseiten des Geschäfts kennen. Sowohl Trainer Bruno Labbadia als auch Preetz mussten den Club verlassen. Als Coach übernahm Pal Dardai und hielt Hertha in der Bundesliga. Als neuen Sportchef warb Schmidt Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt ab, der sportliche Erfolg lässt allerdings noch auf sich warten. Nach sieben Spielen steht Hertha nur auf Rang 14 und Trainer Dardai in der Kritik. dpa

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