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Zum Tag des Waldes: Waldumbau muss schneller gehen

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Waldumbau in Brandenburg
Eine Birke wächst in einem wiederaufgeforstetem Waldstück. © Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Kiefer gehört zu Brandenburg. Es soll aber perspektivisch weniger in den märkischen Wäldern werden. Der Wald der Zukunft setzt auf Vielfalt statt auf Monokultur.

Potsdam - In Brandenburg sind zwischen 1990 und 2021 rund 91 500 Hektar Wald umgebaut worden. Dabei entfielen rund 40.350 Hektar auf den Landeswald, teilte das Umweltministerium auf Anfrage mit. Am Montag (21. März) wird der Tag des Waldes begangen. 2019 bis 2021 wurden etwa 12 500 Hektar Wald im Land erfasst, die nach den Trockenjahren 2018 und 2019 wieder aufgeforstet werden müssen. Mit dem Waldumbau müsse es schneller vorangehen, hieß es.

Im Land gibt es rund 1,1 Millionen Hektar Wald auf mehr als einem Drittel der Landesfläche. Noch immer ist die Kiefer dominierende Baumart, die auf rund 70 Prozent der Gesamtwaldfläche wächst.

Laut dem Ende vergangenen Jahres vorgestellten Waldzustandsbericht hatten nur zwölf Prozent der Bäume keine sichtbaren Schäden: Im Vorjahr waren es 15 Prozent. Unter dem Einfluss des Klimawandels wird die Zahl der Buchen - Baum des Jahres 2022 - geringer. Sie ist zudem anfälliger für Schädlinge. Nur sieben Prozent haben keine Schäden. Bei den Eichen sind es vier Prozent. Durch Schaderreger wie Insekten und Pilzen fielen seit 2018 fast vier Millionen Kubikmeter Schadholz an.

Allein 2019 und 2020 seien mehr als vier Millionen Euro Fördermittel für Waldumbaumaßnahmen auf rund 1350 Hektar im Privat- und Körperschaftswald - unter anderem im Besitz von Kommunen - ausgezahlt worden, hieß es.

Wichtig sei eine Waldentwicklung unter anderem mit sich selbst aussäenden Bäumen, die deutlich widerstandsfähiger seien. Die hohen Wildbestände im Land würden jedoch keine natürliche Waldverjüngung zulassen, da das frische Grün ein Leckerbissen für die Tiere sei. Das Ministerium habe deshalb eine Novellierung des Jagdgesetzes erarbeitet, das eine stärkere Regulierung des Wildbestandes vorsehe.

Unterdessen sei die Nachfrage nach Forstsaatgut für den Waldumbau gestiegen, hieß es. Nicht in jedem Fall könne auf Naturverjüngung gesetzt werden. „Leider war die Saatguternte in den letzten Jahren bei einigen Baumarten, insbesondere bei der Eiche nicht ausreichend“, so das Ministerium. Auch gebe es weniger Forstbaumschulen: vor zehn Jahren waren es noch 17, heute seien es nur noch 9. dpa

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