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Erneut Skelette von sowjetischen Kriegsgefangenen entdeckt

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Bei den seit rund sechs Monaten laufenden archäologischen Grabungsarbeiten auf dem Gelände einer geplanten Bahnwerkstatt in Bremen haben Archäologen acht vollständige Skelette gefunden. Damit erhöht sich deren Zahl insgesamt auf neun. Die sterblichen Überreste seien am nördlichen Ende der ersten Gräberreihe entdeckt worden, teilte die Bremer Kulturbehörde am Montag mit.

Bremen - Auf dem Gelände im Stadtteil Oslebshausen gab es von 1941 bis 1945 einen Friedhof für gefangene sowjetische Soldaten. Sie mussten in Bremen Zwangsarbeit leisten. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Ort teils brach, teils siedelte sich Kleingewerbe dort an.

Im Dezember 1941 grassierte den Angaben zufolge im Kriegsgefangenenlager eine schwere Typhusepidemie. Um die vielen verstorbenen Kriegsgefangenen damals zügig bestatten zu können, wurde auf dem Friedhof ein 1,9 Meter breiter und 1,2 Meter tiefer Graben angelegt. In diesem wurden die Toten dicht nebeneinanderliegend bestattet.

Vorige Woche war erstmals ein vollständiges Skelett ausgegraben worden, nach dem die Fachleute zuvor ausschließlich sogenannte Streufunde einzelner Knochenteile und bisher rund 60 Erkennungsmarken entdeckten.

Wie mit den Funden umzugehen sei, könne erst nach Abschluss der Grabungen in enger Abstimmung mit den Vertretern der betroffenen Staaten, insbesondere Russlands und der Ukraine, entschieden werden, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). „Alleiniger Maßstab der Entscheidung ist die Gewährleistung eines würdevollen Gedenkens an die Toten unter Berücksichtigung der Vorgaben des Kriegsgräberrechts.“

Der Bremer Senat will die Fläche dem Unternehmen Alstom zur Verfügung stellen. Das will eine Werkstatt zur Wartung von Regionalzügen einrichten, die den Bahnverkehr in Niedersachsen und Bremen verstärken sollen. Gegen die Bahnwerkstatt gibt es Widerstand einer örtlichen Bürgerinitiative. dpa

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