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Lauterbach zweifelt an Corona-Impfempfehlung für Kleinkinder – und nennt Zeitpunkt für Omikron-Impfstoff

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Von: Martina Lippl

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Ist der Höhepunkt der fünften Corona-Welle in Deutschland überschritten? Das RKI meldet erneut eine leicht steigende Inzidenz. Lauterbach warnt vor Welle im Sommer. Alle Infos im News-Ticker.

Update vom 5. März, 18.22 Uhr: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat Zweifel an einer Corona-Impfung für unter Fünfjährige geäußert. „In den Studien haben die Impfstoffe bei den Kleinkindern nicht die Impfwirkung gezeigt, die wir erhofft hatten“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Gerade in dieser Altersgruppe muss die Wirkung aber besonders klar belegt sein.“ Es sei daher „im Moment unklar, ob es eine Impfempfehlung für unter Fünfjährige in Deutschland geben wird“.

Lauterbach bekräftigte, dass er mit einem angepassten Omikron-Impfstoff frühestens im Mai rechne. „Dessen Booster-Wirkung gegen andere Varianten, zum Beispiel Delta, wird wahrscheinlich nicht so stark sein. Der Omikron-Impfstoff wird daher die bisherigen Impfstoffe nicht komplett ersetzen“, sagte er. „Trotzdem ist es gut, dass wir ihn bekommen.“ Der Minister fügte hinzu, dass er nicht mit einer allgemeinen Empfehlung rechne, sich mit dem Omikron-Impfstoff impfen zu lassen. „Am Ende muss das aber die Ständige Impfkommission entscheiden“, so Lauterbach.

Neue Corona-Regeln in Deutschland: Menschen drängen in Club – mehrere erleiden Panikattacken

Update vom 5. März, 15.17 Uhr: Seit gestern dürfen auch Clubs und Diskotheken unter 2G-Plus-Bedingungen wieder Gäste empfangen. In der Hauptstadt Berlin nutzten viele Feierlustige diese Chance. Manche verursachten ein großes Gedränge vor einem Club. Laut Polizeiangaben haben sich 1500 bis 2000 Menschen vor der Location gedrängt. Rund 70 Beamte mussten eingreifen, da mehrere Menschen Panikattacken erlitten hätten, ein Mann in Ohnmacht gefallen sei und eine Frau sogar ins Krankenhaus gebracht werden musste. Der Hof wurde daraufhin geräumt.

Coronavirus - Lockerungen für Clubs
Die Clubs haben seit dem 4. März wieder geöffnet. © picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow

Corona-Infektionsschutzgesetz: Koalition mit straffem Zeitplan

Update vom 5. März, 10.25 Uhr: Am 20. März endet die Rechtsgrundlage für den Großteil der derzeit noch geltenden Corona-Maßnahmen. Das bedeutet, wenn es keine Änderungen des Infektionsschutzgesetzes gibt, gibt es kein 2G oder 3G mehr, keine Kontaktbeschränkungen und auch keine Maskenpflicht. Angesichts der aktuellen Entwicklungen wurde bei der Ministerpräsidentenkonferenz (16. Februar) allerdings entschieden, weiterhin „niedrigschwellige Basisschutzmaßnahmen“ aufrechtzuerhalten. Dementsprechend muss eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes umgesetzt werden. Das passiert nun sehr kurzfristig.

Die Ampel-Koalition möchte einen entsprechenden Entwurf am 9. März im Kabinett beschließen und am 16. März dem Parlament vorlegen. Eine Anhörung im Gesundheitsausschuss wurde erst nach Beschwerden der Opposition für den 14. März eingeräumt. Vor der Abstimmung am 18. März ist für die erforderlichen zweiten und dritten Lesungen 70-minütige Debatte vorgesehen.

Beteiligte zeigen sich angesichts des straffen Zeitplans verärgert. „Es ist mal wieder alles sehr eilig und überhastet“, schreibt Andrea Kießling, Expertin für Infektionsschutzrecht auf Twitter. Staatsrechtler Josef Franz Lindner spricht gegenüber Welt von einem „Armutszeugnis“.

Lauterbach warnt vor steigenden Infektionszahlen im Sommer

Update vom 5. März, 8.57 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) blickt mit Vorsicht in Richtung Sommer und warnt vor zu starken Lockerungen der Schutzmaßnahmen ab dem 20. März. Der Politiker sagt gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Wir müssen mit einer Sommerwelle rechnen.“ Er prophezeit hohe Infektionszahlen mit den Virusvarianten Delta und Omikron bei einem Wegfall aller Schutzmaßnahmen trotz steigender Temperaturen in den Sommermonaten. Gründe dafür seien die höhere Übertragbarkeit, mehr Kontakte und der nachlassende Impfschutz.

Das Infektionsschutzgesetz solle so angepasst werden, dass die Bundesländer frühzeitig und flexibel entsprechende Maßnahmen wieder einführen könnten. „Es sollte möglich sein, Obergrenzen für private Treffen und öffentliche Veranstaltungen festzulegen“, so Lauterbach. Auch Test- und Zutrittsregeln sollen weiterhin möglich sein, jedoch nur umgesetzt werden, wenn es die aktuelle Situation erforderlich mache.

Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner steigt erneut leicht an

Update vom 5. März, 8.17 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt erneut leicht an. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner mit 1220,8 an. Gestern lag der Wert bei 1196,4, vor einer Woche bei 1253,3. Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter dem Institut 192.210 Infektionen und 255 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Deutschland insgesamt 15.674.100 mit dem Virus infiziert. 124.051 sind in Verbindung damit gestorben.

Corona in Deutschland: Das Impftempo sinkt weiter

Update vom 4. März, 21.36 Uhr: Der neu zugelassene Impfstoff Novavax kommt bislang schlechter an als gehofft. Seit knapp einer Woche wird er in Deutschland verimpft. Doch bislang sind nur rund 13.200 Dosen des US-Herstellers als Erstimpfungen verabreicht worden (siehe Update vom 4. März, 14.04 Uhr). Auch das gesamte Impftempo geht seit Anfang des Jahres stetig zurück. Am 4. März wurden insgesamt 130.318 Impfdosen verabreicht. Der Großteil davon (92.529) waren Booster-Impfungen. Das geht aus den Daten des RKI hervor.

Vor einem Monat, am 4. Februar, waren es noch 317.391, kurz nach den Feiertagen am 12. Januar sogar über 700.000 Impfdosen. Ein Großteil davon (etwa 560.00 Dosen) bestanden aus Booster-Impfungen.

Epidemiologe Kekulé sieht Ende der Pandemie in Deutschland gekommen

Update vom 4. März, 20.25 Uhr: Die Corona-Inzidenz in Deutschland steigt aktuell wieder leicht. Doch wie geht es im Sommer weiter? Die Virologen Streeck und Drosten haben unterschiedliche Ansichten. Streeck hält eine zeitlich begrenzte Aufhebung der Maskenpflicht für möglich, Drosten warnt vor weiteren Infektionen. Der Epidemiologe Kekulé dagegen sieht gar das Ende der Pandemie in Deutschland gekommen. Es sei lediglich eine politische Entscheidung.

Fast alle Corona-Maßnahmen in deutschen Nachbarländern fallen - trotz doppelt so hoher Inzidenz

Update vom 4. März, 18.40 Uhr: In Deutschland sollen zum 20. März fast alle Corona-Maßnahmen fallen. Ähnlich sieht es in den Nachbarländern aus. In Belgien beschloss das Corona-Komitee ein Ende der pandemischen Notlage. So sind Masken künftig nur noch in Krankenhäusern und in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht, wie die Regierung mitteilte. Für Restaurants, Bars oder Fitnessstudios gelten keine Nachweis-Regeln mehr. Es gebe auch keine Beschränkungen für Veranstaltungen mehr. Bei der Einreise müsse ab Ende nächster Woche nur noch ein Impfnachweis, Genesenen-Status oder Corona-Test vorgezeigt werden - Reiseformulare, Quarantäne oder zusätzliche Tests seien in den meisten Fällen nicht mehr nötig.

In Österreich fallen am Samstag (5. März) ebenfalls fast alle Corona-Beschränkungen. Es gibt keine Zugangsbeschränkungen, keine Obergrenze bei Veranstaltungen und keine Sperrstunde mehr. Nur die Hauptstadt Wien will die der 2G-Regel in der Gastronomie und eine fast überall geltende FFP2-Maskenpflicht aufrechterhalten. Auch die Einreise zurück nach Deutschland dürfte leichter werden. Seit dem 3. März hat das RKI alle noch als Hochrisikogebiete geltende Länder von der Liste gestrichen.

Übersicht Inzidenzen
Belgien (14-Tage-Inzidenz)864
Österreich (7-Tage-Inzidenz)rund 2200
Deutschland (7-Tage-Inzidenz)1196,4

Wüst warnt vor möglicher nächster Corona-Welle im Herbst

Update vom 4. März, 16.52 Uhr: Ungeachtet des Ukraine-Krieges darf nach Worten von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) die Gefahr der Corona-Pandemie nicht aus den Augen verloren werden. „Es ist Zeit, sich vorzubereiten auch auf das, was bei Covid noch kommen kann“, sagte Wüst am Freitag nach einem Besuch des Düsseldorfer Uniklinikums zusammen mit dem Leiter des Corona-Krisenstabs im Kanzleramt, Generalmajor Carsten Breuer. So müsse der Basisschutz wie etwa Maskenpflicht und Abstandsregeln auch künftig gewährleistet werden, sagte Wüst mit Blick auf den von Bund und Ländern geplanten Wegfall der Corona-Schutzmaßnahmen ab 20. März. „Es ist klar: Die nächste Welle kann im Herbst oder Winter auf uns zurollen. Das sagen uns alle Experten und darauf müssen wir vorbereitet sein“, warnte Wüst.

Corona-Maßnahmen: Lockerungen in den Bundesländern in Kraft getreten

Update vom 4. März, 15.56 Uhr: Ab dem 4. März gelten neue Corona-Regeln. Clubs und Discos dürfen wieder öffnen. Hier finden Sie einen Überblick über die Corona-Lockerungen.

Fällt die Maskenpflicht ab 20. März?

Update vom 4. März, 14.17 Uhr: Fällt ab dem 20. März die Maskenpflicht weg? Bund und Länder haben zwar den Wegfall von tiefgreifenden Corona-Maßnahmen beschlossen. Was für den Zeitraum nach dem 20. März gelten soll, ist noch offen. Bestimmte Schutzmaßnahmen, wie Abstandsregeln und die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen und Bussen und Bahnen, sollen bleiben.

Corona: Maskenpflicht im Büro soll bleiben

Auch im Großraumbüro, der Fabrikhalle und anderen Innenräumen sollen für Beschäftigte nach dem 20. März Maskenpflicht und Abstandsregeln gelten. Das sieht der Entwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für die Corona-Arbeitsschutzverordnung für eine Übergangszeit bis 25. Mai vor. Arbeitgeber sollen demnach weiterhin zweimal die Woche einen Corona-Schnelltest anbieten und die Masken bereitstellen.

Lauterbach: Novavax-Impfstoff „nicht wirklich erfolgreich“

Corona in Deutschland: Trendwende oder Ausreißer? Das RKI meldet einen leichten Anstieg bei der Inzidenz.
Corona in Deutschland: Trendwende oder Ausreißer? Das RKI meldet einen leichten Anstieg bei der Inzidenz. © Michael Gstettenbauer/imago

Update vom 4. März, 14.04 Uhr: Der Boom beim Novavax-Impfstoff lässt auf sich warten*. Gesundheitsminister Karl Lauterbach räumte ein, dass das Präparat aktuell „nicht wirklich erfolgreich“ verimpft werden könne. „Wir versuchen das natürlich, wir kämpfen dafür“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstagabend bei einer Online-Diskussion der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Mittlerweile sei aber auch eine „Verhetzung“ dieses Impfstoffes durch Impfgegner in sozialen Medien weit fortgeschritten, sodass er nicht wirklich platzierbar sei. Der einzige Weg, deutlich voranzukommen, sei eine allgemeine Impfpflicht. Karl Lauterbach rief zu weiterer Vorsicht beim Corona-Kurs im Frühling auf: „Wir müssen wachsam sein.“

Corona-Inzidenz steigt schon wieder – Anteil von Omikron Subtyp BA.2 wächst deutlich

Erstmeldung vom 4. März 2022

Berlin – Die bundesweite Inzidenz liegt am Freitag bei 1196,4 (Vortag: 1174,1 ) teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Damit steigt der Wert am zweiten Tag in Folge. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1259,5 (Vormonat: 1349,5). Binnen eines Tages sind 217.593 Corona-Neuinfektionen verzeichnet worden. Vor einer Woche waren es 210.743 positive Corona-Tests.

Ist das ein Ausreißer oder eine Trendwende? Die Omikron-Subvariante BA.2 sei laut RKI deutlich übertragbarer*. Das könnte der Grund dafür sein. Das Institut weist darauf in seinem aktuellen Wochenbericht hin (siehe unten).

Corona in Deutschland: RKI meldet mehr als 217.000 Neuinfektionen

Corona-Fallzahlen in DeutschlandFreitag 4. März 2022
Corona-Inzidenz1196,4
Corona-Neuinfektionen217.593
Todesfälle in Verbindung mit Sars-CoV-2291
aktive Corona-Fälle in Deutschland3.459.600

Corona-Fallzahlen: Dunkelziffer nach Ansicht von Experten hoch

Viele Corona-Fälle werden nach Ansicht von Experten nicht beim RKI erfasst. Gesundheitsämter kommen mit dem Melden nicht mehr hinterher. Viele Infektionen werden nach Einschätzung des Laborverbands ALM nicht mehr über einen PCR-Test bestätigt und tauchen damit in der offiziellen Statistik gar nicht auf.

Hospitalisierungsinzidenz steigt erneut

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 6,36 an (Mittwoch: 6,14). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben. Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet.

Auf den Intensivstationen in Deutschland müssen derzeit 2.064 Covid-Patienten behandelt werden. Davon werden 916 künstlich beatmet, wie aus den Daten des DIVI-Intensivregisters hervorgeht. Seit Anfang März geht die Zahl demnach langsam, aber stetig zurück. Intensivmediziner Uwe Janssens bewertete die Lage vergangene Woche schon als eine „stabile Phase“ – jedenfalls auf den Intensivstationen in Deutschland. Allerdings verwies der Mediziner auf die hohen Infektionszahlen, die zu einer hohen Sterberate führten.

RKI rechnet mit weiter steigenden Corona-Fallzahlen bei ab 65-Jährigen

„Inzwischen sinkt die Zahl der Aufnahmen mit schweren Krankheitsverläufen in den jüngeren Altersgruppen, steigt aber nach wie vor in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen an“, schreibt das RKI in seinem aktuellen Covid-Wochenbericht vom Donnerstagabend. Das RKI appelliert erneut via Twitter zum Impfen: „Impfen schützt auch bei Omikron sehr gut vor einem schweren Verlauf, auch die Älteren: Bitte impfen / auffrischen lassen!“

Wer sich ein Update vom Booster holen sollte? Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine zweite Auffrischungsimpfung für alle über 70 Jahren.

Omikron-Welle ebbt ab – aber sehr langsam

Der Höhepunkt der fünften Omikron-Welle scheint in der Mehrheit der Bundesländer überschritten, schreibt das RKI in seinem aktuellen Covid-Wochenbericht vom Donnerstagabend. Doch: „In Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein stiegen die Inzidenzen dagegen weiter oder wieder an.“

Doch bei den Senioren dürfte die Omikron-Welle erst ankommen, schätzt das RKI: „In dieser Altersgruppe steht der Scheitelpunkt der Welle noch bevor.“ In der vergangenen Woche sei bei den Altersgruppen ab 65 Jahren ein weiterer, wenn auch abgeschwächter Anstieg verzeichnet worden, während die Werte bei den Jüngeren gesunken seien.

RKI: Omikron-Subtyp BA.2 nimmt zu

Der Anteil der Omikron-Variante BA.2 nimmt laut den aktuell verfügbaren Daten zu. Bei Stichproben vorletzte Woche lag der Anteil von Omikron BA.2 bei rund 38 Prozent, nach rund 25 Prozent in der Woche zuvor. „International und auch in Deutschland wird beobachtet, dass der Anteil von BA.2 gegenüber BA.1 kontinuierlich wächst“, teilt das RKI mit. Erste Studien aus Dänemark und Großbritannien deuten laut RKI daraufhin, dass die Untervariante deutliche übertragbarer ist als die Omikron-Variante BA.1.

„Aufgrund der leichteren Übertragbarkeit der Sublinie BA.2 kann eine deutlich langsamere Abnahme oder erneute Zunahme der Fallzahlen nicht ausgeschlossen werden“, schreibt das RKI. Ein wichtiger Faktor für den weiteren Verlauf sei, wie stark Kontakte im Rahmen der geplanten Lockerungen zunehmen. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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