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„Dann kann kommen, was will“: Virologe erklärt, durch welche Maßnahme der nächste Corona-Winter besser wird

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Von: Max Partelly

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Corona ist weder vorbei noch wird es verschwinden. Doch für den Sommer 2022 ist etwas Hoffnung auf mehr Freiheit angebracht.

Frankfurt - Maske, Infektionszahlen und allerlei Maßnahmen trüben die Stimmung seit Beginn der Pandemie. Doch für den Sommer könnte das Coronavirus in den Hintergrund rücken. Die Prognose einer Vielzahl von Experten ist optimistisch. Zuletzt zeigte sich auch Virologe Hendrik Streeck von der Doppelspitze im März nicht überrascht. Ja, das Virus wird bleiben, aber gerade in der warmen Jahreszeit dürften wieder mehr Freiheiten möglich sein.

Die Annahme, dass der Sommer entspannter werden könnte, teilt auch der Virologe Martin Stürmer. Vor ein paar Tagen sagte er bereits, dass sich die Lage zum Sommer hin entspannen kann. Im Interview mit FOCUS Online spricht der Virologe und Lehrbeauftragter für Virologie an der Universität Frankfurt darüber, wieso der Sommer entspannt werden kann und wie er für die Vorbereitung auf den Herbst genutzt werden sollte.

Ende der Pandemie im Sommer? Virologe widerspricht und sieht Chancen

Dass die Pandemie im Sommer ein Ende findet, hält Stürmer für unwahrscheinlich: „Das wäre erfreulich, so einfach ist es allerdings nicht. Das Virus wird uns weiterhin begleiten.“ Die Voraussetzung für eine solche Aussage wäre der Umstand, dass auf lange Zeit gesehen weitere milde Varianten des Coronavirus entstehen - die also nur noch Erkrankungen hervorrufen, die in der Mehrzahl keinen schweren Verlauf mit sich bringen.

Bei der aktuellen Variante, dem Omikron-Subtyp BA.2, sei dies aber noch nicht der Fall: „Einerseits fehlt uns noch immer ein Impfstoff, der für die Varianten angepasst wurde“, erklärt Stürmer. Es brauche eine Methode, um Impfstoffe schnell auf neue Varianten anpassen zu können. „Hinzu kommt, dass wir im Augenblick überhaupt nicht abschätzen können, welche Varianten sich noch verbreiten werden.“ Gerade angesichts dessen, dass das Problem ein globales ist, brauche es auch hier Ansätze zum Schutz.

Virologe gibt Bundesregierung „Hausaufgaben“ für den Corona-Sommer

Wichtig sei das Testen auch im Sommer, auch wenn man grundsätzlich meinen könnte, man sei gut vor Corona geschützt. Nur so könne man auch über diese Zeit eine gute Sicherheit gewährleisten, während man parallel auf eventuelle neue Corona-Varianten achte, erklärt Stürmer: „Dann können wir bei Bedarf darauf reagieren, einen entsprechenden Impfstoff-Cocktail zusammenstellen und den dann im Herbst anbieten.“

Er hofft, dass eine weitere Impfung den Weg durch den nächsten Winter leichter werden lässt, aber: „Wichtig wäre hierfür eine möglichst breite Kampagne.“ Man müsse den Menschen erklären, dass sie mit einer weiteren Impfung im Herbst eine gute Immunität aufbauen können: „Dann kann kommen was will.“ So ließen sich harte Maßnahmen für den kommenden Winter verhindern. Die Umsetzung einer solchen Kampagne liege jedoch in den Händen der Bundesregierung: „Das sind die Hausaufgaben, die ich der Regierung für diesen Sommer geben würde.“

Corona-Pandemie noch nicht vorbei aber: Sommer wird entspannt - Maskenpflicht kann fallen

Eine sogenannte Sommerwelle erwartet Stürmer nicht: „Einfach deshalb, weil unser Kontaktverhalten im Sommer ein anderes ist als in der kalten Jahreshälfte.“ Infektionen werde es wohl geben, aber so besorgt wie es Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist, gibt sich der Virologe nicht: „Lauterbach ist Rheinländer, ich Schleswig-Holsteiner – vielleicht definieren wir Welle auch einfach unterschiedlich.“ Drei Faktoren lassen die Corona-Zahlen in Deutschland gerade so steigen, berichtet 24vita.de.

Die meisten Maßnahmen wird es Stürmers Einschätzung nach nicht mehr brauchen. Das angepeilte Ziel solle sein, „so viel Normalität wie möglich zurückzugewinnen“. Nichtsdestotrotz brauche es eine geeignete Teststrategie und ein Auge auf eventuelle neue Mutationen. Mit der richtigen Überwachung des Infektionsgeschehens sei sogar die Maskenpflicht nicht notwendig, meint Stürmer: „Wobei ich denke, es macht in bestimmten Settings schon Sinn, sie weiterhin zu tragen, etwa in Alten- und Pflegeheimen.“

Auch ein „Frühwarnsystem für Hotspots“ hält der Virologe für möglich. Das könnte etwa mit Abwassertestungen umgesetzt werden: „Diese müssten dann aber flächendeckend geschehen und in einem regelmäßigen Abstand durchgeführt werden, um die Hotspots zuverlässig zu entdecken.“ (mda) Merkur.de und 24vita.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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