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Wut-Welle über Corona-Gutachten: Expertenrat wehrt sich

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Von: Victoria Krumbeck

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Der Expertenrat wehrt sich gegen die Kritik zum Corona-Gutachten.
Das Corona-Gutachten der Expertenkommission bekommt heftige Kritik. Jetzt wehren sich drei Mitglieder des Expertenrats. © Fabian Sommer/dpa

Die Kritik an dem veröffentlichten Corona-Gutachten der Expertenkommission ist laut. Nun wehren sich drei Mitglieder des Expertenrates gegen die Vorwürfe. 

Berlin – Nachdem das Corona-Gutachten am vorherigen Freitag veröffentlicht wurde, hagelte es viel Kritik. In einem Gastbeitrag der Zeit Online wehren sich nun drei Gutachter der Expertenkommission gegen die Vorwürfe. „Eine endgültige Bewertung von einzelnen Maßnahmen der Corona-Pandemie ist schlichtweg nicht möglich“, schreiben die Gutachter. Weiter heißt es: „Wir können einzelne Maßnahmen oft nicht bewerten, da diese meist im Verbund mit vielen weiteren Maßnahmen eingesetzt wurden, wir können auch nicht einfach Ergebnisse aus anderen Ländern auf uns übertragen.“

Die Expertenkommission stellte fest, dass Schutzmaßnahmen nicht einzeln bewertet werden konnten. Die Bewertung der Corona-Schutzmaßnahmen wurden laut den drei Gutachtern und Autoren Hendrik Streeck, Jutta Allmendinger und Christoph M. Schmidt zu spät begonnen. Eine der Corona-Maßnahmen waren auch die kostenlosen Bürgertests. Die Ärztekammer-Präsidentin Niedersachsens fordert eine sofortige Rückkehr zu der kostenfreien Variante, berichtet 24vita.de. Insgesamt gehören 18 Expertinnen und Experten dem unabhängigen Gremium an, die das Gutachten am vergangenen Freitag vorstellten.

Corona-Gutachter der Expertenkommission wehren sich gegen Kritik

„Aus dem erwarteten Gegenwind ist bereits vor der Vorstellung des Berichts am vergangenen Freitag ein veritabler Sturm geworden“, so die Gutachter. Besonders stark traf die Kritik die Zusammensetzung der Kommission, auf die die ernannten Experten keinen Einfluss nehmen können. Sie erklären, dass mehr Mitglieder aus der Epidemiologie und der Public-Health-Forschung der Kommission gutgetan hätten.

Viele prangerten auch die wissenschaftliche Qualität des Gutachtens an. Die Gutachter halten in ihrem Beitrag dagegen: „In der Kürze der Zeit und aufgrund fehlender Ressourcen konnten nicht alle 200.000 existierenden Studien zu Corona ausgewertet werden.“ Studien, die noch nicht durch unabhängige Forschenden begutachtet wurden, kamen dennoch zum Einsatz. Somit konnte das aktuelle Pandemiegeschehen erfasst werden.  

Kritik auch an Karl Lauterbach

Die Kommission habe Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schon früh auf die knappen Ressourcen der Gutachter aufmerksam gemacht. Studien und weiterer Recherchearbeiten konnten aufgrund fehlender Kräfte teilweise nicht gesichtet werden. Alle Kommissionsmitglieder üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus.

Letztendlich habe die Kommission auch konkrete Forderungen gestellt. Darunter die Einführung eines Rechts auf soziale Kontakte für Schulkinder und kranke Menschen. Klare Ergebnisse konnte die Expertenkommission bei der Kontaktbeschränkung, Schulschließung und Corona-Maskenpflicht, zu deren Wiedereinführung im Herbst sich Justizminister Marco Buschmann (FDP) kürzlich kritisch äußerte, präsentieren.

Gutachter kritisieren auch Journalisten

In ihrem Beitrag schreiben die Kommissionsmitglieder: „Wenn eine Journalistin bei einer Pressekonferenz zugeschaltet ist, keine einzige Frage stellt, aber noch vor Ende der Pressekonferenz einen höchst kritischen Kommentar in einer großen Tageszeitung veröffentlicht, dann sind wir an einem Punkt angelangt, an dem das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Medien nachhaltig Schaden nimmt.“ (vk)

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