1. Startseite
  2. Deutschland

Corona-Impfungen bei Kinder: Welche Nebenwirkungen sind bislang bekannt?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jennifer Lanzinger

Kommentare

Corona-Impfungen für Kinder
Auch Kinder können mittlerweile gegen das Coronavirus geimpft werden (Symbolfoto). © Bernd Weißbrod/dpa

Nicht selten treten leichte Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfungen auf, doch welche Begleiterscheinungen wurden bislang bei Kindern und Jugendlichen registriert?

Berlin - Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter an, das Impftempo verliert jedoch immer mehr an Fahrt. Dass Corona-Impfungen einen schweren Verlauf der Infektion verhindern können, ist bekannt. Bereits seit Mai 2021 können Teenager ab 12 Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden, seit wenigen Wochen ist dies auch für Kinder zwischen fünf und elf Jahren möglich. Doch welche Nebenwirkungen wurden bislang registriert?

Corona-Impfungen bei Kinder: Welche Nebenwirkungen sind bislang bekannt?

Ob ein schmerzender Arm, Abgeschlagenheit oder in seltenen Fällen eine Thrombose: die Liste der möglichen Nebenwirkungen einer Corona-Impfung bei Erwachsenen ist bereits seit über einem Jahr bekannt. Bereits am 27. Dezember 2020 startete offiziell die Impfkampagne in Deutschland. Wie das Robert Koch-Institut erklärt hatte, sind Impfreaktionen Ausdruck der „erwünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff und klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab“.

Das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut, PEI, veröffentlicht regelmäßig sogenannte Sicherheitsberichte zu den Covid-19-Vakzinen. Der jüngste stammt vom 7. Februar, er bezieht sich auf über 148 Millionen Impfungen im Zeitraum vom Start der Impfkampagne bis zum 31. Dezember 2021. Gemeldet wurden bis dahin rund 244.000 Verdachtsfälle einer Nebenwirkung. Das entspricht 1,64 Meldungen pro 1.000 Dosen. Betrachtet man nur die schwerwiegenden Reaktionen, liegt die Melderate bei 0,2 Verdachtsfällen pro 1.000 Impfdosen.

Als „schwerwiegend“ definiert das Arzneimittelgesetz Nebenwirkungen, die tödlich oder lebensbedrohend sind, eine stationäre Behandlung erfordern oder zu bleibenden Schäden führen. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind laut Infektionsschutzgesetz meldepflichtig, wenn sie „über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehen“.

Paul-Ehrlich-Institut veröffentlicht Bericht über Corona-Impfungen - Nebenwirkungen bei Jugendlichen:

Seit Mitte Dezember können nun bundesweit auch Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. Wie das PEI in dem Bericht erklärt, wurden in der Altersspanne der Kinder und Jugendlichen bislang rund 3.732 Nebenwirkungen nach einer Impfung gegen das Coronavirus gemeldet. Bei 3.227 dieser Meldungen seien demnach Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren betroffen gewesen. Am häufigsten wurden demnach über Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Fieber und Ermüdung berichtet. In acht Fällen seien Jugendliche im Rahmen von bis zu fünf Monaten nach der Impfung verstorben, hier könne jedoch ein Zusammenhang nicht zweifelsfrei bestätigt werden. So habe in einem Fall eine angeborene Herzrhythmusstörung vorgelegen, in einem weiteren Fall habe bei der jugendlichen Person eine besonders schwere, impfunabhängige Vorerkrankung des Herzens vorgelegen. In den weiteren Fällen sei ein Zusammenhang zwischen dem Todesfall und der Impfung ebenfalls nicht abschließend beurteilbar.

„Myokarditis ist eine relevante Nebenwirkung“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Thomas Voigtländer. Das dürfe aber kein Grund sein, sich gegen eine Covid-19-Impfung zu entscheiden: „Wer sich nicht gegen Covid-19 impfen lässt, geht ein weit höheres Risiko durch die Gefahren eines schweren Covid-19-Krankheitsverlaufs ein.“ Myokarditis oder Perikarditis als Impfreaktionen seien sehr selten. „Wir sprechen hier von knapp fünf Fällen bezogen auf 100 000 Impfungen.“ Sie verliefen zudem in der Regel mild und heilten in nahezu allen Fällen aus. 

Bei insgesamt zehn Jugendlichen sei nach der Impfung ein bleibender Impfschaden aufgetreten. Darunter zählt das PEI laut Bericht unter anderem eine Narbe, in fünf Fällen eine Diabetes-Erkrankung, ein Hodgin-Lymphom (das nicht zweifelsfrei als Folge der Impfung nachzuweisen ist), in einem Fall leide ein Jugendlicher seit der Impfung unter lang anhaltendem Durchfall, bei einer weiteren Person sei eine Myokarditis diagnostiziert worden (hierbei sei der Zusammenhang mit der Impfung möglich). Bei einer weiblichen Jugendlichen wurde eine Lungenembolie diagnostiziert.

In sechs Fällen dieser Altersgruppe wurde das Guillain-Barré-Syndroms nach der Impfung diagnostiziert. Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine sehr seltene Autoimmunerkrankung des Nervensystems. Die Melderate nach einer Impfung mit einem der beiden Vektorimpfstoffe lag laut Sicherheitsbericht im Dezember niedriger als eine Meldung pro 100.000 Impfdosen. 22 weitere Meldungen bezogen sich auf eine Gesichtslähmung. Wie das PEI in dem Bericht jedoch erklärt, liege die Melderate dieser beiden Krankheiten bei ungeimpften Jugendlichen in einem ähnlichen Rahmen.

Corona-Impfungen bei Kindern: Diese Nebenwirkungen wurden bei Fünf- bis Elfjährigen registriert

In der Altersspanne der fünf bis elf Jahre alten Kinder wurden dem PEI rund 505 Verdachtsfälle einer Nebenwirkung gemeldet, bei 103 Kindern davon habe es sich um Kinder jünger als fünf Jahre gehandelt. 20 von ihnen seien Säuglinge gewesen, die von geimpften Müttern gestillt worden waren. Alle 103 Impfreaktionen seien als nicht schwerwiegend eingestuft worden. Bei fünf Fällen sei entweder Diabetes, Fieber, Synkope, Erbrechen oder eine Immunthrombozytopenie festgestellt worden. Bleibende Schäden oder gar ein Todesfall seien in dieser Altersspanne nach einer Impfung gegen das Coronavirus nicht gemeldet worden.

Am Freitag entschied das Bundesverfassungsgericht über einen Eilantrag zur Corona-Impfpflicht für Pflege- und Klinikpersonal. Der Beschluss fiel mitten in eine große Debatte.

Auch interessant

Kommentare