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Corona-Lockerungen? Krankenhaus-Chef überrascht nun mit Omikron-Analyse: „Ohne Zweifel“

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Das deutsche Gesundheitssystem werde demnächst nicht überlastet sein, so ein Verband. Maßnahmen könnten also fallen. Aus den Schulen kommt Widerspruch – aus einem anderen Grund.

Berlin - In die Lockerungs-Debatte tritt jetzt auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ein. „Ich rechne aktuell für die kommenden Wochen nicht mehr mit einer Überlastung des deutschen Gesundheitswesens“ sagte DKG-Chef Gerald Gaß der Bild-Zeitung vom Mittwoch (8. Februar). Eine Entwarnung für die deutschen Kliniken angesichts der Omikron-Zahlen also.

In den vergangenen Wochen klang Gaß noch anders. Nun sagte er, die aktuellen Corona-Maßnahmen hätten „deutlich dazu beigetragen, dass die befürchtete Welle weniger hoch war als befürchtet“.

Gaß sprach sich dafür aus, die Corona-Regeln bis zum Omikron-Scheitelpunkt beizubehalten. Die Bundesregierung mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet diesen in ein bis zwei Wochen. Danach könnte sie Gaß zufolge „ohne Zweifel schrittweise Lockerungen für die kommenden Wochen ins Auge fassen“.

Corona: Maßnahmen in Deutschland lockern? Experten gespalten

Auch der Deutsche Hausärzteverband fordert einen konkreten Öffnungsplan. „Was nicht passieren darf, ist, dass hektisch uneinheitliche und nicht durchdachte Lockerungsmaßnahmen beschlossen werden“, sagte ihr Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt den RND-Zeitungen vom Mittwoch. Aktuell seien in den Praxen zwar mehr Corona-Patienten, aber die Verläufe seien deutlich milder.

Andere Experten halten eine Überlastung des Gesundheitssystems dagegen weiter für möglich. So hatte die Infektiologin Jana Schroeder (Stiftung Mathias-Spital, Rheine) kürzlich auf noch etwa drei Millionen ungeimpfte ältere Menschen verwiesen, die schwer erkranken könnten.

Lehrkräfte kritisieren Lockerungs-Debatte: „Vorteile für die Wirtschaft“

Politiker forderten, bei möglichen Lockerungen zuerst Kinder und Jugendlichen zu berücksichtigen - Lehrergewerkschaften mahnten jedoch zur Vorsicht. „Schulen sind keine Inseln, Infektionen werden in die Einrichtungen getragen und verbreiten sich auch hier“, sagte etwa GEW-Chefin Maike Finnern dem RND. „In anderen gesellschaftlichen Bereichen Schutzmaßnahmen zu lockern, bedeutet deshalb, sehenden Auges in Kauf zu nehmen, dass die Infektionszahlen an den Schulen weiter und weiter steigen - und immer mehr Einrichtungen schließen müssen.“

Zwar sei es richtig, dass ein Öffnungsplan gebraucht werde, wenn die Inzidenzwerte und Hospitalisierungsraten heruntergingen. Dafür sei es jetzt aber zu früh. „In den Schulen liegen die Werte teils weit über dem gesellschaftlichen Schnitt.“

Der VBE-Chef Udo Beckmann wurde gegenüber dem RND noch deutlicher. Die Lockerungs-Debatte erwecke den Eindruck, „dass die Politik bei ihren Überlegungen in erster Linie die Vorteile für die Wirtschaft im Blick hat und die möglichen Auswirkungen auf die Schulen keine wahrnehmbare Rolle spielen.“ (frs mit Material von dpa und AFP)

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