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Geimpft und zugleich genesen: Dauerhafte Immunität vor Corona? Experte mit konkreter Einschätzung

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Von: Anna Lorenz

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Immun gegen Corona? Im Interview erklärt der Infektiologe Dr. Christoph Spinner wieso selbst Personen, die geimpft und genesen sind, vor einer Reinfektion nicht sicher sein können.

München – Geimpft oder genesen, diese Zustände hinsichtlich des Coronavirus haben als 2G-Regelung lange das öffentliche Leben mitgeprägt. Personen, die beides erfüllen, also sowohl die Impfung gegen Covid-19 erhalten haben, als auch an Omikron und Co. erkrankt waren, nennt man nach erfolgreich überstandener Infektion Hybridgenesene. Doch sind diese Menschen wirklich gegen Corona immun?

Corona: Reinfektion bei Hybridgenesenen unwahrscheinlich – Infektiologe nennt Grund

Wie deutschlandfunk.de berichtet, sei mittlerweile festgestellt worden, dass die Gruppe der Hybridgenesenen einen deutlich erhöhten Schutz vor einer weiteren Infektion mit Corona entwickelt. „Hybridgenesene sind wahrscheinlich am besten geschützt“, bestätigt nun auch Dr. Christoph Spinner, Infektiologe am Klinikum Rechts der Isar in München, im Gespräch mit focus.de. Der 38-jährige Arzt aus Baden-Württemberg ist neben seiner Tätigkeit im Vorstand der Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG) seit 2021 BR-Experte rund um das Coronavirus. Auf die Frage, wieso Hybridgenesene sehr viel seltener nochmals an Corona erkranken, ist der Infektiologe, der das tägliche Pandemiegeschehen hautnah erlebt, daher mit möglichen Ursachen bestens vertraut.

„Jedes Training des Immunsystems sorgt auf unterschiedliche Art und Weise für eine Verbesserung des Schutzes. Die Antikörper, die gebildet werden, sind höher. Und auch deren Bindestärke ist höher.“ Demnach ist der, sowohl durch die Impfung, als auch durch die Ansteckung bewirkte Kontakt mit der Thematik „Corona“ dem Immunsystem der Hybridgenesenen gleich mehrfach bekannt und die entsprechenden Abwehrprogramme des Körpers aktiver. Anders verhält es sich daher mit Infizierten, die bis dato ungeimpft sind.

Hybridgenesene immun gegen Corona? Mediziner klärt auf

Bedeutet das nun etwa, dass Hybridgenesene vor einer Reinfektion mit dem Coronavirus weitestgehend sicher sind? Ernüchternde Berichte von swr.de belegen hierzu, dass es zwar für das Immunsystem keinen Unterschied mache, ob es die Antikörper infolge einer Infektion oder der Impfung bilde – jedoch sei mittlerweile anzunehmen, dass gerade ein milder Verlauf der Coronaerkrankung, wie er im Rahmen der Virusvariante Omikron oft vorkommt, nur eine geringfügige Reaktion des Immunsystems provoziere. Daher seien schützende Antikörper von niedrigerer Zahl – was eine Reinfektion wahrscheinlicher macht.

„Es handelt sich“, so auch Infektiologe Dr. Christoph Spinner vom Universitätsklinikum der TU München hinsichtlich des Coronavirus, „um eine Atemwegserkrankung, die leider nicht mit einer beständigen und robusten Schutzwirkung des Immunsystems einhergeht.“ Selbst Hybridgenesene könnten im Optimalfall auf nicht mehr als 80-90 Prozent hoffen. „Das bedeutet aber immer noch, dass ein bis zwei von zehn eine Reinfektion bekommen können“, so der Infektiologe im Focus-Interview. Eine Immunität gegen Covid-19 und damit eine vollständige Sicherheit vor einer Reinfektion mit Omikron und Co. sei daher nicht gegeben. Inwieweit im Krankheitsfall die Ernährung jedoch eine wichtige Rolle spielt, lesen Sie hier. (askl)

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