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Zweite Booster-Impfung mit Moderna und Biontech: Das empfiehlt die Stiko für die vierte Corona-Impfung

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Von: Martina Lippl

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Der Booster nach dem Booster: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine zweite Auffrischungsimpfung. Wer sich eine zweite Auffrischungsimpfung oder eine 4. Corona-Impfung holen sollte.

Berlin – Wer soll eine vierte Corona*-Impfung in Deutschland bekommen? Israel verabreicht schon länger eine zweite Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff. Für Deutschland legte die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Empfehlung für den Booster nach dem Booster vor. Besondere Personengruppen sollen demnach eine zweite Auffrischungsimpfung bekommen. Die Stiko empfiehlt dann, natürlich nach einer vollständigen Grundimmunisierung, eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff von Moderna oder Biontech/Pfizer.

Stiko empfiehlt 2. Auffrischungsimpfung mit mRNA-Impfstoff von Biontech und Moderna

Bei der vierten Impfung sei wichtig, Zeitabstände einzuhalten, betonte RKI-Chef Lothar Wieler auf einer Pressekonferenz am Freitag in Berlin. Frühestens drei Monate nach einer ersten Auffrischung sollen alle Menschen über 70 eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech* oder Moderna* erhalten. Einen größeren Abstand von sechs Monaten zwischen Booster und einer Auffrischungsimpfung empfiehlt die Stiko beispielsweise bei medizinischem Personal.

Zweiter Booster: Wer soll sich laut Stiko eine zweite Auffrischungsimpfung verabreichen lassen - und wann

3 Monate oder 6 Monate – warum macht die Stiko einen Unterschied bei der zweiten Auffrischungsimpfung?

Zwischen der 1. Auffrischungsimpfung und der 2. Auffrischungsimpfung sollen mindestens drei Monate liegen, so die Stiko. Doch für Menschen, die im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen arbeiten, empfiehlt die Stiko einen deutlich längeren Abstand von sechs Monaten. „Die Stiko geht davon aus, dass bei immungesunden Personen der Impfschutz nach der 1. Auffrischimpfung besser und ein längerer Impfabstand für den Langzeitschutz immunologisch günstiger ist“.

Stiko stellt klar, wer keine 2. Auffrischungsimpfung braucht

Ausnahmen sieht die Stiko allerdings auch vor. Wer trotz vollständiger Impfung und Booster eine Corona-Infektion überstanden hat, benötigt keine 2. Auffrischungsimpfung. „Bei Personen der o.g. Gruppen, die nach erfolgter COVID-19-Grundimmunisierung und 1. Auffrischimpfung eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, wird vorerst keine weitere Impfung mit den aktuell verfügbaren COVID-19-Impfstoffen empfohlen.“ Das ist in der aktualisierten Stiko-Empfehlung zur Covid-19-Impfung (Stand: 17. Februar 2022) zu lesen.

Zweiter Booster mit Biontech und Moderna sinnvoll?

Impfen ist ein Schlüssel für das Ende der Corona-Pandemie. In diesem Punkt sind sich Corona-Experten einig. Covid-19-Impfstoffe schützen vor schweren Krankheitsverläufen, können Einweisungen auf Intensivstationen verhindern. Einen 100-prozentigen Schutz vor einer Infektion bietet eine Impfung jedoch nicht. Der Booster ist nach Ansicht von Experten unverzichtbar. Der Booster-Schutz fällt nach derzeitigen Erkenntnissen nach ungefähr zehn Wochen ab. Ob eine zweite Auffrischungsimpfung das Immunsystem wieder auf Trab bringt?

Vierte Impfung mit Biontech - Erste Daten aus Israel liegen vor

Erste Daten aus Israel waren zunächst ernüchternd. Eine vierte Impfdosis mit Biontech/Pfizer erhöhte zwar den Anstieg der Antikörper, aber diese sinken schnell wieder ab. Die Wissenschaftler selbst hatten sich mehr erhofft. Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, kommentierte die als Preprint veröffentlichte Studie aus Israel (15. Februar) auf Twitter: „Wenig Nutzen zur aktuellen Zeit mit aktuellem Impfstoff!“ Die Daten aus Israel zeigten, dass die vierte Impfung wenig Einfluss auf die T-Zellen (einen Teil des erworbenen Immunsystems) hätten. Der Schutz vor einer symptomatischen Infektion nur 30 bis 40 Prozent ausmache. Immunologe Watzl ergänzte aber, dass die Ergebnisse nicht unbedingt auf Menschen über 70 Jahre übertragbar seien. Denn, die Daten seien bei Mitarbeitern im Gesundheitssektor im mittleren Alter von 50 bis 60 Jahren erhoben worden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) selbst grifft den Watzl-Tweet auf und äußerte offen Zweifel an der vierten Corona-Impfung. „Diese Daten aus Israel sprechen eher gegen 4. Impfung für alle.“

Vierte Corona-Impfung: So regelt es Schweden

Israel, Dänemark, Spanien und Schweden empfehlen bereits eine vierte Corona-Impfung für bestimmte Bevölkerungsgruppen. So empfiehlt Schweden seit dem 14. Februar eine vierte Corona-Impfung für alle über 80-Jährige. Alle Menschen, die in Pflegeheimen betreut werden oder sich in häuslicher Pflege befinden, sollen sich impfen lassen. Die Fähigkeit des Immunsystems, auf eine Impfung zu reagieren und einen dauerhaften Schutz zu gewährleisten, nehme mit dem Alter ab, erklärte Schwedens oberste Gesundheitsbehörde. Die vierte Impfung soll nach Empfehlung der Behörde frühestens vier Monate nach der dritten erfolgen. Für welche vier Gruppen die Stiko eine Empfehlung für die zweite Booster-Impfung ausgesprochen hat, weiß 24vita.de*.

Schweden wagt trotz niedriger Impfquote (74,6 Prozent) den Corona-Exit. In Schweden haben allerdings bereits mehr als 85 Prozent aller Einwohner über 80 Jahren eine dritte Corona-Impfdosis erhalten. In Dänemark liegt die Impfquote bei 80,9 Prozent. Die Infektionszahlen sinken. Ein Trend, der sich laut dem dänischen Statens Serum Institut (SSI) abzeichnet. Fast im ganzen Land sei ein deutlicher Rückgang der Infektionszahlen zu verzeichnen. Die Corona-Pandemie flaut ab, so das Fazit im aktuellen SSI-Bericht. (ml) *Merkur.de und 24vita.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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