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Maskenpflicht-Comeback im Pflegeheim? Lauterbach fordert: „Wir müssen jetzt handeln“

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Von: Yasina Hipp

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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach möchte den Corona-Schutz in Pflegeheimen wieder erhöhen. © picture alliance/dpa/Kay Nietfeld

Die Corona-Infektionszahlen steigen weiter an. Um besonders gefährdete Personen zu schützen, setzt sich der Bundesgesundheitsminister für die Wiedereinführung der Maskenpflicht in Pflegeheimen ein.

Berlin - Schien sich die Corona-Situation nach dem Höhepunkt der Omikron-Welle im März zunächst deutlich zu beruhigen, nehmen die gemeldeten Neuinfektionen nun täglich wieder zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt unaufhörlich an, heute liegt sie bei 646,3 neu gemeldeter Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage (Stand: 29. Juni), vor einer Woche betrug der Wert noch 488,7 (Stand: 22. Juni) und vor zwei Wochen 472,4 (Stand 15. Juni). Trotz der steigenden Zahlen, scheinen sich die Menschen an das Leben ohne Einschränkungen und ohne Maske tragen wieder schnell gewöhnt zu haben. Damit könnte nun aber bald schon wieder Schluss sein. Derzeit diskutieren Wissenschaftler und Politiker eine Rückkehr zur Maskenpflicht ab Herbst - zumindest in Innenräumen. Noch früher könnte es in Pflegeheimen dazu kommen. Dafür spricht sich jetzt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach aus.

Lauterbach fordert: „Wir müssen jetzt handeln.“

Das Tragen einer Maske solle schon jetzt, während der Sommerwelle, in den Einrichtungen wieder verpflichtend werden. Lauterbach appelliert deswegen an die Einrichtungshäuser nach Hausrecht das Tragen von FFP2-Masken für alle Besucher vorzusehen. Weiter betont der SPD-Politiker nach Gesprächen mit Anbietern in Berlin, dass Besucher zudem wieder getestet werden und stärker auf baldige zweite Booster-Impfungen hingewiesen werden sollten. „Wir müssen jetzt handeln“, sagt Lauterbach. Er warnte davor, bei den Schutzmaßnahmen auf das neue Infektionsschutzgesetz zu warten. Die aktuellen Regelungen laufen am 23. September aus, bis dahin muss eine Reform des Gesetzes her.

Lauterbach: Warten auf Omikron-Impfstoff wäre „fahrlässig“

Mit Blick auf die Impfquote in den Pflegeheimen gibt sich Lauterbach zudem besorgt. Nur 30 Prozent der Pflegebedürftigen hätten bislang ihre vierte Impfung erhalten. Diese vierte Impfung senke allerdings das Sterblichkeits-Risiko deutlich, so Lauterbach. Um die gefährdeten Personen nicht einer unnötigen Ansteckungsgefahr auszusetzen, wäre es dem Gesundheitsminister zufolge „fahrlässig“ mit dem vierten Piks auf erwartete Impfstoffe im Herbst zu warten, die an die Omikron-Variante angepasst seien.

Impfungen gegen das Coronavirus im Pflegeheim.
Bislang haben nur 30 Prozent der Pflegebedürftigen ihre insgesamt vierte Impfung erhalten. © picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow

Ab Herbst sind in den Einrichtungen weitere Regelungen vorgesehen, wie Lauterbach berichtet. So soll es in jeder Einrichtung Beauftragte für Hygieneregeln mit Tests und Masken sowie für den Fortgang von Impfungen geben. Medikamente, die Corona-Verläufe mildern, sollen häufiger eingesetzt werden.

Virologe Klaus Stöhr kritisierte Karl Lauterbach bereits und wirft ihm Panikmache vor.

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