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Beunruhigende Corona-Prognose: Lauterbach erwartet Impfdurchbrüche - und nennt Zeitpunkt

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Von: Michelle Brey

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Karl Lauterbach erwartet steigende Infektionszahlen bei Corona-Geimpften.
Karl Lauterbach erwartet steigende Infektionszahlen bei Corona-Geimpften. © Kay Nietfeld/dpa

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erwartet steigende Infektionszahlen unter Corona-Geimpften. Hintergrund sind Durchbruchinfektionen. Der Politiker erklärte die Gefahren.

Berlin / München - Das Infektionsgeschehen nimmt an Fahrt auf. Hintergrund ist die in Deutschland vorherrschende Corona-Variante Delta. Die vierte Virus-Welle hat begonnen, das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht mit. Am Freitag (20. August) meldete das RKI mehr als 9000 Neuinfektionen. Viele Menschen in Deutschland sind zwar vor schweren Verläufen durch die Impfungen geschützt. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach befürchtet jedoch, dass die Zahl der Coronavirus-Fälle unter den Geimpften steigen wird. Ursächlich seien sogenannte Durchbruchinfektionen.

Corona in Deutschland: Infektion trotz Covid-Impfung? Lauterbach mit beunruhigender Prognose

„Durchbruchinfektionen ereignen sich bei Personen, deren Corona-Impfung länger als sechs Monate zurückliegt“, sagte Lauterbach gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Freitag. „Wir werden also vermutlich bald mehr Fälle sehen, sobald die Impfung bei etlichen Geimpften in Deutschland mehr als ein halbes Jahr zurückliegt“, führte er aus. Ausgenommen davon sei keiner der Corona-Impfstoffe. Das Risiko eines Impfdurchbruchs steige nach sechs Monaten.

Corona-Impfung: Long-Covid nach Impfdurchbruch Lauterbach zufolge wahrscheinlich

Bei Durchbruchinfektionen sei eine Erkrankung dann jedoch nicht so gefährlich wie bei Ungeimpften. Allerdings zeigte sich der SPD-Politiker über mögliche Langzeitfolgen besorgt. Einer neuen Studie zufolge komme es „bei 19 Prozent der Menschen mit Impfdurchbrüchen zu einem Long-Covid-Problem.“ Des Weiteren seien diejenigen, die sich nach einem Impfdurchbruch infizierten, genauso ansteckend wie Ungeimpfte, wenn auch nicht so lange.

Lauterbach lobte in diesem Zusammenhang die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Auffrischungsimpfungen bei besonders alten Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Es sei „schlicht plausible, dass die Wahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung bei diesen Gruppen im Falle eines Impfdurchbruchs höher ist“, so Lauterbach.

Corona: Verlängerter Impfschutz durch Booster-Impfung - Spahn und Drosten uneins

Dem Experten zufolge gingen neue Studien zudem davon aus, dass die Wirkung der Impfstoff wesentlich verlängert wird nach einer dritten Injektion. „Der Schutz wird nicht dauerhaft sein, aber doch deutlich länger als ein halbes Jahr“, erklärte er gegenüber der Funke Mediengruppe.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwägt indes bereits die dritte Covid-Impfung für alle. „Eine Booster-Impfung ist von den Zulassungen gedeckt, sie verstärkt und verlängert den Impfschutz“, erklärte Jens Spahn gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). An diesem Punkt spalten sich die Meinungen jedoch. So hält Virologe Christian Drosten eine dritte Impfung nur für ältere Menschen und bestimmte Risikopatienten sinnvoll. „Die Schutzwirkungen der Corona-Vakzinen ist viel besser als beispielsweise bei den Influenza-Impfstoffen“, führte er gegenüber der Deutschen Presseagentur aus. Aus aktuellen Daten ging zuletzt hervor, dass jeder zehnte Covid-Patient in der Klinik geimpft ist. (mbr/dpa)

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