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Corona: Lauterbach mit Pandemie-Prognose – „Booster-Kampagnen würden helfen“, doch für wen sind sie gedacht?

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Von: Anna Lorenz

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Die Nachaufnahme zeigt Lauterbach. Er hält eine Hand wie zum Schutz nach vorne und hat einen erschrockenen Gesichtsausdruck, seine Lippen formen ein O.
Impf-Kampagne mit angepassten Vakzinen? Oder doch nicht mit dem Booster warten? Die Aussagen Karl Lauterbachs (SPD) sind gegenwärtig ein wenig konfus. (Archivbild) © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Corona und die Impfung – zu diesem Zusammenhang gibt Lauterbach derzeit Empfehlungen, die nicht stimmig scheinen. Welche Strategie ist für den Herbst die Richtige?

Berlin – Im Rahmen der Corona-Pandemie wirft der nahende Herbst die Frage auf, wie man dem drohenden Anstieg der Infektionszahlen am effektivsten begegnen kann. Das intendierte Infektionsschutzgesetz bringt bekannte Maßnahmen zurück: Dazu gehört weiterhin die Impfung. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) spricht sich klar für die Vakzine aus – nur wann für wen welches, diesbezüglich sind die Empfehlungen des SPD-Politikers etwas verworren.

Corona: Lauterbach zeichnet Covid-Perspektive und verweist auf „angepasste Impfstoffe“

„Hochstapler“, „Panik-Tier“, „Lobbyist“ – all das ist unter dem Tweet Lauterbachs zu lesen, in dem er warnt, die Corona-Pandemie sei noch nicht ausgestanden. Der Minister verwies dabei auf eine „Prognose“ von Tom Wenseleers von der belgischen Universität KU Leuven, „einem führenden Corona Varianten Modellierer“. Lauterbach zufolge gehe dieser „davon aus: In Asien könnte bald BA.2.75 dominieren, in EU/US BA.4.6.“

In Anbetracht dieser Aussichten statuiert Lauterbach, dass Booster-Kampagnen mit angepassten Impfstoffen hilfreich wären. Diese Vakzine sollen dem aktuellen Plan nach ab Herbst verfügbar. Doch der Empfehlung des Ministers wird großteils mit Unmut begegnet. Neben der allgemeinen Pandemie-Verdrossenheit der Bürger ist wiederkehrender Stein des Anstoßes Lauterbachs eigene Corona-Infektion.

Lauterbach: Wirbel um Corona-Infektion und widersprüchliche Booster-Empfehlungen des Ministers

Einerseits, so die Kritik, habe die Corona-Infektion Lauterbachs gezeigt, dass auch das Einhalten jeglicher Maßnahmen zur Verhinderung einer Erkrankung an Covid fruchtlos blieben. Andererseits befeuert der Wirbel, inwiefern der Minister die Isolationspflicht missachtet haben soll, die Diskussion um das weitere Procedere im Umgang mit der Pandemie.

Im Video: Verstoß gegen Quarantäneregeln? Lauterbach weist Vorwürfe zurück

Des Weiteren wirft der Post des Ministers die Frage auf, wie seine konkrete Impf-Empfehlung hinsichtlich eines Boosters denn nun lautet. Kürzliche Neuigkeiten eines Forscherteams, das den potenziellen Schlüssel zu einer Universalimpfung gegen jegliche Varianten des Coronavirus gefunden haben könnte, legen nahe, auf die Entwicklung eines solchen Vakzins zu warten. Auch die, für September angekündigten, angepassten Impfstoffe erscheinen vielen als Mittel der Wahl für einen Booster.

Wie Lauterbach mehrmals betonte, „sollten Ältere und Risikopatienten“ allerdings nicht „auf neue Impfstoffe“ spekulieren, sondern die bestehenden Möglichkeiten in Anspruch nehmen. Betrachtet man die voraussichtliche Empfehlung der Stiko, die wohl ebenfalls davon abrät, auf angepasste Vakzine zu warten, fällt auf: Die Kommission empfiehlt einen Booster grundsätzlich nicht für gesunde Menschen unter 60 Jahren, da eine weitere Auffrischung „nach derzeitigem Kenntnisstand“ keinen Nutzen in „nennenswert[em]“ Ausmaß bringen würde. Wer nun die genaue Zielgruppe der, von Lauterbach vorgesehenen Impf-Kampagne im Herbst sein und auf die angepassten Vakzine warten soll, ist somit nicht endgültig festzustellen. (askl)

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