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„Flammeninferno“ verhindern: Es brennt in Deutschland - teils auch der Zugverkehr betroffen

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Von: Naima Wolfsperger

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Waldbrand in Schierke
Dürre in Deutschland: Die anhaltende Trockenheit führt vielerorts zu Bränden. © Matthias Bein/dpa-Bildfunk

Die lang anhaltende Dürre in Europa macht Mensch und Natur zu schaffen. Immer mehr Brände verschärfen die Problematik. Die aktuelle Brandlage in Deutschland.

München - Die aktuelle Dürreperiode führt in ganz Europa zu schweren Schäden. Flüsse trocknen fast vollständig aus - wie etwa die Loire in Frankreich, Ernten sind gefährdet und nicht zuletzt: Es brennt. In Italien, in Frankreich, in Kroatien und auch in Deutschland. Und die Schäden ziehen immer weitere Kreise. Jetzt ist unter anderem der Bahnverkehr betroffen. Und das dürfte nicht das letzte Mal gewesen sein.

Böschungsbrände haben am Freitagmorgen zeitweise den Fernverkehr der Deutschen Bahn in Niedersachsen behindert. Die Verbindung zwischen Hannover und Magdeburg war am Freitagmorgen eingeschränkt, wie eine Bahnsprecherin mitteilte. Durch das Feuer zwischen Magdeburg und Helmstedt sei ein Kabel beschädigt worden. Eine knappe Stunde lang mussten die Fernzüge umgeleitet werden, bevor die Strecke wieder freigegeben wurde.

Bei Eschede (Landkreis Celle) hatte bereits am Donnerstagabend ein Böschungsbrand für Einschränkungen zwischen Hannover und Hamburg gesorgt. Nach Angaben der Deutschen Bahn musste die Strecke mehr als drei Stunden voll gesperrt bleiben - die betroffenen Fernverkehrszüge warteten an Bahnhöfen oder wurden umgeleitet. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) herrscht das gesamte Wochenende eine hohe Gefahr für Vegetations- und Waldbrände.

Brand im Nationalpark Harz: „Flammeninferno“ muss verhindert werden

Zu einem weiteren Brand war es am Donnerstag in Sachsen-Anhalt gekommen. Hier ist der Nationalpark Harz nahe Schierke betroffen. Der Brand konnte vorerst unter Kontrolle gebracht werden. Doch die Löscharbeiten sind nach wie vor erschwert. „Es gibt Bereiche, in die können wir fußläufig nicht rein“, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr Wernigerode, Marco Söchting, am Freitag. Die Einsatzkräfte müssten versuchen, das Feuer von einem sicheren Standpunkt aus zu löschen. „Wir haben dort sehr viel trockenes Gehölz, auch Totholz genannt, was über Nacht und auch gestern tagsüber bis in die Baumwipfel gebrannt hat“, führte Söchting aus. „Mit auffrischenden Winden brechen sie oben ab.“

Der Brand sei am Donnerstag als Kleinbrand gemeldet worden, habe sich aber durch Aufwinde schnell fortlaufend weiterbewegt, sagte Söchting. Bislang sei es den Kräften zumindest gelungen, den Brand in Schach zu halten. Es ist den Angaben zufolge eine Fläche von 13 Hektar betroffen.

Man habe die Situation des Waldbrandes in Sachsen vor Augen, sagte Landrat Thomas Balcerowski (CDU). Es gelte zu verhindern, dass auch unterirdische Brände weiter Nahrung finden. Ein ähnliches „Flammeninferno“ wie in Sachsen müsse in den nächsten Tagen verhindert werden.

Wald- und Flächenbrände im Raum Karlsruhe: Fremdeinwirkung möglich

Nach mehreren Wald- und Flächenbränden im Raum Karlsruhe schließt die Polizei Brandstiftung nicht aus. Zugleich betonte am Donnerstag eine Polizeisprecherin: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Eine Selbstentzündung sei weniger wahrscheinlich, aber Fahrlässigkeit - etwa durch weggeworfene Zigaretten - werde auch in Betracht gezogen.

Waldbrand im Taunus: Rauchwolke bis nach Frankfurt sichtbar

Ein Waldbrand im Taunus hat am Donnerstag bei mehreren Feuerwehren in der Region für einen größeren Einsatz gesorgt - die Rauchwolke war zeitweise bis nach Frankfurt hin sichtbar. Nachdem die Polizei am Vormittag zunächst von einem kleineren, unter Kontrolle gehaltenen Brand bei Königstein (Hochtaunuskreis) berichtet hatte, breitete sich dieser weiter aus. Am Abend konnte das Feuer gelöscht werden. Gegen 18.00 Uhr hieß es «Feuer aus», wie Kreisbrandmeister Norbert Fischer berichtete. Allerdings seien noch Nachlöscharbeiten nötig, um etwa Glutnester zu bekämpfen.

Betroffen von dem Waldbrand war demnach eine Fläche von etwa sechs Hektar. Zeitweilig seien bis zu 250 Feuerwehrleute vor Ort gewesen. Vier Einsatzkräfte wurden verletzt, zwei von ihnen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Sprecher der Feuerwehr in Königstein, Christoph Schwarzer, sprach von einem «massiven Einsatz».

Von den Ausmaßen her reicht der Brand nicht an andere größere Waldbrände in jüngster Zeit in anderen Teilen Deutschlands heran. Bei dem Brand im Grunewald in Berlin vor wenigen Tagen etwa standen knapp 50 Hektar in Flammen - also etwa 500 000 Quadratmeter. Bei den Waldbränden im hinteren Teil der Sächsischen Schweiz an der Grenze zu Tschechien waren allein auf sächsischer Seite 150 Hektar betroffen.

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