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Autofahrerin verursacht tödlichen Unfall, macht ein Foto und fährt dann einfach „zur Arbeit“

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Von: Anna Lorenz

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Aktuelle Ermittlungen gegen eine Autofahrerin aus Düsseldorf, derentwegen ein Kradfahrer ums Leben kam, rücken die Thematik „Unfallflucht“ ins gesellschaftliche Bewusstsein. Doch: Was genau ist das eigentlich?

Düsseldorf – Jeder kennt ihn, einen der bekanntesten Begriffe der deutschen Rechtsordnung rund um Auto, Straßenverkehr und Co.: die sogenannte Unfallflucht. Doch nicht wenige haben eine, unter Umständen folgeschwere Vorstellung davon, welches Verhalten bereits unter diesen Straftatbestand fällt. Aktuelle Ermittlungen gegen eine Autofahrerin im nordrhein-westfälischen Düsseldorf zeigen: Die Einschätzung, welche Gründe potenziell als Rechtfertigung dienen können, ist in manchem Falle tödlich.

Tödlicher Unfall in Düsseldorf: Verursacherin macht Foto und fährt weg

Wie die Düsseldorfer Polizei mitteilt, verursachte eine 40 Jahre alte Autofahrerin am Morgen des Donnerstags, 14. Juli 2022, einen schweren Unfall. Die Frau, die in Richtung der „Witzelstraße“ unterwegs war, wendete „Auf‘m Hennekamp“ ihren PKW der Polizei zufolge „offenkundig verbotswidrig“ kurz hinter einer Unterführung auf Höhe der „Redinghovenstraße“. Ein 60-jähriger Kradfahrer, der in entgegengesetzter Richtung „Auf‘m Hennekamp“ fuhr, stützte bei dem Versuch, dem Wagen auszuweichen, und wurde gegen einen Baumschutzbügel geschleudert. Daraufhin sei die Frau zunächst zwar zu dem Verletzten gegangen, habe den Unfallort dann jedoch verlassen, da sie „jetzt zur Arbeit“ müsse. Bild zufolge berichteten Zeugen des Geschehens, die Frau habe die Szenerie fotografiert, ehe sie weiterfuhr.

Der Rettungsdienst, den wohl andere Anwesende daraufhin verständigten, brachte den Mann in ein Krankenhaus, wo er wenig später verstarb. Die Polizei konnte die Frau anhand des, von Zeugen notierten Kennzeichens alsbald an ihrem Arbeitsplatz ermitteln. Führerschein und PKW der 40-Jährigen befinden sich aktuell in Polizeigewahrsam.

Unfallflucht: Weit verbreitete Fehler nach einer Kollision können Straftat begründen

Wie man sich im Un-Fall richtig verhält, darum ranken sich einige, teilweise verhängnisvolle Irrglauben. Egal, ob schwere Kollision oder minimaler Lackschaden: Wie obiges Video zeigt, kann schon ein kleiner Kratzer Betroffene in große Schwierigkeiten bringen, wenn sie die falschen Schritte wählen.

Paragraph 142 des Strafgesetzbuchs (StGB) regelt das unerlaubte Entfernen vom Unfallort – gemeinhin als Unfall- oder Fahrerflucht bezeichnet. Hierbei geht es dem Sinn nach darum, zu ahnden, dass ein, an einem Unfall Beteiligter seine Personalien nicht zur Verfügung stellt – was den anderen Parteien das Geltendmachen eventueller Ansprüche erschwert.

Faustregel ist also: Sind Sie, wie auch immer, in einen Unfall verwickelt, verlassen Sie sich bloß nicht auf den berühmten Zettel an der Windschutzscheibe! Dieser reicht nach gängiger Rechtsprechung nicht aus, um Sie vor einer Strafbarkeit nach Paragraph 142 StGB zu bewahren. Wenn die Gegenpartei nicht vor Ort ist, gehen Sie auf Nummer sicher und melden Sie den Unfall telefonisch der Polizei. Auch nach dem eigentlichen Unfall gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. (askl)

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