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Chaos an deutschen Flughäfen: „Passagiere sind verzweifelt und wütend“

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Von: Magdalena Fürthauer

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In NRW starten gerade die Sommerferien und der Andrang an den Flughäfen ist enorm. Neben stundenlangen Wartezeiten dürften manche nicht einmal ihr Gepäck bekommen.

Düsseldorf - Als erstes Bundesland startet Nordrhein-Westfalen in die Sommerferien. Wie befürchtet, brauchen Urlauber wieder einmal viel Zeit und starke Nerven: Am Samstag kam es auf den deutschen Flughäfen zu langen Warteschlangen. Entspannung ist wohl erst nach dem Wochenende in Sicht.

Flughafen-Chaos in ganz Deutschland: „Passagiere sind verzweifelt und wütend“

Vor allem am Düsseldorfer Flughafen soll enormer Andrang geherrscht haben, wie ein Sprecher bestätigt. Reisende berichten der dpa, dass sie bereits seit fünf Stunden dort warteten. Dabei seien sie extra frühzeitig angereist. Grund für die Verzögerungen dürfte eine Störung an der Gepäcktransportanlage gewesen sein, die offenbar bereits am Freitag für chaotische Zustände geherrscht hat. „Es ist nicht auszuschließen, dass heute Gepäck in Düsseldorf zurückbleiben wird“, so der Sprecher weiter. Die Airlines würden dieses schnellstmöglich nachschicken.

Lange Warteschlangen am Düsseldorfer Flughafen
Am Düsseldorfer Flughafen kam es am Samstag zu langen Wartezeiten. © IMAGO/Kirchner-Media/Christopher Neundorf

Auch kurzfristig gestrichene Flüge sorgten für Frust unter den Reisenden. Mehrere Airlines strichen in den vergangenen Tagen immer wieder zahlreiche Flüge, weil es wegen des Coronavirus zu erheblichen Personalausfällen komme. Am Düsseldorfer Airport fielen am Samstag bis zu Mittag neun Flüge aus - davon acht von Eurowings und Lufthansa. Insgesamt rechne man mit bis zu 200.000 Passagieren an diesem Wochenende in Düsseldorf.

Chaos an Flughäfen zu Ferienbeginn: Pilot muss offenbar selbst aufs Rollfeld

Ähnliche Szenen spielten sich auch am Köln/Bonner Flughafen ab. Die Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen würden dabei zwischen 60 und 90 Minuten betragen. Auch hier sei das Problem der krankheitsbedingte Personalausfall von mehr als hundert Mitarbeitern. „Das kann man dann nicht mehr kompensieren“, so der dortige Airport-Sprecher.

Auch andere Flughäfen hatten an diesem Wochenende zu kämpfen. So schildert ein Flugbegleiter der Rheinischen Post, dass gestrichene Flüge und schier endlose Warteschlangen überall zu Chaos führten. „Die Passagiere sind verzweifelt und wütend - und wir sind es auch“, so der Flugbegleiter.

Deutsche Flughäfen überlastet - Straßen noch vergleichsweise ruhig

Auf den Straßen hingegen war es am Samstag vergleichsweise ruhig. Da viele Menschen nach der coronabedingten Zwangspause wieder in den Urlaub fliegen, verliere das Auto im Vergleich zu den vergangenen beiden Corona-Jahren für die Anreise etwas an Bedeutung, so der ADAC. Anders war das jedoch Freitagnachmittag. Dabei staute es sich allein in NRW landesweit auf bis zu 200 Kilometer. Auch die Deutsche Bahn, bei der zumindest die Durchsagen in vollen Zügen für Verwirrung sorgen können, meldet an diesem Wochenende einen verstärkten Reiseverkehr.

Nach NRW gehen in der nächsten Woche die Küstenländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, am Mittwoch danach (6.7.) Hamburg, Berlin und Brandenburg in die Ferien. Als letzte sind wieder die südlichen Länder Baden-Württemberg und Bayern an der Reihe - Ende Juli beziehungsweise zum 1. August. (mef/dpa)

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