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Hitze-Bruch: Amtliche Warnung vor schweren Gewittern mit Sturmböen, Hagel und Starkregen

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Von: Momir Takac, Magdalena Fürthauer

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Nach einem Hitzetag in Deutschland sind schwere Gewitter im Anmarsch. Vorsicht! Lokal droht Unwetter. Der DWD warnt vor Hagel, Starkregen und orkanartigen Sturmböen. Der Wetter-Ticker.

Update vom 25. Juli, 14.03 Uhr: Tief Daniela zieht mit einer kräftigen Kaltfront auf. Der DWD warnt am Montag vor schweren Gewittern mit schweren Sturmböen bis 100 km/h. Lokal auch vor orkanartigen Böen um 110 km/h. Zudem kann es Starkregen mit 20 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit und zwei Zentimeter großen Hagel geben. Die Gewitter machen erstmal Schluss mit der Hitze von bis zu 36 Grad.

Gewitter-Lage in Deutschland: DWD warnt lokal vor orkanartigen Böen, Starkregen und Hagel

Das Gewitterrisiko nimmt am Montagnachmittag und Abend zu. In den kommenden Stunden wird es turbulent. Von Nordwesten prallt eine Kaltfront auf heiße Luftmassen. An der Luftmassengrenze können sich örtlich kräftige Gewitter bilden. Sturmböen bis orkanartige Böen schließt der DWD nicht aus. Die Gewitter-Linie zieht sich über das Rheinland, Brandenburg bis nach Vorpommern.

Besonders im Osten und Nordosten rechnet der DWD lokal mit schweren Gewittern. Auch am östlichen Alpenrand droht Starkregen. Örtlich können bis zu 25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit herunterkommen. Die Gewitter ziehen in der Nacht nach Osten ab. Dahinter beruhigt sich dann die Wetterlage.

Deutschland Wetter: DWD warnt vor Gewittern mit Sturmböen, Hagel und Starkregen

Bayern, Passau: Heftige Blitze am Himmel über Passau, Hitzegewitter, Sommergewitter
Der DWD warnt vor lokal schweren Gewittern (im Foto ein Blitz über dem Himmel von Passau) in Deutschland. © Dominik Kindermann/imago

Update vom 23. Juli, 19.30 Uhr: Über dem Süden und Südosten Deutschlands liegt feucht-warme Luft, zum Sonntag setzt sich der Hochdruckeinfluss dann landesweit durch, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstagnachmittag vorhersagt. Am Sonntag kann es dann zu teils kräftigen Schauern und Gewittern kommen.

Im Süden und im östlichen Bergland ist lokaler Starkregen mit 15 Litern Niederschlag pro Quadratmeter binnen kurzer Zeit möglich, ebenso sagt der DWD kleinkörnigen Hagel und stürmische Böen vorher. Unwetter durch heftigen Starkregen bis 30 l/qm in kurzer Zeit und größeren Hagel schließen die Wetterexperten nicht aus. Die Unwetter klingen dann jedoch rasch ab. In der Nacht zum Sonntag kommt es im Südosten von Deutschland zu letzten Gewittern, teils noch mit Starkregen.

Wetter in Deutschland: DWD sagt für Montag bis zu 36 Grad vorher

Update vom 22. Juli, 18.42 Uhr: Das Wochenende wird warm. Zwar sind für Samstag etwas kühlere Temperaturen vorhergesagt, doch am Sonntag ist mit bis zu 33 Grad wieder Schwitzen angesagt. Der Beginn der kommenden Woche könnte sogar noch heißer werden: Für Montag sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) bis zu 36 Grad voraus.

Von der Nordsee ziehen zu Beginn der kommenden Woche dann allerdings auch Schauer und Gewitter heran. Die breiten sich südostwärts aus, sodass sich der Osten Deutschlands laut DWD weiterhin auf einen sonnigen und trockenen Wochenbeginn einstellen kann. Im Nordwesten werden es 22 bis 28 Grad, ansonsten erreichen die Temperaturen in Deutschland etwa 30 bis 36 Grad. Anschließend sei eine Kaltfront in Sicht, die der Hitze erst einmal ein Ende setze, so der DWD weiter.

Wetter in Deutschland: 26 bis 33 Grad am Freitag

Update vom 22. Juli, 10 Uhr: Temperaturen zwischen 26 und 33 Grad - damit rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für den Freitag. Im Norden könne es zu frischeren 20 bis 26 Grad kommen. Im Süden sind 35 Grad möglich. In Bayern soll das Gewitterrisiko an den Alpen steigen, teilte der DWD mit. Starkregen, Hagel und Sturmböen bis zu 80 Stundenkilometer seien hierbei möglich. In der Nacht von Freitag auf Samstag seien Gewitter auch in anderen Regionen Bayern wahrscheinlich.

Für Regionen um Freiburg und Konstanz warnt der DWD vor Hitze. Am Freitag werde mit einer starken Wärmebelastung gerechnet. Es sei der vierte Tage der Warnsituation in Folge.

Hitze in Deutschland: DWD-Waldbrandgefahrenindex - gebietsweise sehr hohe Gefahr

Auch die Waldbrandgefahr ist in Deutschland weiterhin hoch, die Luft allgemein eher trocken. Besonders im Süden und Osten zeigt der Waldbrandgefahrenindex des DWD gebietsweise die dritte und vierte Stufe an. Für Montag (25. Juli) wird auf entsprechenden Karten gebietsweise die fünfte Stufe angezeigt.

Der Index, das „das meteorologische Potential für die Gefährdung durch Waldbrand“ beschreibt, hat insgesamt fünf Stufen. Stufe eins beschreibt eine sehr geringe Gefahr, Stufe fünf eine sehr hohe Gefahr.

Wetter in Deutschland: Nächste Hitze am Wochenende

Update vom 21. Juli, 22.16 Uhr: Nachdem, wie das folgende Video zeigt, der Donnerstag, 21. Juli, in weiten Teilen Deutschlands für ein wenig Abkühlung gesorgt hat, steht die Hitze schon wieder vor der Türe. Die Wetterprognose des DWD zum Wochenendbeginn im Überblick:

Am Freitag zeigt sich der Himmel nördlich einer Linie von Eifel bis Oderbruch wechselnd bis stark bewölkt. Dabei kann es vor allem in der ersten Tageshälfte im Norden und Nordosten, zum Teil aber auch in der Mitte noch etwas Regen oder schwache Schauer geben. Weiter südlich ist es dagegen heiter bis wolkig, im Süden öfter sonnig und trocken. Im Westen, sowie an den Alpen, können gegen Abend vereinzelte Schauer oder Gewitter auftreten. In der Nacht zum Freitag sind in Mecklenburg-Vorpommern noch längere Zeit gewittriger Starkregen möglich. Die Temperaturen erreichen im Norden frischere 20 und 26 Grad Celsius, dabei bleibt es an der Nordsee teils noch etwas kühler. Ansonsten werden laut den Prognosen 26 bis 33 Grad Celsius, im Süden sogar 35 Grad Celsius erreicht.

In der Nacht zum Samstag zieht ein weiterer Tiefausläufer von West nach Ost über das Land hinweg. Insbesondere in der Mitte und im Süden kann es dann wieder Schauer und Gewitter geben. „Die Niederschläge ziehen am Samstag aber recht zügig nach Osten ab, so dass der vielfach herrschenden Trockenheit wohl kaum ein Abbruch getan wird“, so DWD-Experte Leyser. Tagsüber ist es im Osten und Südosten zunächst wechselnd bis stark bewölkt mit teils kräftigen Schauern und Gewittern, die gegen Nachmittag nach Osten abziehen. Ansonsten ist es heiter bis wolkig, im Norden teils stark bewölkt, aber zumeist trocken. Die Höchstwerte liegen im Norden bei 20 bis 25 Grad Celsius und im Rest des Landes bei 26 bis 31 Grad Celsius, mit den höchsten Werten im Südwesten.

Am Sonntag und Montag bringt ein Hochdruckeinfluss zunächst wieder viel Sonnenschein. „Zudem schaufelt ein kräftiges Tief über Westeuropa heiße Luft wieder weit nach Norden, so dass das Knacken der 30-Grad-Marke in den meisten Regionen ein leichtes sein sollte“, erklärte der Meteorologe. Im Süden und Südwesten sind sogar in der Spitze wieder Werte von über 35 Grad Celsius möglich, es werde hochsommerlich warm bis heiß.

Erst Hitze, dann Blitze: „Heißester Tag des Jahres 2022“ zieht Millionenschäden nach sich

Update vom 21. Juli, 21.15 Uhr: Nach dem bisher heißesten Tag des Jahres mit vielerorts um die 40 Grad Celsius hat es im Laufe des Donnerstags, 21. Juli, in einigen Regionen merklich abgekühlt. In der Nacht gab es, vor allem im Süden und Westen Deutschlands, auch Gewitter und teilweise heftigen Unwetter. Die, sich nach der Hitze des Tages entladende Wetterlage bewirkte durch Blitzeinschläge allerdings einigen Schaden.

So schlug unter anderem am Mittwochabend in Bönnigheim (Kreis Ludwigsburg) ein Blitz in das Dach eines Mehrfamilienhauses ein, wodurch in einer Wohnung ein Klimagerät von der Wand fiel, Lichtschalter und die Abdeckungen von Steckdosen teilweise aus den Wänden gesprengt wurden. Die Bewohner, eine 86-jährige Frau und ein 72-jähriger Mann, wurden wegen mutmaßlicher Knalltraumata ins Krankenhaus verbracht. Im ganzen Haus wurden eingesteckte Elektrogeräte zerstört. Vom Dach herabfallende Ziegel beschädigten zudem drei vor dem Haus stehende Autos. Der Sachschaden wird auf mindestens 50.000 Euro geschätzt.

In Ludwigsburg selbst bewirkte ein Blitzeinschlag einen Brand in einer Zwischendecke. Die 47-jährige Bewohnerin verständigte die Rettungskräfte und konnte mit ihren drei Kindern im Alter zwischen 6 und 14 Jahren unverletzt das Haus verlassen. Das Haus war zunächst unbewohnbar. Auch im Allgäu verursachte ein Blitzeinschlag Schäden in Höhe von geschätzt 1,5 Millionen Euro. Der Blitz setzte Mittwochabend ein Wohnhaus in Brand, das kurz darauf samt angebautem Stall in voller Ausdehnung brannte, wie die Polizei mitteilte. Verletzt wurde niemand.

Doch nicht so heiß? DWD korrigiert Temperaturrekord für bisher „heißesten Tag des Jahres 2022“

Update vom 21. Juli, 19.15 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seinen, am Mittwoch (20. Juli) gemessenen Hitzerekordwert für dieses Jahr nachträglich korrigiert: Die bisher höchste Temperatur sei nicht, wie zunächst berichtet, in Baden-Württemberg gemessen worden, sondern mit 40,1 Grad Celsius an der Messstelle Hamburg-Neuwiedenthal, da sich der zunächst gemeldete, vorläufige Höchstwert von 40,3 Grad Celsius aus Bad Mergentheim nicht bestätigt habe. Grund sei, „dass die Temperaturdaten des Messfelds aufgrund benachbarter Gebäude sowie des Vegetationsbewuchses in der direkten Umgebung bei windschwachen Wetterlagen wie in den letzten Tagen nur für eine sehr lokale Umgebung repräsentativ sind“, erklärte der DWD.

Einen weiteren Tagesrekord-Versuch könnte es für Baden-Württemberg nach Auskunft des DWD allerdings schon am Wochenende und zu Beginn der nächsten Woche geben. Im Süden und Südwesten seien in der Spitze Werte von über 35 Grad Celsius möglich. „Nach zwei historisch heißen Hitzetagen mit Spitzenwerten von örtlich über 40 Grad Celsius sorgen Schauer und Gewitter nun zumindest zeitweise für etwas Abkühlung, wobei „Abkühlung“ relativ zu sehen ist. Vor allem im Süden bleibt es durchweg hochsommerlich warm bis heiß“, sagte ein DWD-Sprecher.

Hitze in Deutschland: DWD gibt Unwetter- und Hitze-Warnungen heraus

Update vom 21. Juli, 11.10 Uhr: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hatte Tief „Carolin“ vor allem dem Westen und Südwesten Deutschlands Gewitter beschert. Die Unwetter dürften sich laut dem Meteorologen Paul Heger im Laufe des Tages weiter verlagern. „Am Donnerstag dreht das Gewittertief über dem Nordwesten seine Kreise“, wird Heger auf wetter.de zitiert.

Wettermodellen zufolge könnten „im Kerngebiet im Bereich NRW bis ins westliche Niedersachsen“ bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Heger sprach von einer „besorgniserregenden“ Entwicklung. Weil es binnen kurzer Zeit viel Niederschlag auf ausgetrocknete Böden gibt, steigt die Gefahr von Überflutungen.

Unterdessen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Donnerstag amtliche Hitze- und Unwetter-Warnungen herausgegeben. Laut DWD gilt im Osten für einen Streifen von Greifswald bis runter nach Dresden eine Hitzewarnung. Weil es in der Nacht nicht richtig abkühlte, sei auch in Berlin mit einer zusätzlichen Wärmebelastung zu rechnen. Das Gleiche gilt für den Südwesten im Raum Offenburg, Freiburg, Lörrach, Waldshut und Konstanz.

Von Südwesten ziehen neue Gewitter auf. Der DWD warnt vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis 70 km/h sowie Starkregen mit Niederschlagsmengen um 20 l/m² pro Stunde. Auch Hagel kann dabei sein. Starke Gewitter könnte es in Ostbayern im Raum Cham/Weiden/Schwandorf geben.

Amtliche Warnungen vor starken Gewittern gibt es auch um Northeim in Niedersachsen sowie in Nordrhein-Westfalen. Hier könnte es den Raum Lippstadt/Gütersloh/Warendorf treffen. Auch um Olpe und Siegen könnte es heftig krachen.

Nach der Hitze folgen in Deutschland Unwetter: Ein Mann stirbt auf Autobahn

Update vom 21. Juli, 09.29 Uhr: Auf den bislang heißesten Tag des Jahres - an gleich vier Messstationen in Deutschland stieg das Thermometer am Mittwoch auf mehr als 40 Grad Celsius - folgten in der Nacht auf Donnerstag vor allem im Süden und Westen teils heftige Gewitter und Unwetter. Im Kraichgau (Baden-Württemberg) starb sogar ein Mensch.

Auf der A6 krachte in Richtung Nürnberg ein Autofahrer wegen Aquaplanings in die Mittelleitplanke. Nachdem er kurz hinter Bad Rappenau ausgestiegen war, um ein Warndreieck aufzustellen, wurde er von einem nachfolgenden Fahrzeug erfasst. Auch dieses Auto war ins Schleudern gekommen. Der 58-Jährige starb noch an der Unfallstelle.

Ebenfalls in Baden-Württemberg setzte im Allgäu ein Blitzeinschlag ein Haus in Brand. Der Schaden an dem Gebäude beläuft sich auf geschätzt 1,5 Millionen Euro.

Während es am Donnerstag nach der Hitze in Deutschland etwas abkühlt, kehren die hohen Temperaturen bald zurück. So richtig raus aus der Hitze sei Deutschland nicht, sagte ein Experte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit Blick auf die kommenden Tage. Schon am Wochenende und zu Beginn der nächsten Woche könne es wieder heißer werden.

Hitze in Deutschland: Der Mittwoch im Überblick

Update vom 20. Juli, 22.30 Uhr: Der Mittwoch, 20. Juli 2022, im Überblick: Trotz des prognostizierten, nächtlichen Regens bleibe es insgesamt viel zu trocken, so der DWD. Neben dem Brechen diverser Hitze-Rekorde kam es am im Laufe des Tages in mehreren Teilen Deutschlands zu Waldbränden; in der Nähe von Sundern im Sauerland etwa brannte eine Fläche von mehr als 30.000 Quadratmetern. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) warnte in Anbetracht der Trockenheit, „dass in Wald und Flur schon der kleinste Funke zu einem Brand mit möglicherweise verheerenden Folgen führen kann“.

Eine Anschaffung von Löschflugzeuge sei jedoch nicht geplant, erklärte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf Anfrage der dpa und verwies auf die Zuständigkeit von Ländern und Kommunen für den Katastrophen- und Brandschutz. Der Bund könne mit seinen Ressourcen lediglich im Wege der Amtshilfe, wo die Einsatzkräfte der Länder und Kommunen nicht ausreichten, zeitlich begrenzt unterstützen – etwa mit Hubschraubern von Bundespolizei und Bundeswehr.

Letztere richtete derweil für 400 Soldatinnen und Soldaten im Berliner Bendlerblock die Zeremonie aus, im Zuge derer diese gelobten, sich „auf die Werte des Grundgesetzes, auf die Demokratie und auf das treue Dienen“, so Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD), zu verpflichten. Allerdings erlitten 28 Rekruten während der Veranstaltung Kreislaufprobleme, wie das Verteidigungsministerium am Abend auf Twitter schrieb. „Alle Betroffenen sind inzwischen wieder im Kreise ihrer Angehörigen - darüber sind wir sehr froh!“ Die Soldaten seien sofort vor Ort behandelt worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Drei von ihnen seien zudem vorsorglich zur Behandlung ins Bundeswehr-Krankenhaus gebracht worden.

Extrem-Temperaturen in der Bundesrepublik: Experten fordern Hitzeschutzpläne für deutsche Städte

Update vom 20. Juli, 21.36 Uhr: In Anbetracht der derzeitigen Wetterlage drängen sich auch in der politischen Diskussion die potenzielle Gefahren durch anhaltende Hitze in den Mittelpunkt. Derzeit im Fokus steht die Frage: Braucht es einen Hitzeschutzplan? „Nationale Vorgaben können helfen, dass wir ein bisschen Tempo in die Entwicklung bekommen“, sagte die Vorsitzende des Ärzteverbands Marburger Bund, Susanne Johna, am Mittwoch, 22. Juli 2022, dem Deutschlandfunk. Dabei gehe es nicht darum, den Kommunen Dinge vorzuschreiben. Vielmehr sollten die Gemeinden aus bundesweiten Vorgaben eigene Pläne entwickeln können.

Man müsse „auch städteübergreifend denken“, so Johna, die für eine Vermehrung der Begrünung von Städten plädierte. Diese Forderung korreliert mit der Expertise von ARD-Meteorologe Sven Plöger, der gegenüber der Rheinischen Post erklärte, Städte in sommerlichen Hitzelagen wiesen oft neun Grad Celsius mehr an Durchschnittstemperatur auf als die ländliche Umgebung. „Wir brauchen mehr Grün und Blau in den Städten, also mehr Pflanzen und Wasser, um mehr Verdunstungskälte zu schaffen“, so der Wettermann. Auch die zunehmende Versiegelung der Böden begünstige die „unglaubliche Überhitzung“.

Der Deutsche Städtetag steht Maßnahmen zum Hitzeschutz, wie sie auch der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zuletzt gefordert hatte, grundsätzlich bejahend gegenüber; einige Kommunen hätten bereits Hitzeaktionspläne veröffentlicht, andere bereiteten diese vor, sagte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Verena Göppert der Rheinischen Post. Der Hitzeschutz, etwa durch mehr schattenspendende Bäume, sei aber auch teuer, weshalb der Städtetag feste Budgets für Kommunen auf die Dauer von mindestens zehn Jahren fordere.

Hitze in Deutschland: Wärmegewitter schließen den Rekord-Tag – einer der heißesten der Geschichte

Update vom 20. Juli, 20.15 Uhr: Die Hitze am Mittwoch, 20. Juli 2022, überschritt nach vorläufigen Angaben in sechs Bundesländern die bisher höchsten Temperaturwerte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dem Deutschen Wetterdienst (DWD), der eine Reihe von Hitze-Rekorden vermeldete, zufolge war es damit der bis dato heißeste Tag des Jahres 2022 und einer der heißesten überhaupt. DWD-Sprecher Andreas Friedrich betonte am Dienstagabend im Gespräch mit dpa, dass die Werte vorläufig seien. Am Abend würden die Zahlen nicht mehr aktualisiert, man prüfe sie in den kommenden Tagen und werde gegebenenfalls nach einigen Tagen Präzisierungen vornehmen. Hier die (vorläufigen) neuen Hitze-Rekorde für Deutschland im Überblick:

 

Damit wurden in Deutschland außerdem erst zum zehnten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen an einem Tag Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius gemessen - zuletzt war dies am 25. Juli 2019 der Fall, damals allerdings an allen 22 DWD-Wetterstationen. Der 25. Juli 2019 bleibt auch der deutschlandweite Hitzerekordtag: Denn laut DWD wurden damals an den nordrhein-westfälischen Stationen in Duisburg und Tönisvorst am Niederrhein bei Krefeld 41,2 Grad Celsius gemessen.

Hitze in Deutschland: Extrem-Wetter knackt dutzende Rekorde –Abends kracht es mit Blitz und Donner

Update vom 20. Juli, 18.45 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für Mittwochabend vor örtlich heftigen Gewittern mit Starkregen in Baden-Württemberg. Die Gewitterfront ziehe vom Südwesten in den Nordosten, sagte ein Sprecher. Es sei an manchen Orten mit vielen Blitzen und 60 Litern Regen pro Stunde und Quadratmeter zu rechnen. Es könnten auch Hagelkörner mit einer Größe von bis zu drei Zentimetern fallen.

Ebenso seien Sturmböen mit einem Tempo von 100 Kilometern pro Stunde möglich. Am späten Nachmittag habe es bereits an der Donau zwischen Sigmaringen und Riedlingen ein schweres Gewitter gegeben. Des weiteren warnt der DWD bereits vorsorglich vor einzelnen, schweren Gewitter mit Starkregen und Hagel im Süden, sowie ab dem Abend im Westen und Nordwesten. Verbreitet hält aber auch die starke Wärmebelastung an.

Extrem-Wetter: Erst Glut-Hitze, dann Starkregen mit Hagel – Bundesländer brechen Hitze-Rekorde

Update vom 20. Juli, 17.01 Uhr: In mehreren Bundesländern sind am Mittwoch die dort höchsten Temperaturwerte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen worden. Spitzenreiter war um 15.30 Uhr Bad Mergentheim-Neunkirchen mit 40,3 Grad, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) berichtete. Damit wurde auch der bisherige Rekord für Baden-Württemberg von 40.2 Grad in Freiburg im August 2003 eingestellt.

Damit wurde in Deutschland außerdem zum zehnten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen eine Temperatur von mehr als 40 Grad gemessen - zuletzt war dies 2019 der Fall.

Die vorläufig höchsten Landeswerte betrugen um 15.20 Uhr 39,8 Grad im niedersächsischen Uelzen und ebenfalls 39,8 Grad in Huy-Pabstorf in Sachsen-Anhalt - für beide Länder waren das Hitzerekorde. „Die Werte könnten aber bis zum Abend noch durchbrochen werden“, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. Denn noch immer stiegen die Temperaturen. Es sei auch gut möglich, dass auch an anderen Wetterstationen die 40 Grad-Marke noch erreicht werde.

Vorläufige Landesrekorde wurden auch mit 39,7 Grad in Hamburg Neuwiedenthal sowie mit 38,4 Grad in Krambek in Schleswig-Holstein verzeichnet. Die endgültigen Rekordwerte des Tages dürften erst nach 20 Uhr feststehen, hieß es.

Kassenärztechef Gassen geht von vielen Hitze-Toten in Deutschland aus

Update vom 20. Juli, 15.40 Uhr: Während in ganz Europa Ausnahmesituation aufgrund der Wetterlage herrscht, befürchtet auch der Verband der Kassenärzte in Deutschland zahlreiche Hitzetote. „Man muss davon ausgehen, dass nicht nur in Südeuropa, sondern auch bei uns in diesem Sommer wieder sehr viele Menschen der Hitze erliegen“, so deren Vorstandschef, Andreas Gassen, gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (Donnerstagsausgabe). Er fordert Kampagnen mit konkreten Tipps etwa vor Nachrichtensendungen zur Aufklärung besonders hitzegefährdeter Menschen.

„Schon 2020 hatten wir im heißen August mehrere Tausend Hitzetote zusätzlich. Das werden wohl leider regelmäßige Wellen, wenn die Temperaturen zukünftig über mehrere Tage so hoch gehen wie gerade“, meint der Verbandschef weiter. In einer solchen Situation würden „praktische Empfehlungen“ mehr helfen als Rufe nach einem „Hitzeschild vom Bund“.

Update vom 20. Juli, 13.20 Uhr: Die extreme Hitze in Deutschland mündet laut DWD langsam aber sicher in einer extremen Unwetterlage. Von Frankreich und der Schweiz kämen „übergreifende kräftige Gewitter“.

Unwetter-Alarm in Deutschland: Nach der Glut-Hitze kommen heftige Gewitter

Gerade der Westen und Südwesten, in dem es heute etwas weniger heiß werden soll als gestern, sei demnach betroffen. Gewitter mit Starkregen, schwere Sturmböen mit bis zu 100 km/h und „größerer Hagel“ seien zu erwarten.

Insbesondere der Süden Baden-Württembergs sei von der Wetterlage heute betroffen. Dabei seien bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit zu erwarten. In der Nacht zu Donnerstag breiten sich die Gewitter nach Nordosten aus, so der DWD weiter. Der Schwerpunkt der Unwetter verlagere sich dann nach Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Nordhessen. Dort sei mehrstündiger Starkregen mit bis zu 60 Liter pro Quadratmeter möglich. Insgesamt nähmen die Unwetter, aber auch die extreme Hitze am Donnerstag ab.

Nach Waldbränden und Verletzten: Hitze erreicht den Osten - sogar Gefängnisse reagieren

Erstmeldung vom 20. Juli: München - Eine enorme Hitzewelle walzt derzeit über ganz Deutschland. Manche Gebiete sind so stark betroffen, dass Mediziner mittlerweile sogar einen „nationalen Schutzplan“ fordern. Während es bereits mehrere Verletzte durch Waldbrände gibt, soll nun die Hitze in den Osten des Landes weiterziehen.

Deutschland-Wetter: Hitze erreicht den Osten

Am Dienstag wurde in Nordrhein-Westfalen die 40-Grad-Marke geknackt, und zwar in Emsdetten. Auch sonst waren die Wetterextreme überwiegend in NRW zu finden. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet, zieht die Hitze heute weiter Richtung Osten und könnte ebenso 40 Grad Celsius mit sich bringen.

Die Wetterlage laut DWD am Mittwoch in Deutschland:

Entspannung sei erst Ende der Woche in Sicht, einzelne Gewitter seien jedoch möglich. Langsam zieht das Hitze-Hoch dabei laut DWD Richtung Balkan ab.

Waldbrände nach Hitze in Deutschland: Extreme Wetterlage fordert mehrere Verletzte

Die starke Hitze macht sich insbesondere in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen durch Waldbrände bemerkbar, wie es auch im Rest Europas der Fall ist. Wie Polizei und Feuerwehr am Mittwoch mitteilen, mussten einige Verletzte bei Löscheinsätzen in Krankenhäuser gebracht werden. Lebensgefahr bestehe jedoch bei keinem.

So habe ein Feldbrand nahe Alsdorf bei Aachen auf ein Gehöft übergegriffen. Bei diesem Einsatz seien sieben Menschen zumeist leicht verletzt worden, zwei Feuerwehrleute seien ins Krankenhaus gekommen. Auch im baden-württembergischen Kronau hat nach Angaben der dortigen Feuerwehr beim Brand eines Feldes ein Feuerwehrmann eine Rauchgasvergiftung erlitten. Ebenso wie an anderen Orten sei der starke Wind das Hauptproblem gewesen, wodurch die Flammen nur noch weiter aufgepeitscht worden seien, so ein Feuerwehrsprecher.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat am Mittwoch daher erneut vor der Gefahr von Waldbränden gewarnt. Hitze und extremes Wetter in ganz Deutschland seien die Auslöser. „Bitte beachten Sie auch weiterhin, dass in Wald und Flur schon der kleinste Funke zu einem Brand mit möglicherweise verheerenden Folgen führen kann“, so Strobl.

Hitze zwingt zu Maßnahmen: Gefängnisse reagieren auf Deutschland-Wetter

Die enorme Hitze hat auch die Gefängnisse Berlins zu einer Reaktion gezwungen. Wie die Senatsjustizverwaltung am Mittwoch mitteilt, böten die Einrichtungen mehr Getränke, flexiblere Duschmöglichkeiten und gelockerte Verschlusszeiten für die Haftzellen. Auch zusätzliche Getränkepulver stünden für die Häftlinge bereit.

Herrschten über einen längeren Zeitraum Temperaturen über 30 Grad Celsius, gebe es außerdem wöchentlich ein zusätzliches nährstoffhaltiges Getränk wie etwa Ayran, so ein Behördensprecher. Auch die Diensträume würden mit zusätzlichen Jalousien ausgestattet werden, heißt es. (mef/afp/dpa).

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