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Nosferatu-Spinne: Ist die neue Riesenspinne gefährlich?

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Von: Martina Lippl

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Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) ist eigentlich im Mittelmeerraum zu Hause. Das Tier wird immer häufiger in Deutschland gesichtet. Ist ihr Biss für Menschen gefährlich?

Frankfurt – Acht Beine, haarig und bis zu sechs Zentimeter groß (mit Beinen) – die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) oder auch Kräuseljagdspinne genannt, ist schon recht imposant. Die Spinnenart, eigentlich im Mittelmeerraum und Nordafrika beheimatet, breitet sich in Deutschland aus. 2005 wurde eine Nosferatu-Spinne erstmals in Freiburg offiziell laut dem Naturschutzbund (Nabu) NRW nachgewiesen. Inzwischen sind Exemplare in Bremen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen entdeckt worden. Ihr Gift ist für den Menschen ungefährlich.

Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana)2005 erstmals in Freiburg entdeckt.
GrößeZwei Zentimeter Körperlänge und Beinspannweite bis zu sechs Zentimetern
FamilieDie Nosferatu-Spinne gehört zur Familie der Kräuseljagdspinnen.
GattungZoropsis (Echte Kräuseljagdspinnen)
OrdnungAraneae (Webspinnen)
Heimatursprünglich Mittelmeerraum, Nordafrika
Giftig, aber ungefährlichBiss schmerzhaft, wie ein leichter Wespenstich
BesonderheitMit speziellen Hafthaaren an den Beinen kann sich die Nosferatu-Spinne selbst an senkrechten Glasscheiben festhalten
Nosferatus-Spinne (Zoropsis spinimana) breitet sich in Deutschland aus.
Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) breitet sich in Deutschland aus. © membio/imago

Nosferatu-Spinne kann durch die menschliche Haut beißen

Besonders effektvoll ist der Nabu zufolge wohl der deutsche Spitzname Nosferatu-Spinne. Und den hat die Spinnen wohl kaum von ungefähr. Nosferatu wird vor allem mit einer Vampirfigur aus dem Horrorfilm „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (1922) in Verbindung gebracht. Und die Zoropsis spinimana kann sich nämlich, wie Dracula durch die menschliche Haut beißen, zumindest durch dünne Partien. Das können in Deutschland nur die allerwenigsten Spinnen. Wer dazu gehört, listet der Naturschutzbund gleich auf:

So gefährlich ist das Gift der Nosferatu-Spinne 

Grundsätzlich sind fast alle Spinnen giftig und setzen ihr Gift bei der Jagd ein – so auch die Nosferatu-Spinne. Sie beißt allerdings nur, wenn sie sich bedroht fühle, gereizt wird und keine Möglichkeit auf eine Flucht habe. „Das Gift von Zoropsis spinimana ist für Menschen nicht gefährlich“, teilt die Nabu mit. Ihr Biss werde als ungefähr so schmerzhaft wie ein leichter Wespenstich beschrieben.

Nosteratu-Spinne (Zoropsis spinimana) giftig, aber harmlos und mit besonderen Fähigkeiten

Die Zoropsis spinimana zählt eigentlich zu den Webspinnen, aber baut keine Netze, um ihre Beute zu fangen. Die Nosferatu-Spinne verfolgt ihre Beute und stößt dann blitzartig mit einem Sprung vor, beißt zu und injiziert ihr Gift. Der achtbeinige Jäger kann durchaus größere heimische Hausspinnen töten und fressen. Ihre Spinndrüsen nützt sie vor allem, um ihre Eier in einen sichern Kokon zu spinnen. Besonders ist eine Fähigkeit: Mit Hafthaaren an den Beinen kann sie sich auch an senkrechten Glasscheiben festhalten.

Die Spinne ist dämmerungs- und nachtaktiv und lebt in Südeuropa und Nordafrika bevorzugt in lichten Wäldern unter Steinen und Rinde. In Deutschland ist die Nosferatu-Spinne überwiegend in Häusern zu finden, vermutlich weil sie es gerne warm hat. Häufig werden die Riesenspinnen auch im Schuppen oder auf Balkonen entdeckt. Die ersten Exemplare sind wahrscheinlich auf einem Laster vom Süden in den Norden gereist. Offensichtlich profitiert die Nosferatu-Spinne in Deutschland vom Klimawandel. Wer eine fängt oder leider gebissen wird, sollte das dem Naturschutzbund oder beim Atlas der Spinnentiere Europas melden. (ml)

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