1. Startseite
  2. Deutschland

Hitze-Hammer in Deutschland: Erste Stadt sperrt Grillplätze

Erstellt:

Von: Martina Lippl

Kommentare

Bei diesem Wetter juckt viele das Grillen. Wegen der Waldbrandgefahr sperrt Stuttgart öffentliche Grillplätze.
Bei diesem Wetter juckt viele das Grillen. Wegen der Waldbrandgefahr sperrt Stuttgart öffentliche Grillplätze (Symbolfoto). © Arnulf Hettrich/imago

Kaum Niederschlag und jetzt extreme Hitze. Mit diesem Sommer-Wetter nimmt in einigen Regionen die Waldbrandgefahr weiter zu. Stuttgart sperrt alle öffentlichen Grillstellen – bis auf Weiteres.

Stuttgart – „Die Waldbrandgefahr in Stuttgart ist innerhalb kurzer Zeit stark angestiegen“, teilt die Stadt am Mittwoch mit. In den kommenden Tagen werde die sogenannte Waldbrandstufe 4 erwartet – das bedeutet  „hohe Gefahr“. Die Stadt Stuttgart (Baden-Württemberg) sperrt deswegen Feuerstellen auf den Grillplätzen der Stadt Stuttgart – im Stadtwald und in den Grünanlagen. Wegen der hohen Brandgefahr sei die Sperrung zwingend erforderlich. „Sobald der Witterungsverlauf es zulässt, werden die Grillstellen wieder geöffnet“, heißt es weiter.

Waldbrandgefahr innerhalb kurzer Zeit stark gestiegen

Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt (GFF) befürchtet vor allem Waldbrände. Ein Feuer könne schon durch die Glasscherben einer weggeworfenen Flasche, durch eine Zigarette oder Funkenflug ausgelöst werden, warnt das Amt. Im Wald gelte deshalb ein generelles Rauchverbot von März bis einschließlich Oktober. Auch das Feuermachen im Wald sei grundsätzlich verboten. Nun sind auch die Ausnahmen für Grill-Fans tabu. Dabei wird es am Wochenende es richtig heiß! Wetterexperten erwarten Rekord-Werte von knapp 40 Grad.

Ob andere Städte mit einem rigorosen Grill-Verbot nachziehen? Das Umweltministerium in Hessen warnt vor einer erhöhten Waldbrandgefahr im ganzen Land – lokal sogar vor einer sehr hohen Gefahr. Das Grillen an ausgewiesenen Feuerstellen ist bisher noch erlaubt. Doch auf Grillplätzen solle darauf geachtet werden, Funkenflug zu vermeiden und das Feuer vor dem Verlassen richtig zu löschen. Im Wald besteht ein Rauchverbot. Auch aus dem Auto geworfene Zigaretten seien ein Waldbrandrisiko.

DWD warnt vor Waldbrandgefahr „Seien Sie vorsichtig!“

In den kommenden Tagen herrscht, laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD), eine hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr. „Seien Sie vorsichtig!“, schreibt der DWD auf Twitter. Für die Vorhersage gibt es den Waldbrand-Gefahrenindex (WBI) – der fünf Stufen umfasst. Der DWD weist ausdrücklich darauf hin, dass der Waldbrand-Gefahrenindex das meteorologische Potenzial (errechnet aus Niederschlag, Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit) für die Gefährdung eines Waldes durch Brand darstellt. Er sei nicht die Waldbrandwarnstufe vor Ort, die von Landes- oder örtlichen Behörden festgelegt wird.

DWD Waldbrand-Gefahrenindex

IndexBedeutung
1 (hellgelb)sehr geringe Gefahr
2 (gelb)geringe Gefahr
3 (orange)mittlere Gefahr
4 (rot)hohe Gefahr
5 (dunkelrot)sehr hohe Gefahr

Waldbrandgefahr durch Glasscherben? DWD räumt mit Mythos auf

Glasscherben im Wald sind scheußlich. Doch Waldbrände durch Glasscherben können laut DWD keinen verheerenden Waldbrand auslösen. In einem Feldversuch nahm sich der Wetterdienst schon dem „Mythos Waldbrand durch zerbrochene Glasscherben“ an. Das Ergebnis: Glasscherben, die das Licht noch so stark bündeln, schaffen es nicht unter sommerlich-trockenen Witterungsbedingungen lufttrockene Streumaterialien zu entzünden. In dem Feldversuch sei es zwar gelungen, mit Lupen das Sonnenlicht so scharf zu bündeln, dass es sogar zu einer Flammenbildung kam. Wurde die Lupe entfernt, brannte die verwendete Fichtenstreu allerdings nicht mehr weiter. Der Feldversuch fand 2006 statt. Doch vergangenen Sommer griff der DWD das Thema in seiner Rubrik Thema des Tages wieder auf. Insofern halten die DWD-Wetterexperten an den Erkenntnissen weiter fest. Waldbrände, hervorgerufen durch den Brennglaseffekt unter den hiesigen Klimabedingungen als sehr unwahrscheinlich. (ml)

Auch interessant

Kommentare