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Corona-Folgen: Hamburger Wissenschaftler befürchten Schädigung der Leber

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Von: Kai Hartwig

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Ein Schild mit der Aufschrift „Covid-19“ und einem Pfeil verweist auf die Corona-Intensivstation eines Krankenhauses
Eine Corona-Erkrankung kann langfristige Folgen nach sich ziehen. © Robert Michael/dpa

Mögliche Corona-Langzeitschäden an Herz und Lunge sind bereits bekannt. Auch ein weiteres Organ kann einer neuen Studie zufolge durch das Virus geschädigt werden.

München – Laut dem COVID-19 Dashboard der Johns Hopkins University haben sich bislang fast 500 Millionen Menschen weltweit mit dem Coronavirus infiziert (Stand: 10. April 2022). Während die Infektion mit dem Coronavirus für einen Teil der Erkrankten sogar tödlich endete, erholte sich der Großteil wieder von der tückischen Krankheit.

Allerdings zog diese für ehemals Corona-Infizierte in einigen Fällen auch langfristige Folgen nach sich. Inzwischen konnte wissenschaftlich bewiesen werden, dass auch Organe durch das Coronavirus in Mitleidenschaft geraten können. Dazu zählen das Herz und die Lunge. Doch offenbar kann Corona auch ein weiteres Organ schädigen.

Corona-Studie aus Hamburg: Virus kann auch Leberschäden hervorrufen

Ein Team deutscher Forscher hat nun in einer neuen Studie herausgefunden, dass eine Corona-Erkrankung der Leber Probleme bereiten könnte. Dabei kann das Virus den Erkenntnissen der Wissenschaftler zufolge schwerwiegende Spätschäden bei den Betroffenen verursachen. Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin Nature Metabolism.

Dabei fand ein Teil des Forscherteams durch Untersuchungen an Corona-Patienten am Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf Erstaunliches heraus. An den Lebern der im Zusammenhang mit dem Virus verstorbenen Menschen fanden sich Spuren des Coronavirus. Im weiteren Verlauf konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass infolge einer Corona-Infektion eine Funktionsstörung der Leber auftreten kann.

Corona-Studie weist Virus in der Leber nach – Experte befürchtet auch Schäden an der Niere

Die Hamburger Wissenschaftler untersuchten insgesamt 99 Patienten, die im Universitätsklinikum aufgrund einer Corona-Infektion stationär behandelt wurden. Nur ein ganz geringer Teil der Erkrankten hatte eine Vorerkrankung an der Leber. Trotzdem wiesen über 50 Prozent der Patienten erhöhte Leberwerte auf. Zudem ließ sich die Virus-RNA in der Leber von 31 der 49 infolge ihrer Corona-Erkrankung verstorbenen Patienten nachweisen.

„Diese Ergebnisse unterstreichen erneut, wie vielfältig die potenziellen Schädigungsmechanismen bei Covid-19 sind“, sagte Tobias Huber, Leiter der Studie. Der Wissenschaftler äußerte die Befürchtung, dass man bei Corona-Erkrankten in den kommenden Jahren häufiger mit Folgeschäden an Leber und auch der Niere rechnen muss. (kh)

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