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Habeck-Reise bringt Hamburgs Wasserstoff-Ambitionen voran

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Bundeswirtschaftsminister Habeck in den VAE
Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, unterhält sich. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Reise von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bringt Hamburgs Ambitionen für ein bundesweites Wasserstoff-Drehkreuz voran. Während der Reise wurden in der VAE-Hauptstadt Abu Dhabi insgesamt fünf Kooperationen zum Aufbau einer Wasserstoffwertschöpfungskette zwischen Deutschland und den VAE unterzeichnet.

Hamburg/Abu Dhabi - Darunter sind auch Vereinbarungen zwischen dem Hamburger Hafenlogistiker HHLA und Europas größter Kupferhütte Aurubis mit der nationalen VAE-Energiegesellschaft Adnoc.

„Über eine Testlieferung von Ammoniak von Adnoc über die HHLA an Aurubis soll die Lieferkette und die Nutzung von Ammoniak als Energieträger in der Kupferherstellung erprobt werden“, berichtete die Hamburger Wirtschaftsbehörde am Montag. „Auf diese Weise könnte im Erfolgsfall die Kupferherstellung dekarbonisiert, also ohne CO2-Emissionen durchgeführt werden.“

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann sagte, die vereinbarten Kooperationen unterstützten Hamburgs Ziele, die Hansestadt zur europäischen grünen Energiedrehscheibe aufzubauen. Für die Hamburger Wirtschaft hob Handelskammer-Geschäftsführer Malte Heyne hervor, mit den neuen Vereinbarungen werde „die erste vollständige Wasserstoff-Wertschöpfungskette von Produktion über Transport bis zur industriellen Verwendung zwischen dem Nahen Osten und West-Europa etabliert“.

Ammoniak ist ein stechend riechendes und giftiges Gas, das aus Stickstoff (N2) aus der Luft und Wasserstoff (H2) gewonnen wird. Ammoniak kann damit als Wasserstoffspeicher genutzt werden. Im Vergleich zu Wasserstoff selbst lässt es sich einfacher, effizienter und kostengünstiger speichern und transportieren.

Bei den in Abu Dhabi geschlossenen Vereinbarungen geht es nach Adnoc-Angaben zunächst um „blaues“ Ammoniak, welches als klimaschonend gilt, aber anders als „grünes“ Ammoniak nicht aus erneuerbaren Energien wie Wind- oder Solarenergie gewonnen wird. Habeck sagte, man werde für eine Übergangszeit auf „blauen“ Wasserstoff setzen. „Wir haben einfach keine Zeit zu verlieren.“ Man könne nicht 10 bis 15 Jahre warten, bis es genügend „grünen“ Wasserstoff gebe, um dann von der Kohle zu „switchen“.

Die VAE verfügen laut Wirtschaftsministerium über sehr gute Voraussetzungen für die kostengünstige Produktion von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien. Habeck besuchte am Montag auch die geplante große Öko-Modellstadt Masdar City bei Abu Dhabi und eine Solaranlage in der Nähe. dpa

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