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HSV holt Schwung und gibt Walter Arbeitsplatz-Garantie

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Tim Walter
Hamburgs Trainer Tim Walter gibt vor dem Spiel ein Interview. © Axel Heimken/dpa/Archivbild

Nach der Pleite in Kiel schenkt sich der HSV einen souveränen Sieg gegen den KSC. Noch läuft die Saison, aber wichtige Entscheidungen werden jetzt getroffen. Trainer Walter ist stolz auf den Verein.

Hamburg - Jonas Boldt hatte sich schon vor dem 3:0 gegen den Karlsruher SC festgelegt. „Wir bleiben nicht nur bei uns“, sagte der Sportvorstand des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV bei Sport 1 in Anspielung auf den Lieblingsspruch von Trainer Tim Walter, „sondern er bleibt auch bei uns.“ Das ist die Arbeitsplatzgarantie für den 46 Jahre alten Coach, egal wie das Spieljahr ausgeht. Walter ist zufrieden. „Es ist ein tolles Gefühl, Teil dieses Vereins zu sein“, sagte er.

Dass die Hamburger die Rückkehr in die Eliteliga nunmehr zum vierten Mal in Serie und zum dritten Mal mit Boldt zu verpassen drohen, wird zu keinerlei Veränderungen in der Ausrichtung des Vereins führen. Als langfristiges Ziel bestehe der Aufstieg „auf jeden Fall“, versicherte der Sportvorstand. „Dass wir dahin wollen, steht außer Frage. Aber man kann es nicht herbeizaubern.“

Er selber habe es schon zweimal mit unterschiedlichen Herangehensweisen erlebt, dass es eben keine Garantie für die Bundesliga-Rückkehr gebe. Deshalb sieht Boldt im Aufbau einer langfristigen Strategie mit einigen Anpassungen den einzigen Weg. „Dann bin ich überzeugt, dass es mittel- oder langfristig funktionieren wird“, sagte der 40 Jahre alte Manager.

Martin Harnik, der in der Saison 2019/20 beim HSV gespielt hatte und jetzt als Co-Kommentator im TV aktiv ist, nannte als Grund für die diesjährige schwache Punkteausbeute der Hamburger: „Es ist vielleicht auch der schwächste Kader in den letzten Jahren.“ Ursache ist die Verjüngung der Mannschaft, in der der Ex-Profi aber positive Ansätze sieht. „Aber wir sind in Hamburg, wir sind beim HSV - und da es ist natürlich jedes Jahr das Ziel, aufzusteigen“, befand Harnik.

„Das hat mit den Voraussetzungen zu tun, die wir hier zur Verfügung haben“, erläuterte Boldt den Kurs der Verjüngung. Die Finanzen sprudeln im vierten Jahr der Zweitklassigkeit und durch den zusätzlichen Corona-Würgegriff nicht üppig. „Punktemäßig ist es das bisher vielleicht schlechteste Jahr in der 2. Liga“, entgegnete Boldt, „die Art und Weise, wie wir spielen, hat aber viele Menschen begeistert.“

Der souveräne Sieg gegen den KSC gibt der Mannschaft Zuversicht - und das schon für das Pokal-Halbfinale am Dienstag gegen den SC Freiburg. Ob die Aufstiegsplätze noch einmal in Reichweite kommen, liegt an der Konkurrenz. Sie muss - wie es der FC St. Pauli in Sandhausen (1:1) erlebt hat - patzen und sich in den zahlreichen direkten Duellen gegenseitig Punkte stehlen.

Walter will die restlichen vier Saisonspiele allesamt gewinnen. Sein Siegeswille ist bekanntlich extrem. Da gibt es auch beim Mensch-ärger-dich-nicht-Spiel mit seinen Kindern kein Pardon. Diesen Ehrgeiz versucht er auf seine Mannschaft zu übertragen. Mit Blick auf die Ergebnisse sei ihm das nicht immer gelungen, räumte er ein. Jedoch „von der Art und Weise, dem Elan, dem Engagement und dem Willen auf jeden Fall immer“. dpa

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