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Kiew und Hamburg starten strategische Partnerschaft

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Pressekonferenz mit Bürgermeistern von Hamburg und Kiew
Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher (r) und Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew.. © Christian Charisius/dpa

Hilfe in Krisenzeiten - das ist das Ziel der neuen strategischen Partnerschaft zwischen Hamburg und Kiew. Bei einer Live-Schalte ins Rathaus gab Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko Einblick in die Situation seines Landes und bat um Unterstützung.

Hamburg - Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko haben mit Blick auf den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine eine strategische Partnerschaft zwischen ihren Städten vereinbart. Hamburg und Kiew wollen sich in Krisenzeiten gegenseitig unterstützen. Den „Pakt für Solidarität und Zukunft“ unterzeichneten die beiden Politiker am Sonntag in Hamburg und in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Klitschko war per Video live ins Rathaus der Hansestadt zugeschaltet. Er sei der Stadt Hamburg sehr dankbar für die Hilfe, sagte er. „Wir brauchen dringend diese Unterstützung. Da die Ukrainerinnen und Ukrainer heute für ihr Land, ihren freien Willen, ihren Frieden und ganz Europa kämpfen!“

Gleichzeitig appellierten beide Bürgermeister an die Menschen, Firmen und Institutionen ihrer Städte, den Pakt zu unterstützen. Dabei gehe es zunächst um humanitäre Hilfe für die Zeit der akuten Krise und für den Tag, an dem der Wiederaufbau in der Ukraine beginnen könne. Die Handelskammer Hamburg, die Initiative #WeAreAllUkrainians und der Verein Hanseatic Help engagieren sich dabei.

„Hamburgs Wirtschaft steht fest und solidarisch an der Seite der Ukraine. Die zahlreichen Aktionen und das außergewöhnliche Engagement vieler Unternehmen und ihrer Mitarbeitenden sind beeindruckend“, sagte der Präses der Handelskammer Hamburg, Norbert Aust. In einer zweiten Phase des Paktes sollen die wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Beziehungen gestärkt werden.

„Der Pakt für Solidarität und Zukunft ist ein Zeichen gegen den Angriffskrieg Russlands und für unsere Solidarität mit der Ukraine“, sagte Tschentscher. Kiew habe als Hauptstadt und Regierungssitz der Ukraine eine besondere Bedeutung im Widerstand gegen die russische Aggression und im Kampf für Frieden und Freiheit in Europa. Dank der guten Kontakte zu den Klitschkos könne die Stadt „zielgerichtet helfen und flexibel auf die jeweils dringendsten Bedarfe eingehen“.

Rund 20 Minuten lang berichtete Klitschko über die Situation in der Ukraine. Alles was zurzeit in dem Land passiere, sei eine große Tragödie - auch für ganz Europa, sagte Klitschko in der Video-Schalte. Nie habe man mit einer solch schrecklichen Zeit gerechnet. „Wir waren ein friedliches Volk.“ Ständig würden nun Städte bombardiert. Tausende Menschen seien schon gestorben. Er betonte: „Der Krieg hat keinen Sinn.“ Man müsse alles tun, um so schnell wie möglich Frieden zu bringen. „Wir sehen unsere Zukunft als Teil der europäischen Familie“, sagte Klitschko über sein Land. Er danke der Stadt Hamburg für ihre Solidarität.

„Die ergreifenden Worte von Bürgermeister Klitschko haben uns einmal mehr gezeigt: Die Menschen in der Ukraine brauchen eine Perspektive für die Zukunft“, sagte der FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Sami Musa zu dem Städtepakt. „Es wird Jahre dauern, bis die Städte wieder aufgebaut werden. Gerade jetzt muss ein Zeichen der Solidarität gesetzt werden. Wir als Hamburger müssen Verantwortung übernehmen.“

Das Brüderpaar Wladimir und Vitali Klitschko ist seit vielen Jahren eng mit Hamburg verbunden. Von der Hansestadt aus haben sie ihre Box-Weltkarrieren gestartet. Vitali Klitschko ist seit 2014 Bürgermeister von Kiew. Hamburg bezeichnete er am Sonntag als seine zweite Heimat. „Ich liebe Hamburg sehr.“ Er verbinde mit dieser Zeit unvergessliche Emotionen. Seine Frau Natalia hatte sich zuletzt auf Demonstrationen und Veranstaltungen in Hamburg für Frieden in und mehr Unterstützung für die Ukraine stark gemacht. dpa

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