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Kita-Warnstreiks: 2000 Beschäftigte auf Rathausmarkt

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Demonstration in Hamburg
Erzieherinnen und Erzieher demonstrieren für bessere Arbeitsbedingungen und finanzielle Anerkennung. © Marcus Brandt/dpa

Beschäftigte von Kitas und beim Ganztagsangebot von Schulen haben ihren Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen in Hamburg mit einem Warnstreik Nachdruck verliehen - und so zahlreiche Eltern in Schwierigkeiten gebracht.

Hamburg - Ein Warnstreik des pädagogischen Personals an Hamburgs Kitas und beim Ganztagsangebot der Schulen hat zahlreiche Eltern zu alternativen Betreuungslösungen gezwungen. Erzieherinnen, Kinderpfleger, Sozialassistentinnen und andere Berufsgruppen aus Kitas und dem Ganztagsangebot legten am Mittwoch die Arbeit nieder, um im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags ihren Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen Nachdruck zu verleihen. Am Morgen versammelten sich die Beschäftigten zunächst am Gewerkschaftshaus unweit des Hauptbahnhofs. Sie zogen dann zum Rathausmarkt, wo nach Angaben der Gewerkschaft Verdi mehr als 2000 Demonstranten an der Abschlusskundgebung teilnahmen. Der nächste große Streiktag sei auf den übernächsten Freitag terminiert.

Verdi hatte die pädagogischen Beschäftigten der Einrichtungen der Elbkinder, der Rudolf-Ballin-Stiftung, des Studierendenwerks, des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Hamburger Schulvereins und der Asklepios Kitas zum Warnstreik aufgerufen. Nach Angaben eines Sprechers bleiben einige Kitas komplett geschlossen, weil die gesamte Belegschaft streikte. In anderen Einrichtungen habe es Notbetreuungen gegeben.

„Die Beschäftigten haben heute eindrucksvoll gezeigt, dass sie auf Anerkennung und Entlastung nicht in alle Ewigkeit warten werden“, sagte Verdi-Fachbereichsleiterin Hilke Stein. Ihr Einsatz und ihre Motivation trotz der enormen Belastungen verdienten tarifliche Sicherheit, eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Anerkennung. „Jetzt muss in die soziale Sicherheit der Gesellschaft investiert werden“, forderte Stein.

Am Montag hatten sich bereits Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bei Fördern und Wohnen sowie bei den Asklepios Kliniken und am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) an einem Warnstreik beteiligt. Am Donnerstag sollen Beschäftigte der Behindertenhilfe die Arbeit niederlegen. Aufgerufen seien die Beschäftigten von Leben mit Behinderung, dem Hamburger Lebenshilfewerk und den Elbe Werkstätten.

Hintergrund der Aktionen sind die laufenden Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 330.000 Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsdiensten im kommunalen Bereich, rund 25.000 davon allein in Hamburg. Verdi fordert eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und eine finanzielle Anerkennung der Arbeit. Die dritte Verhandlungsrunde soll am 16. und 17. Mai in Potsdam beginnen.

Nach Verdi-Angaben fehlen in den Einrichtungen bundesweit rund 173 000 Fachkräfte, allein in Hamburg seien es 4000. Hinzu komme, dass ein Viertel der Berufsanfänger schon in den ersten fünf Jahren dem Job den Rücken kehre. dpa

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