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Klimaaktivisten kleben sich in Elbphilharmonie fest – Sprecher „versteht Sorge“

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Von: Patrick Huljina

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Die „Letzte Generation“ hat in den vergangenen Wochen mehrere Klimaproteste durchgeführt. Nun klebten sich zwei Aktivisten in der Elbphilharmonie fest.

Hamburg - Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ haben am Mittwochabend (23. November) in der Hamburger Elbphilharmonie für Aufsehen gesorgt. Kurz vor Beginn eines Konzerts klebten sie sich an einem Dirigentenpult fest. In einem Video, das die Gruppe auf Twitter verbreitete, sieht man eine Frau und einen Mann, die jeweils mit Warnweste bekleidet an dem Pult auf der Bühne stehen und zum Publikum sprechen.

Klimaaktivisten kleben sich in Elbphilharmonie fest: Publikum nicht begeistert

In ihrer Rede forderten die Aktivisten in Hamburg zum Widerstand gegen die ihrer Meinung nach unentschlossene Klimapolitik der Regierung auf. Die Aktion stieß im Publikum, das die Aufführung eines Beethoven-Konzerts erwartete, allerdings nicht unbedingt auf Begeisterung. Im Video der „Letzten Generationen“ ist sowohl ein Raunen als auch die Rufe „Oh, nein“ und „Raus“ zu hören.

Ein Sprecher der Elbphilharmonie bestätigte die Störaktion der Protestierenden am Donnerstag. Zwei Klimaaktivisten seien auf die Bühne gestiegen, hätten sich am Geländer des Dirigentenpults festgeklebt und eine Erklärung verlesen. Das Konzert habe mit sechs Minuten Verspätung beginnen können, nachdem die Aktivisten die Bühne verlassen hätten, sagte der Sprecher.

Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ haben sich an einem Dirigentenpult in der Elbphilharmonie festgeklebt.
Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ haben sich an einem Dirigentenpult in der Elbphilharmonie festgeklebt. © Markenfotografie Elbphilharmonie/dpa

Klimaaktivisten kleben sich in Elbphilharmonie fest: Sprecher „versteht Sorge“ der Aktivisten

„Selbstverständlich wünschen wir uns störungsfreie Konzerterlebnisse für unser Publikum. Wir verstehen aber auch die von den jungen Protestierenden friedlich zum Ausdruck gebrachte Sorge um unsere natürlichen Lebensgrundlagen“, erklärte der Sprecher weiter. Die Polizei teilte mit, die beiden Klimaaktivisten seien nach kurzer Zeit von dem Geländer gelöst und in Gewahrsam genommen worden.

Erneut zeichnete die Bewegung „Letzte Generation“ für die Protestaktion verantwortlich. In ihrer Rede sagte eine Aktivistin der: „Genau wie es nur ein Geigenkonzert von Beethoven gibt, haben wir nur diesen einen Planeten, dessen Grenzen wir so sehr missachten, dass klimabedingte Katastrophen häufiger und tödlicher werden“. Und: „Es wird keine Elbphilharmonie mehr geben, um Beethoven zu genießen, wenn Hamburg unter Wasser steht.“

„Letzte Generation“: Klimaaktivisten mit zahlreichen Aktionen

Um gegen die Klimapolitik zu protestieren, führte die „Letzte Generation“ in letzter Zeit vermehrt Aktionen durch. In Wien schütteten Aktivisten Öl auf ein Kunstwerk von Gustav Klimt. Im Museum Barberini in Potsdam warfen ein Mann und eine Frau Kartoffelbrei auf das von einer Glasscheibe geschützte Gemälde „Getreideschober“ (1890) von Claude Monet. In Leipzig fand am Donnerstag eine Razzia bei Klima-Klebern der „Letzten Generation“ statt.

Für besonders große Aufregung sorgte zuletzt der Fall von Klimaaktivisten, die durch eine Straßenblockade einen Stau auf einer Berliner Autobahn auslösten. Dadurch kam ein Rettungsfahrzeug erst verspätet zum Unfallort, an dem ein Betonmischer eine Radfahrerin überrollte – die Frau starb. Laut einem Bericht der Feuerwehr hatte die Blockade der Klimaaktivisten doch einen Einfluss auf den Rettungseinsatz. (ph/dpa)

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