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Landesaufnahme für Flüchtlinge in Boostedt wird ausgebaut

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Stockbetten in einer Sporthalle und in großen Zelten sind zumindest für eine Nacht die Unterkunft vieler Ukraine-Flüchtlinge. Bis zur Verteilung auf die Kreise heißt es in der Landesunterkunft in Boostedt zusammenrücken. Viele Helfer kümmern sich um die Menschen.

Boostedt - Schleswig-Holstein baut seine Landesunterkunft im Kreis Segeberg für Flüchtlinge aus der Ukraine aus. Mit großen Zelten wird die Zahl der Betten von 1500 auf knapp 2100 erweitert. Ministerpräsident Daniel Günther und Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (beide CDU) verschafften sich am Freitag einen Überblick in der früheren Kaserne in Boostedt, sprachen mit Betroffenen und dankten den vielen Helfern.

„Wir bereiten uns darauf vor, dass viele Menschen nach Schleswig-Holstein kommen“, sagte Günther. Angesichts der russischen Aggression sei ungewiss, wie viele Menschen noch fliehen müssen. Auch wisse man nicht, wie viele von ihnen nach Schleswig-Holstein kommen. Die Arbeit, die in Boostedt geleistet werde, sei unglaublich wichtig. Er sei den vielen Menschen dankbar, die hier arbeiten, etwa für das THW, das DRK oder die Polizei, sagte der Regierungschef. Er dankte auch den Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter für das Ehrenamt freigeben. „Das zeigt, Schleswig-Holstein hält zusammen.“

Der zwölf Jahre alte Julius Krauel aus Lürschau (Kreis Schleswig-Flensburg) brachte zusammen mit seinem Vater einen ganzen Berg Spielsachen in die neuen Zeltunterkünfte. Gemeinsam hatten sie in wenigen Tagen kistenweise Bauklötze, Spielfiguren, Kuscheltiere, Rutschautos und vieles mehr gesammelt. Die Anregung kam von der Nachbarin der Familie, Innenministerin Sütterlin-Waack, im Gespräch über den Gartenzaun. „Das ist unheimlich toll“, sagte Sütterlin-Waack, nachdem sie zusammen mit Günther geholfen hatte, die Wagenladung auszuladen.

Der Sprecher des Landesamtes für Zuwanderung und Flüchtlinge, Wolfgang Kossert, sagte, aktuell würden Zelte für insgesamt 600 Menschen aufgestellt. Die sechs großen Zelte und ein weiteres mit einer Mensa sollen Mitte kommender Woche bezogen werden. „Wir haben nur noch wenige freie Plätze“, sagte Kossert zur aktuellen Situation.

Nach Günters Angaben sind bisher knapp 2000 Menschen aus der Ukraine vom Land aufgenommen worden. „Klar ist für uns in Schleswig-Holstein: Menschen die aus dem Krieg hierherkommen, brauchen unsere Unterstützung, und deswegen bereiten wir uns auf alles vor. Wir haben auch Reservekapazitäten.“ dpa

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