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Leere Stühle oder Lesung: Aktionen zum Holocaust-Gedenktag

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Seit 1996 wird der 27. Januar in Deutschland als Holocaust-Gedenktag begangen. In Hamburg standen symbolisch leere Stühle in der Innenstadt. Innensenator Grote erinnerte an das millionenfache Leid und sprach mit Blick auf die Corona-Krise mahnende Worte.

Hamburg - Zum Holocaust-Gedenktag hat Hamburg am Donnerstag der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedacht. Innensenator Andy Grote (SPD) legte am Mahnmal für die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung auf dem Friedhof Ohlsdorf gemeinsam mit dem polnischen Generalkonsul Pawel Tomasz Jaworski einen Kranz nieder.

„77 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 erinnern wir heute daran, wie in Deutschland aus Hass eine menschenfeindliche Ideologie erwuchs, die schließlich zur staatlich organisierten Vernichtung der europäischen Juden führte“, sagte Grote. „Noch heute stehen wir fassungslos vor dem millionenfachen Leid der Entrechteten, Verfolgten und Ermordeten.“

Mit Blick auf die Corona-Krise fügte der Senator hinzu: „Wenn in diesen Tagen Corona-Leugner und Querdenker mit Judenstern und gestreifter Häftlingskleidung auftreten, Anne Frank und Sophie Scholl für sich vereinnahmen, ist das ein widerwärtiger Missbrauch des Leids der Opfer.“

In der Innenstadt gab es eine Gedenk-Performance. Auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz standen zahlreiche leere Stühle, an denen Biografien an die Opfer erinnerten. „Die Stühle bilden Leerstellen für all die Menschen, die nicht mehr Platz nehmen können, um uns von ihrem Leben oder Wünschen und Träumen erzählen zu können“, teilten die Organisatoren mit. Mit roter Farbe sprühten sie das Datum „27. Januar“ auf den Platz.

Außerdem sollte es am Abend eine Gedenkveranstaltung und Lesung des Hamburger Autors Gerrit Pohl in der Hauptkirche St. Michaelis bei freiem Eintritt geben. In dem Buch geht es um die Transporte jüdischer Kinder nach England.

Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des deutschen Konzentrationslagers Auschwitz im besetzten Polen befreit. Die Nazis hatten dort mehr als eine Million Menschen ermordet. Seit 1996 wird das Datum in Deutschland als Holocaust-Gedenktag begangen. dpa

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