1. Startseite
  2. Deutschland
  3. Hamburg

Neue Verordnung: Katzen droht Kastrations- und Chippflicht

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Hamburgs Katzenbesitzer könnten demnächst verpflichtet werden, ihre Katzen zu kastrieren und zu chippen. Tierschützer begrüßen den Vorschlag von SPD und Grünen.

Hamburg – Kranke Straßenkatzen sind in ganz Deutschland ein Problem. Hamburg* ist da keine Ausnahme. Laut Angaben des Hamburger Tierschutzvereins (HTV) gibt es allein in der Hansestadt 10.000 Streuner, die unterernährt, leidend und meist krank auf der Straße leben. Dagegen wollen SPD und Grüne etwas unternehmen. Eine Katzenschutzverordnung ist geplant, die allerdings auch für die Besitzer von Hauskatzen Auswirkungen haben würde. Nach der Steuer für Hunde könnte jetzt für Katzen die Kastrationspflicht kommen, berichtet 24hamburg.de.

Stadt in DeutschlandHamburg
Einwohner1.904.444 (Stand Mai 2021, Sozialamt)
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr.
BürgermeisterPeter Tschentscher

Katzen in Hamburg: Das passiert mit gefundenen Tiere – auch Hauskatzen betroffen

Aktuell werden wildlebende Katzen in Hamburg, wenn sie gefunden werden, vom Tierschutzverein, der auch Träger des Tierheims an der Süderstraße ist, kastriert und gekennzeichnet. Sollte es sich dabei um entlaufene Hauskatzen handeln, gibt es ohne Chips oder Tattoos oft keine Möglichkeit, die Besitzer zu ermitteln. Die Tiere werden vom Tierheim versorgt und an ihren Fundort zurückgebracht. In Fällen, in denen das aus gesundheitlichen Gründen keine Option für die Katzen ist, versucht man, die Tiere an andere Familien zu vermitteln.

Die Versorgung, Behandlung, Kastration und Vermittlung der Straßenkatzen kostet Geld. Von 2015 bis 2020 kamen für die Stadt Hamburg Kosten in Höhe von knapp 190.000 Euro zusammen.  

Das wird gefordert: SPD und Grüne wollen Kastrationspflicht und Chippflicht für Hamburgs Katzen

In dem Antrag der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg heißt es: „Frei lebende Katzen sind Hauskatzen, die ausgesetzt wurden oder entlaufen sind, und ihre Nachkommen.“ Deshalb wird gefordert, die Straßenkatzen in Hamburg besser zu schützen, was auch die Halter von Hauskatzen betreffen würde.

Hauskatze in einer Gasse.
10.000 Straßenkatzen leben krank und hungrig in Hamburgs Gassen. Die neue Katzenschutzverordnung soll das ändern. (Symbolfoto) © Christoph Hardt/Imago

Lesen Sie auch: So dramatisch ist die Corona-Pandemie für Haustiere.

Der Senat soll prüfen, ob Katzenhalter, deren Tiere sich auch unbeaufsichtigt draußen bewegen, diese ab einem Alter von sechs Monaten kastrieren und chippen lassen sollten. Außerdem sollen Straßenkatzen ohne Besitzer in Zukunft ebenfalls kastriert und gechippt werden. Als Teilfinanzierung werden in dem Antrag von der Landesregierung unterstützte Kastrationsaktionen vorgeschlagen, die es zum Beispiel auch in Schleswig-Holstein gibt.

Auch Katzenzüchter müssten genauer unter die Lupe genommen werden. Eventuell könnten für deren Katzen aus Zuchtgründen Ausnahmen in der Kastrationspflicht bestehen. Um die Tiere zu registrieren, werden verschiedene Möglichkeiten vorgeschlagen. Man könne zum einen die kostenfreien Haustierregister von TASSO e.V. oder vom Deutschen Tierschutzbund (FINDEFIX) nutzen, oder aber ein eigenes Register für Hamburg aufbauen.

Nur 25 Prozent der Hauskatzen gechippt: Da soll sich ändern – Auswirkungen der Verordnung auf Hamburgs Katzenhalter

Ziel der Katzenschutzverordnung ist es, die Population der Straßenkatzen in Hamburg einzudämmen, damit die Tiere ein gesünderes Leben führen können. Die Maßnahmen schließen ganz eindeutig auch die Katzen mit Besitzern ein. „Eine wirksame politische Maßnahme dagegen ist neben der Kastration der Streuner vor allem eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Katzen aus Privathaushalten, die unbeaufsichtigten Freigang haben und sich mit freilebenden Katzen paaren“, heißt es in dem Antrag.

Lesen Sie auch: Erschreckende Zahlen: So viele Tiere werden in Hamburg zur Urlaubszeit ausgesetzt.

Die Anzahl der verwahrlosten Katzen in der Hansestadt ist für den HTV kaum zu bewältigen, weshalb der Verein vollends hinter der Forderung nach der Katzenschutzverordnung steht. Monika Freytag vom HTV erklärte gegenüber der Mopo: „Wir kommen mit der Katzenrettung einfach nicht mehr hinterher. Es sind so viele schlimme Katzenschicksale.“ Auch HTV-Vorstandsmitglied Stefanie Bauche sagt: „Nur mit einer Kastrationspflicht können wir es schaffen, die Population der Straßenkatzen auf Dauer in den Griff zu bekommen.“

Die Registration soll außerdem helfen, gefundene Katzen, die tatsächlich einen Besitzer haben, dorthin zurückzubringen. „Oft habe ich das Gefühl, dass viele Besitzer gar nicht erst suchen und einfach denken ‚Na, dann ist meine Katze wohl weg’“, so Bauche. Bisher sind laut der Tierschützerin nur etwa 25 Prozent der gefundenen Hauskatzen gechippt.

Der Hamburger Senat soll noch bis zum 31. März über den Antrag zur Katzenschutzverordnung beratschlagen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare