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Nur moderate Belastung durch Corona-Patienten

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Krankenhaus
Eine Pflegekraft geht auf einer Intensivstation über den Flur. © Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Noch immer liegen Hunderte Corona-Patienten in den Hamburger Krankenhäusern. Doch die Kliniken halten das nicht für besonders alarmierend. Ein genauerer Blick auf die Zahlen erklärt, warum.

Hamburg - Trotz einer hohen Anzahl von Patienten mit einer Corona-Infektion ist die Belastung der Hamburger Kliniken zurzeit eher moderat. „Wir sind weit entfernt von einer Überlastung der Krankenhäuser und Intensivstationen“, sagte der Leiter der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Prof. Stefan Kluge. Am Freitag lagen 92 Covid-19-Patienten im UKE, 15 von ihnen auf Intensivstationen.

Durch die Omikron-Variante des Virus habe sich die Lage komplett geändert, erklärte Kluge. Es habe fast noch nie so viele Patienten mit einer Sars-CoV-2-Infektion gegeben. Jedoch würden etwa 70 Prozent von ihnen nicht wegen einer Corona-Erkrankung, sondern mit einer Corona-Infektion behandelt. Auch die Sterberate sei nicht so hoch wie während der Delta-Welle vor einem halben Jahr.

Die intensivmedizinisch versorgten Patienten im UKE seien im Durchschnitt 61 Jahre alt und hätten überwiegend keinen vollständigen Impfschutz. Die durchschnittliche Liegedauer auf der Intensivstation sei mit der Dominanz der Omikron-Variante gesunken und betrage zurzeit etwa zehn Tage.

In den Asklepios-Kliniken, die mit sieben Akutkrankenhäusern Hamburgs größter Versorger sind, lagen am vergangenen Dienstag 233 Patienten mit einem positiven Testergebnis. Der Großteil von ihnen (214) wurde auf Normalstationen versorgt, nur 19 lagen auf Intensivstationen. Das seien etwas weniger Patienten als in der Vorwoche, sagte der medizinische Pressesprecher von Asklepios, Franz Jürgen Schell. Bei ungefähr 30 Prozent der Patienten handele es sich um eine Zufallsdiagnose, sie seien nicht wegen Corona in die Klinik gekommen.

Trotz der nur moderaten Belastung durch Corona-Patienten begrüßte Kluge die andauernde Maskenpflicht in Hamburg. „Wir sind als Krankenhäuser glücklich, wenn die Maskenpflicht beibehalten wird“, sagte der Intensivmediziner. Denn von den zahlreichen Infektionen seien auch die Mitarbeiter betroffen. Allein im März waren nach UKE-Angaben 1400 der mehr als 14.000 Mitarbeiter positiv getestet worden.

In 25 Hamburger Krankenhäusern wurden am Donnerstag 465 Patienten mit einer Coronavirus-Infektion stationär behandelt. 41 von ihnen lagen auf der Intensivstation, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Gut ein Viertel der Patienten kommen aus anderen Bundesländern. dpa

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